2. Münchener Gin-Stammtisch im Couch Club

2. Münchener Gin-Stammtisch im Couch Club

Alle guten Dinge sind? Ja, drei. Aber vor der dritten kommt erst noch die zweite Auflage des Gin-Stammtischs. Seit dem ersten Münchener Gin-Stammtisch im Couch-Club, der aus einer Initiative von ortsansässigen Gin-Freunden  in einer Facebook Community entstanden ist, sind mittlerweile fast 4 Monate vergangen. Da ich bei dem Termin im April nicht konnte und Florian ebenso für eine Neuauflage war, haben wir die Organisation kurzerhand selber in die Hand genommen und unser erstes eigenes Event im Namen des Blogs gestartet. Ein Termin war schnell gefunden, eine Facebook-Veranstaltung erstellt und die Reservierung ebenfalls kein Problem. Über die große Gin-Community, die Auslöser für den ersten Abend war, fanden sich neben neuen schnell auch einige bekannte Gesichter auf der Gästeliste. Und ehe wir uns versahen war der Tag des Stammtischs gekommen.

Wir hatten uns wieder für den Couch Club mit seiner Auswahl von ca. 160 verschiedenen Gins entschieden. Aufgrund der heißen sommerlichen Temperaturen hatte Alexander Schwarz für uns einige Tische vor der Bar im Freien reserviert, womit sich auch die vorangegangene Frage erübrigte ob man bei diesem Wetter auch in kurzen Hosen in einer Bar willkommen ist. Grüße an dieser Stelle an Karl. Insgesamt waren wir mit Alex an diesem milden Donnerstagabend zu zwölft. Um den Stammtisch zu eröffnen bot er uns den Hendrick’s Orbium an. Der Orbium spaltet zur Zeit die Gemüter in der Online-Community und deshalb war jeder im wahrsten Sinne „heiß“ drauf. Unsere Meinung dazu und zu allen anderen probierten Gins lest ihr unten. Darauf folgte ein weiterer Neuzugang in Alex‘ Bar, der Gin Crespo aus Ecuador. Für mich besonders interessant, da ich einen Bezug zu Südamerika, besonders Ecuador und Peru habe und mir bisher kein Gin aus Ecuador bekannt war. Im Anschluss hatte Florian noch einen kolombianischen Aged Gin aus dem Rum Fass. Die weitere Gin-Auswahl erfolgte individuell, wobei die große Auswahl im Couch Club ja für jeden etwas bietet. Alexander leistete uns den ganzen Abend Gesellschaft und stand mit Rat und Tat zur Seite.

Gin Thomas Henry Three CentsFever Tree Flammkuchen

Bei uns beiden kamen folgende Gins ins Glas:

Gin Crespo (Ecuador)

Der „neue“ Gin aus Ecuador war in der Nase sehr zitruslastig, im Geschmack kam dann der Wacholder gut hervor. Insgesamt sowohl mit dem griechischen Three Cents Tonic Water, als auch Thomas Henry Indian Tonic ein leckerer Gin & Tonic für den noch jungen Abend.

Gin Crespo

Death’s Door (USA)

Der Death’s Door beginnt mit einem sehr starkem Nosing, das unerfahrene Gin-Trinker oder sanftere Gemüter eher umhauen würde. Im Geschmack ist er dann um einiges milder, punktet aber mit seiner ausgeprägten Pfeffernote und einem schönen Abgang. Wer es stark mag wird daran Freude haben.

Dictador Colombian Aged Black Gin „Treasure“ (Kolumbien)

Im Geschmack sind erfrischende Zitrusfrüchte, scharfer Ingwer und würziges Holz wahrnehmbar. Die Süße der Mandarine und ein Hauch Vanille stechen hervor. Etwas oliviger Abgang (woher auch immer).

Florians Meinung: Man merkt den Einfluss des Rumfasses, welches zur Lagerung des Gins verwendet wurde, stark. Generell sollte man fassgelagerte Gins nicht mit Tonic Water „verdünnen“ oder „überdecken“, da sie einfach durch den Fasseinfluss bereits sehr aromatisch und komplex sind. Komplexer als andere Gins. Obwohl ich Fan fassgelagerter Whiskys bin und mit dem Burroughs Reserve auch ein interessanter fassgelagerter Gin von Beefeater existiert, bin ich nun wieder an dem Punkt, an dem ich mich frage, ob die Welt wirklich fassgelagerte Gins braucht oder ob man hier nur auf den Whisky-Zug aufspringen möchte.

