Aberlour 21 Jahre Hogshead Cask Strength (whic)

Aberlour 21 Jahre Hogshead Cask Strength (whic)

Der Aberlour 21 Jahre Hoghshead Cask Strength aus der Reihe whic Architecture of Taste wird vom unabhängigen Abfüller mit dem Satz „der perfekte Sommer-Dram für lange Abende“ beworben. Die Temperaturen für lange Sommerabende sind gerade sehr wechselhaft. Was erwartet uns bei dem Aberlour 21 Jahre Hogshead Cask Strength von Whic.de? Ist er genauso wechselhaft wie das Wetter?

Anders als beim Ben Nevis, den der Münchner Onlineshop und unabhängige Abfüller Whic.de zuletzt in Eigenregie veröffentlicht hatte (hier findet ihr unser Tastingreview), umfasst diese Abfüllung des Aberlour 21 Jahre Hoghsead Cask Strength in der Reihe whic Architecture of Taste nur 122 Flaschen. Was allerdings noch anders ist, ist der Umstand, dass man diesen Whisky nach einigen Wochen noch käuflich erwerben kann. Der Ben Nevis war trotz der Tatsache, dass es davon über 400 Flaschen gab, innerhalb weniger Stunden/Tage ausverkauft. Anders als bei diesem Aberlour handelte es sich bei dem Ben Nevis allerdings um eine vielerorts stark erwartete Abfüllung mit interessantem Herkunfsort und 22 jähriger Lagerung in einem Sherry-Fass. Doch macht das den 21 jährigen Aberlour weniger interessant? Mitnichten.

Doch lasst uns erst einmal ein paar Minuten mit der Herkunft des flüssigen Goldes beschäftigen. Die Brennerei Aberlour liegt in der Region Speyside von Schottland am Fluss Spey. Charakteristisch für Aberlour sind sherryfassgelagerte Whiskys wie z.B. der bei vielen Whiskyfans beliebte a’bunadh, von dem bereits viele einzelne Batches abgefüllt wurden. Für manche Abfüllungen (u.a. die Standard Malts) werden allerdings auch Bourbonfässer zur Lagerung genutzt. Dies trifft auch auf den 21 jährigen Aberlour zu, dem wir uns in diesem Review widmen.

21 Jahre durfte der Aberlour Single Malt Whisky in einem einzigen Bourbon Hogshead lagern. Bei Bourbon Hogshead Fässern handelt es sich um mit gebrauchten Fassdauben erweiterte normale benutzte American Standard Barrels, sodass sie nicht mehr 200, sondern 250 Liter fassen. Es handelt sich dabei um eine der gängigsten Fass-Arten für die Lagerung von schottischen und irischen Whiskys/Whiskeys. Abgefüllt wurde der Whisky dann in Fassstärke, nämlich 59,8 Vol.-%. So soll die Intensität der Aromen und die Natürlichkeit des Whiskys erhalten bleiben.

Aberlour 21
Sample des Aberlour 21 Jahre Hogshead Cask Strength

Das Tasting des Aberlour 21 Jahre Hogshead Cask Strength

Vergleichbar dürfte der Farbton dieses Aberlours am Ehesten mit hellem Bienenhonig sein. Helles, natürliches Gelb. Da kann man dann sogar mit bloßem Auge erkennen, dass bei diesem Whisky nicht nachgefärbt wurde. Von „Keine Färbung“ spricht auch das Etikett. Für mich wäre eine Färbung zwar kein generelles No-Go, allerdings wird damit heutzutage immer öfter über das wahre Alter eines Whiskys hinweggetäuscht und dadurch auch die echte reine Farbe des jeweiligen Tropfens verschwiegen.

Die Nase ist voll von fruchtiger Süße und leichter Säure von reifen Äpfeln. Die lange Lagerung in einem 250l Bourbon Hogshead ist auch durch das Vorhandensein von Eiche in der Nase erkennbar. Als Aromen werden vor allem süße reife Ananas und exotische Töne wahrnehmbar. Ich erkenne weiße Weintrauben und Papaya, gerade Letztere dürfte in Kombination mit der Ananas für den exotischen Duft sorgen. Klare Vanille- und Honigaromen binden die fruchtige Süße und sorgen für ein stimmungsvolles, süßes Nosingbild.

Kennt ihr diese intensive Süße, wenn ihr einen (exotischer) Obstsalat schnippelt und mit frischem Fruchtsaft und Vanille eine Soße anrührt? Wenn nicht, dann macht das doch mal. Kann man auch mit Rum oder Gin „verbessern“. Und wenn ihr das kennt, dann werdet ihr wissen, was ich gerade beim ersten Schluck geschmeckt habe. Was eine Fruchtbombe! Auf der Zunge macht sich eine vollmundige Süße breit. Eine Mischung aus Honigsüße, Vanille und viel Frucht. Weiße Weintrauben, Äpfel, Birnen, Mirabellen und Papaya. Zusätzlichen Charakter verleihen dem Whisky die Würze des Eichenholzes, etwas schwarzer Pfeffer und die Schärfe von frischem Ingwer. Entfernt sind ein paar Tabaknoten wahrnehmbar, was für Nichtraucher allerdings auch geschmacklich kein Problem darstellen sollte.

Lang klingt der Aberlour 21 Jahre Hogshead Cask Strength von Whic.de nach: angenehm mild süßlich und mit der charakteristischen Würze des Eichenfasses.

 

Tastingnotes

Optik: Heller Bienenhonig.

Geruch: Fruchtige Süße und leichte Säure von Äpfeln, Birnen und Ananas. Weiße Weintrauben und Papaya. Vanille- und Honigaromen.

Geschmack: (Exotischer) Obstsalat, Äpfel, Birnen, weiße Weintrauben, Papaya und Mirabellen. Eichenwürze, schwarzer Pfeffer und Ingwer. Leichte Tabaknoten.

Abgang: Langer Nachklang. Angenehme milde Süße gepaart mit würzigem Eichenfass.

 

Fazit: Immer wieder passiert es mir: intensive Erlebnisse beim Genuss verschiedenster Single Malt Whiskys. Mal eher ernüchternde negative Wahrnehmungen, andere dann wieder sehr positiv. So auch meine Erfahrung mit der unabhängigen Abfüllung des Aberlour 21 Jahre Hogshead Cask Strength von Whic.de. Man konnte mit dieser einzelnen Abfüllung von 122 Flaschen abseits der beliebten sherrylastigen Stöffchen der Brennerei einen mit zu erwartender Würze des Eichenfasses gepaarten exotischen Obstsalat ins Glas bringen. Dem Single Malt tut es sehr gut, in Fassstärke abgefüllt worden zu sein. Was allerdings noch für seine intensive Fruchtigkeit spricht, ist folgendes Erlebnis: er hat auf dem Balkon Fruchtfliegen angezogen. Aber ich habe nicht gerne geteilt, wie ihr euch sicher denken könnt!

Den Aberlour, weitere eigene Abfüllungen, interessante Single Casks und normale Flaschen findet ihr bei whic.de.

 

Bedanken möchte ich mich bei Leonie von whic für die Zusendung des Samples und für die Verwendung des Fotos als Titelbild (Copyright: whic.de).

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