089 Spirits 2019 | Messebericht

Auch 2019 ließen wir es uns nicht nehmen die 089 Spirits zu besuchen. Die Genussmesse fand dieses Jahr bereits zum viertel Mal in München statt und ist mittlerweile zu einem Fixpunkt in unserem Jahreskalender geworden. Seit der ersten Ausgabe 2016 sind wir dabei und berichten seit 2017 jedes Jahr hier auf dem Blog über unseren Besuch. Wir genießen jedesmal die Atmosphäre, treffen Freunde und wärmen uns bei ein paar Drinks während sich draußen Herbst und Winter die Klinke in die Hand geben.

Neue Location: Der Nockherberg

Neu für dieses Jahr war der Veranstaltungsort. Die 089 Spirits fand, nach drei Jahren auf der Praterinsel, 2019 das erste Mal in den Räumlichkeiten vom Paulaner am Nockherberg statt. Dort wo früher die Münchner Traditionsbrauerei noch produziert und gelagert hat, entstehen momentan schicke Neubauten mit astronomischen Quadratmeterpreisen. Aber auch das ist eben typisch München. Übrig geblieben vom alten Flair am Nockherberg ist nur noch die Brauereigaststätte mit kleiner Hausbrauerei, Biergarten und mehreren Veranstaltungssälen. Der Größte davon, in dem auch der jährliche Starkbieranstich mit dem berühmten Politiker Derblecken stattfindet, bot eine schöne Kulisse für die 089 Spirits 2019. Natürlich haben wir genau hingeschaut, was der Veranstalter im Vergleich zu den letzten Jahren verbessert hat – und was nicht so optimal gelaufen ist.

Das war toll:

Einen großen Vorteil für Besucher und Aussteller bietet die offene Fläche der neuen Eventlocation. Beim Betreten sieht die Messe erstmal übersichtlich aus, aber das täuscht. Für einen Tag ist die 089 Spirits auf jeden Fall so groß, dass man gar nicht alle Stände besuchen kann. Die verwinkelten Gewölbe der Praterinsel waren immer wieder Grund für Kritik der Standbetreiber, von denen natürlich keiner übersehen werden möchte. Die neue Aufteilung ist aus meiner Sicht sehr gelungen, sodass man Drang hat jeden Gang mindestens einmal entlang zu laufen. Ein weiterer Pluspunkt ist das Catering mit seinem großzügigen Sitzbereich. Und auch die Qualität der Speisen hat deutlich zugelegt. Da zeichnet sich die Zugehörigkeit zum Wirtshaus ab, das von Wiesnwirt Christian Schottenhammel und Spitzenkoch Florian Lechner geleitet wird.

Und das war nicht optimal:

Negativ aufgefallen ist uns die fehlende Beschilderung im Außenbereich. Wer das Areal nicht so gut kennt irrt erstmal durch den eingewinterten Biergarten oder steht vor dem falschen Gebäudeeingang. Ein weiterer Minuspunkt ist die Wasserversorgung. Es standen zwar an jedem Stand Wasserflaschen zur Verfügung um das Tastingglas auszuspülen, jedoch nicht genug um auch mal ein ganzes Glas zu trinken. Das ist auf anderen Messen mit frei zugänglichen Wasserspendern deutlich eleganter gelöst. Hier ist für 2020 auf jeden Fall noch Luft nach oben.

Rundgang über die 089 Spirits 2019

Aber nun zum Wesentlichen. Wir nehmen euch mit auf einen (nicht chronologischen) Rundgang unseres Messetages mit Neuentdeckungen, alten Bekannten im neuen Gewand und mit neuen Geschmacksrichtungen.