Skin Gin (Deutschland)

Der Gin wird dominiert durch eine extrem ausgesprägte Minz-Note, sowohl in der Nase, als auch im Geschmack. Beschrieben wurde er mir vorher als Kaugummi-Gin, was ich teilweise bestätigen Kann. Er ist definitiv nicht für jeden, da er doch sehr speziell ist. Als Gin Tonic jedoch in meinen Augen sehr lecker. Und ein Mojito mit diesem Gin statt Rum wäre bestimmt auch mal interessant.

Stammtisch Skin Gin

William Chase Elegant Crisp (Großbritannien)

Elegant im Geschmack. Vor allem Apfel- und Holunderaromen sind vorhanden. Dazu kommt eine intensive Wacholdernote. In Florians Augen (bzw. Gaumen) eine schöne Ausgewogenheit zwischen Navy Strength und intensiver Fruchtigkeit. Ein Gin für Genießer, die fruchtige Gins mögen, aber die Wacholdernote als Grundlage des Gins nicht missen möchten.

7D Essential (Spanien)

Nach dem Skin Gin wollte ich der Linie treu bleiben. Alex empfahl mir daraufhin den 7D Essential und auch mein Tischnachbar an diesem Abend ist großer Fan davon und riet mir dazu. Der Spanier ist ebenfalls minzig, jedoch sind die Aromen nicht so ausgeprägt wie im Skin Gin. Dadurch ist er auch eher für die breiter Masse geeignet. Im direkten Vergleich kann man ihn als die „Alltagsvariante“ vom Skin Gin beschreiben. Am Ende ist es aber wie immer Geschmackssache, wie intensiv der Minzgeschmack sein darf.

Hendrick’s Orbium

Der Orbium ist der aktueller Hype in der Online-Community. Das liegt unter anderem daran, dass er in Deutschland noch nicht flächendeckend erhältlich ist und ursprünglich nur für die Gastro gedacht. Das lockt natürlich gleich die Sammler und Jäger an, die auch den vergleichsweise hohen Preis nicht scheuen. Wir waren natürlich gespannt auf die Gelegenheit ihn mal probieren zu dürfen, am Ende jedoch mehr enttäuscht als begeistert. Zu den bekannten Botanicals aus dem Hendrick’s kommen in den Orbium zusätzlich Chinin, Wermutkraut und Lotusblüte. Geschmacklich fällt das durch eine eher herbe Note auf, verstärkt durch die Bitterkeit des Chinins.Insgesamt jedoch ein leichtes durcheinander der Aromen, bei dem keine klare Linie zu erkennen ist.

Unser Fazit: Ein gut gemachter Gin, der für Gesprächsstoff sorgt. Aus unserer Sicht den Preis von ca. 50€ aber nicht wert. Damit waren wir in der Stammtisch-Runde zwar nicht alleine, aber auch die Gegenseite war vertreten. Der Orbium hat sicherlich schon seine Fans gefunden.

Hendrick's Orbium Gin

Wie gehts weiter mit dem Stammtisch?

Wie bereits erwähnt war der Stammtisch unser erstes eigenes, kleines Event im Namen des Blogs. Und es wird sicherlich nicht das letzte gewesen sein. Gemeinsam entstand am Ende des Abends die Idee den Stammtisch als regelmäßiges Event vierteljährlich zu wiederholen. Vielleicht dann sogar unter dem Motto der jeweiligen Jahreszeit? Mal sehen wie es weiter geht.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer, die am Donnerstag die Zeit gefunden haben mit uns einen schönen Abend zu verbringen. Es war eine sehr gesellige Runde mit netten Gesprächen. Ein besonderen Dank an dieser Stelle an Alexander Schwarz und seinen Mitarbeitern im Couch Club für die Location, die Beratung und den super Service.

Thomas Henry

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