Edmunds Krambambuli

EDMUNDs Liköre

Zu Beginn der Messe hat sich Florian etwas mit einem Likör beschäftigt, von dem bestimmt schon Einige unter euch gelesen haben. Die Rede ist vom Edmunds Krambambuli. Bei den Edmunds Likören handelt es sich um verschiedene Kräuterliköre nach alter Apothekertradition. Dr. Martin Kullmer, ebenfalls Apotheker, erbte das Rezept von seinem Großvater Edmund Dunkel und fing an zu experimentieren. Deutlich herber und kräuterlastiger als der ursprüngliche Likör sollten die neuen Produkte werden. Neben dem leckeren eleganten Bitter Maranera hat es der Krambambuli Florian angetan. Geschmacklich geht dieser in die Richtung eines Bitters mit den Noten von Wacholder. Gemischt mit dem Lion Tonic eine faszinierende süß-kräuterige Kombination. Alle der bisher vier erhältlichen Kräuterliköre der Marke Edmunds lassen sich gut als Basis für hochwertige und leckere Cocktails verwenden, sind aber auch Pur ein Genuss.

Und sogar einen Designpreis haben die Edmunds Liköre mit ihrem klassisch-modernen Auftritt schon abgeräumt. Da lohnt es sich doch mal wieder zum Kräuterlikör zu greifen, obwohl man damit eigentlich seit der jugendlichen Findungsphase abgeschlossen hat, oder?

Sauguata Gin 089 Spirits
Sauguata Gin 089 Spirits

Sauguata Gin

Der Sauguata Gin aus Wien war für uns der erste Gin des Tages. Die drei herzlichen Gründer überzeugten nicht nur mit ihrem Wiener Schmäh, sondern auch mit einem hochwertigen Produkt. Im Fokus des London Dry Gin steht der Wacholder und der Wunsch einen klassischen Gin zu brennen. Einfach Sauguat sollte er werden. Ausgehend vom Namen entwickelte sich das Branding mit der Wildsau in angesagtem Türkis und einer schicken Geschenkverpackung. Wir sind der Meinung das Thema Verpackung kommt beim Gin oft zu kurz wenn man bedenkt, dass hochwertige Whiskys fast immer im Tubus oder einer Umverpackung kommen. Pluspunkt für die Wuidsau aus Österreich. Der Gin wird übrigens nicht von dem Gründer-Trio selbst, sondern von einem Bruder gebrannt, der als Obstbrenner über das notwendige Equipment und Know-How verfügt. Sauguat gefallen hat uns die ausgewogene Mischung der Botanicals. Wacholder (aus Mazedonien) und Citrustöne stehen im Vordergrund, Zimt und Pfeffer sind eine angenehme Untermalung.

Sollen wir uns den Gin mal genauer ansehen? Wir hätten auf jeden Fall Bock drauf. Schreibt gerne in die Kommentare, von welchem Produkt in diesem Artikel ihr mehr lesen wollt.

High Fir Gin 089 Spirits

High Fir Gin & Likör

Am Stand der Brau & Brenn Werkstatt haben wir Mark, den Kopf der Werkstatt leider nicht persönlich kennen gelernt, dafür aber seine sympathischen Töchter die tatkräftig im Familienunternehmen unterstüzten. Mark hat in Weihenstephan studiert und dort sein Braumeisterdiplom gemacht. Nach einer Brauereikarriere in Bayern und Schwaben fand er im Brennen die Möglichkeit sich selbst zu verwirklichen anstatt immer nach Rezept der großen Brauereien zu brauen. Neben seinen eigenen Gins und Likören bietet er mit seiner Familie auch Brenn- und Brauseminare für Jederman an.

Auf der Messe haben wir zuerst den High Fir Gin probiert. Er transportiert ziemlich gut das Gefühl des Welzheimer Waldes, seiner Herkunft. Schon der Geruch erinnert daran nach einem ausgiebigen Regen im Wald zu stehen und die Aromen aufzusaugen. Und auch der Geschmack steht dem in nichts nach, auch die Geschmacksknospen sind im Wald angekommen. Der Gin schmeckt sehr waldig und nach Kräutern, erfrischend und etwas harzig zugleich.

Danach floß der Waldfeelikör ins Glas. Dieser Likör ist eine süffige Mischung aus Bier & Gin. Er kommt passend zur Jahreszeit sehr weihnachtlich daher und ähnelt etwas dem Geschmack von Glühbier.

BlackApple Cider 089 Spirits

#BlackApple Cider

Zwischendrin mal etwas Alkoholfreies? Naja, fast. Mit “nur” 4,5% ist der #BlackApple Cider eine willkommene Erfrischung an so einem Messetag. Ich hatte bereits vor der Messe Kontakt mit dem Hersteller und war sehr gespannt darauf wie sich der Cider am Markt positioniert. Geschmacklich reiht sich der Neuzugang in der Mitte ein. Er ist nicht so süß wie z.B. Somersby, aber auch weit weg von einem herben Strongbow. Dadurch könnte das Produkt eine breite Masse ansprechen, was die Strategie des Herstellers sicher unterstützt. #BlackApple soll eine andere Zielgruppe ansprechen und Cider wieder cool machen. Der Cider kann als Bieralternative mit einer Limettenspalte aus der schwarzen Flasche getrunken werden oder als Filler für Cocktails dienen, die auch auf der Messe ausgeschenkt wurden. Für mich war Cider schon immer cool, der #BlackApple hat mich aber schon zu ein paar Cocktailvarianten inspiriert, die ich ausprobieren möchte. Ziel erreicht würde ich sagen.

Brigantia Whisky 089 Spirits

Steinhauser Bodensee Hausbrennerei

Die Brennerei Steinhauser vom Bodensee brennt bereits seit einigen Jahren Whisky unter der Marke Brigantia. Für die Annäherung an diesen deutschen Whisky hat Florian den Brigantia Classic 3yo Whisky probiert, der zur Standardrange gehört. Ein toller Fakt ist, dass Steinhauser ihren Whisky nicht auf der klassischen Obstlerbrennblase der Hausbrennerei destilliert, sondern hierfür eine eigene Kupferbrennblase angeschafft wurde. Mit seinen 43 Vol-% ist er auf den ersten Blick sehr gefällig und verspricht viel Vorfreude für den Zweiten.

Aus der selben Destillerie kommt auch der See Gin. Mit 48% ein sehr intensiver Vertreter unter den deutschen Gins aber trotzdem pur gut trinkbar. Der See Gin kommt mit nur drei Botanicals aus: Wacholder, Melisse und Zitronengras sind untereinander sehr ausgewogen. Freundlicherweise haben wir von Steinhauser jeweils ein Sample von beiden Produkten bekommen, sodass wir sie bei Gelegenheit noch einmal ausführlicher verkosten dürfen.

Cosmic Spirits 089 Spirits

Cosmic Spirits

Cosmic Spirits aus München ist in unseren Messeberichten der 089 Spirits ein wiederkehrender Gast. Dieses Jahr standen einigen Änderung bei den Produkten von Sebastian Rauscher an. Den Absinth, Gin und die Brände aus dem Münchner Werksviertel erkannte man bisher an der einzigartigen, handgemalten Banderole, die es absofort beim Absinth und den Gins nicht mehr geben wird. Und auch die Bio-Zertifizierung fällt weg obwohl weiterhin Bio Botanicals verwendet werden. Um die Produktpalette im Gin-Bereich zu erweitern heißt der bisherige Gin nun Harry Blue und wird um den Navy Strength Gin 7 Sailsors sowie den japanisch inspirierten Sakura ergänzt.

Wir haben uns Sakura Gin auf der Messe vorgenommen, da der Nachschub der besonderen Botanicals aus Japan saisonal begrenzt und nicht gesichert ist. Namensgeber ist die japanische Kirschblüte, die zusammen mit den Blättern fermentiert und in Salz eingelegt wird. Dadurch entsteht der besondere Geschmack, der auch leicht an Zimt erinnert. Daneben sorgt ein besonderer Bergpfeffer für die Würzigkeit und die Yuzufrucht für den Zitrus-Einschlag. Wir freuen uns jedes Mal über solche Gelegenheiten auf Messen, den wie bei vielen Produkten von Sebastian gilt auch hier: “Wenn’s aus is, isses aus”. Zumindestens für dieses Jahr, mal sehen was nächstes Jahr bringt.

Journey Gin

Apropros aus. Florian hatte im Vorfeld der Messe bei einem Gewinnspiel eine Flasche des Journey Gin gewonnen und wir freuten uns bereits auf ein nettes Gespräch am Stand. Als wir allerdings gegen 17 Uhr dort nach unserem Rundgang ankamen stand nur dieses eindeutige Schild am Stand, aber weit und breit kein Journey Gin. Aufgrund von Lieferproblemen war Samstag Nachmittag bereits Feierabend für die Marke auf der Messe. Allerdings ist das “Problem” mit dem Gewinn mittlerweile behoben und Florian hat seinen Gewinn per Post erhalten.

Roshain Gin 089 Spirits

Roshain Gin

Der Roshain Gin, bzw. seine fassgelagerte Variante sorgte für viel Diskussionsstoff zwischen Basti vom Blog Ginvasion.de und mir. Er ist ein großer Liebhaber von fassgereiften Gins, ich wiederum habe mich am Anfang extrem schwer damit getan und habe mich durch ein paar wenige, positive Beispiele mittlerweile bekehren lassen. Der Roshain Barrel Aged Gin (im Bild die ungereifte Ausgangsbasis) gehört leider nicht dazu. Durch seine, vergleichsweise, lange Lagerung von 12 Monaten hat der Gin extrem viel vom Fass aufgenommen und schmeckt sehr holzig. Anderen Vertretern reichen 3,4 oder 6 Monate im Fass um dessen Aroma zu bekommen. Dadurch kamen Basti und ich darauf, dass Barrel Aged oder Cask Aged eigentlich die falsche Bezeichnung für Gins ist. Cask finished würde die kurze Lagerdauer viel besser beschreiben, so wie es auch beim Whisky üblich ist um dem Destillat nach der eigentlichen Reifezeit noch eine schicke Note aus einem besonderen Fass zu spendieren.

Wie ist eure Meinung zu dem Thema? Muss es von jeder Spirituose eine fassgelagerte Variante geben oder ist das nur Geldmacherei? Auf die Kommentare, fertig, los.

Bootsmann Gin 089 Spirits

Bootsmann Gin

Der Bootsmann Gin ist optisch eine Wucht mit der milchigen Flasche und der Illustration einer Künstlerin. Auch geschmacklich ist er gut. Gerade die Orange, etwas Anis und Zimt in Kombination schmeicheln der Zunge. Florian hatte jedoch wegen der Optik auch geschmacklich etwas Meer erwartet. Salzige Meeresluft und das Gefühl der rauen See bleiben beim Tasting aus. Kurzfazit: Ordentlicher und leckerer New Western Dry Gin, der durch das Branding allerdings eine Erwartungshaltung schürt, die das Produkt aus NRW nicht erfüllen kann.

Wasserfall Gin 089 Spirits

Wasserfall Gin

Bleiben wir beim Wasser. Genauer gesagt beim Quellwasser des Geroldsauer Wasserfalls in Baden-Baden, das für die Destillation des gleichnamigen Gins verwendet wird. Dieser Wasserfall Gin hat erstmal positiv überrascht. Selbst auf Zimmertemperatur schmeckt der Gin pur sehr erfrischend und hinterlässt ein kaltes Gefühl im Mundraum. Dazu passt die “kühle” Gestaltung der Flaschen, bei denen man dank 70 Stück pro Batch mal wieder mit gutem Gewissen von Small Batch sprechen kann. Mit Elderflower Tonic blieb der Gin in Erinnerung und hat definitiv Potenzial einen heißen Sommertag erträglich zu machen.

Tarquin's Gin 089 Spirits

Tarquin’s Cornish Dry Gin

Ein Pflichtbesuch auf der 089 Spirits ist jedes Mal der Stand von Lion Spirits, die dieses Jahr hauptsächlich die Produkte von Tarquin’s dabei hatten. Der klassischen London Dry Gin von der Küste Cornwalls in den hohen, milchigen Flaschen mit Wachskappe ist den Meisten sicherlich bekannt. Viel interessanter finde ich die größere werdende Auswahl an fruchtigen Sondereditionen. Dabei geht Tarquin’s nicht den Weg Ginliköre auf Basis des London Dry herzustellen, sondern bringt Fruchtgins auf den Markt. Dieses Mal probierte ich Strawberry & Lime sowie Rhubarb & Raspberry. Wie schon der British Blackberry trafen auch diese beiden Gins pur nicht meinen Geschmack. Ich sehe sie aber definitiv als gute Basis für fruchtige Gin Cocktails und habe gleich im Gespräch Ideen ausgetauscht.

Außerdem wurden am Stand diverse Cocktails angeboten, darunter auch Negroni. Achja, Negroni, meine Hassliebe. Entweder man hasst ihn, oder man liebt ihn. Nur ich bin mir noch nicht ganz sicher. Mit Moot Wermut und Sirene Bitter und dem Tarquin’s Dry Gin unterscheidet sich der Cocktail deutlich von der klassischen Campari-Variante. Ein gutes Beispiel dafür, was unterschiedliche Zutaten für Einflüsse haben.

Lunativ Gin 089 Spirits

Lunatic Gin

Am Stand der Spirituosenschmiede aus Heppenheim lernte Florian den Brand Ambassador Sebastian kennen, der ihm den Lunatic Gin vorstellte.

Der Gin prasselt mit vielschichtigen Aromen auf den Gaumen ein – man merkt, dass der Lunatic Gin sich absichtlich nicht auf eine Richtung einstellen möchte. Als Gin Tonic entfaltete er dann einzelne Stilrichtungen, je nachdem welches Tonic Water verwendet wird. Probiert wurde er mit Thomas Henry Tonic Water, Goldberg Yuzu Tonic und Goldberg Hibiskus Tonic. Letzteres ist ein super Tip als Gin & Tonic Kombination für die Frauenwelt, sagt Florian. Pur wie gemischt hat der Gin ihm gefallen. Hier merkt man allerdings, wie wichtig es ist sich auf Messen wie der 089 Spirits 2019 keine vorschnelle Meinung zu bilden, sondern das Produkt bei ernsthaftem Interesse noch einmal in Ruhe zu verkosten. Gutes Tasting braucht eben Zeit und wie wir schon öfter festgestellt haben hängt das Erlebnis auch von der eigenen Tagesform und sonstigen Einflüssen ab.

Aus dem selben Grund konnten wir uns auf der Messe auch keine Meinung über den Whobertus Gin (Bild weiter unten) bilden. Bei diesem Gin hatten wir lustigerweise beide eine ähnliche Einschätzung. Außer einer medizinischen Note im Nosing ist vom Tasting nicht viel hängen geblieben und auch mit Tonic ging der Gin total unter. Vielleicht ergibt sich ja bei anderer Gelegenheit den Whobertus Gin noch mal unter anderen Bedingungen zu probieren.

089 Spirits

Freiheit 1848 Whisky

Ebenfalls am Stand der Spirituosenschmiede probierte Florian den Freiheit 1848 Single Malt Whisky. Der Whisky wurde nach 3 Jahren Lagerung in Eichenfässern aus dem Spessart mit 43 Vol-% abgefüllt. Gerade also mal die gesetzlich vorgeschriebene Lagerzeit, um sich Whisky nennen zu dürfen. Florian war etwas zwiegespalten. Einerseits wirkte der Whisky sehr trocken und kräftig, ohne zu sehr Alkohol zu zeigen. Dennoch merkte man ihm das junge Alter sehr an, hier fehlte eine Komplexität. Auch wenn der Abgang sehr lange anhält, reichen die hauptsächlich nussigen Holzaromen einfach nicht. Als Sebastian von der Spirituosenschmiede ihm allerdings die Fassstärke des Freiheit 1848 einschenkte, war Florians Reaktion eine völlig andere. Der gleiche Whisky wirkte nun wesentlich intensiver und voller. Und das Alter war nun auch nicht mehr so einfach wahrnehmbar. Wir sind gespannt, was die nächsten Jahre noch aus der Spirituosenschmiede kommen könnte.

MuniG Premium Gin 089 Spirits

MuniG | Munich Premium Gin

Schon seit Monaten wird der MuniG Premium Gin auf Social Media angekündigt. Da musste ein Besuch mitsamt Verkostung auf der 089 Spirits 2019 natürlich fix eingeplant werden. Am Stand trafen wir direkt auf Jochen und Thomas, die zwei sympathischen Köpfe hinter dem Gin. Aber Moment mal. Zwei Stuttgarter Jungs, die in München gestrandet sind und einen Premium Gin machen wollen, der alles beinhaltet was München ausmacht? Was für eine Schnapsidee. 😉

Aber die Gin & Tonics waren genauso super wie die Gespräche, der Stand war ständig voll und die Weichen für einen erfolgreichen Marktstart sind gesetzt. Wenn auch ihr wissen wollt, was den x-ten Gin aus der nördlichsten Stadt Italiens so besonders macht, dann klickt euch in unser Review vom MuniG Munich Premium Gin.

Fazit zur 089 Spirits 2019

Mein Fazit zur 089 Spirits 2019 fällt, wie soll es anders sein, mal wieder positiv aus. Denn wenn ich die Befürchtung hätte einen schlechten Nachmittag zu verbingen, würde ich gar nicht erst hingehen. Die oben angesprochenen negativen Punkte sind zwar gerechtfertigt, tun der Veranstaltung im gesamten aber keinen Abbruch. Nur die Trinkwasserversorgung für zwischendurch sollte unbedingt angegangen werden. Andere Messen gehen hier mit positivem Beispiel voran, was von den Besuchern auch geschätzt und angenommen wird.

Mein persönliches Highlight unter den Neuentdeckungen war der MuniG Gin. Auf Messen tragen für mich die Leute hinter dem Stand mindestens so viel zum Ergebnis bei wie das Produkt selber. Und das ist in diesem Fall so gut gelungen, dass wir gegen Ende der Veranstaltung hier “versackt” sind.

Und nicht nur das Bedürfnis nach fachlichen und nicht-so-fachlichen Plaudereien mit den Herstellern direkt, sondern auch den Austausch mit Gleichgesinnten hat die Veranstaltung wieder super gefördert. Egal ob es wie bei uns der gemeinsame Messerundgang mit Blogger-Kollegen, eine Verabredung mit Freunden oder die spontane Unterhaltung mit anderen Messebesuchern ist. Mein Apell und Wort zum Sonntag: Nutzt solche Veranstaltungen, geht hin und habt eine tollte Zeit damit wir noch lange Zeit etwas davon haben.

Das war unsere 089 Spirits 2019. Durch Zufall ist der Besuch, auch durch unsere Begleitungen Ginday und Ginvasion, wieder mal sehr Gin-lastig geworden. Dafür steht in ein paar Tagen mit dem Munich Whisky Market schon wieder die nächste Whisky Veranstaltung ins Haus. Du kannst trotzdem nicht genug bekommen?

Hier geht es zu allen Messeberichten.

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