Amazing Whiskies | Whic

AMAZING WHISKIES by WHIC

Mit “Whisky mit mehr Spannung? Mehr Action? Mehr Knall!?” bewirbt WHIC.de seine neue Abfüllungsserie AMAZING WHISKIES. Diese auf 30 verschiedene Abfüllungen ausgelegte Serie widmet sich “nicht-rauchigen” Whiskys, die den Genießer in “Erstaunen” versetzen sollen. Ob diese große mit Superlativen gewürzte Ankündigung ihre Versprechen halten kann, liest du in diesem Artikel. Er wird regelmäßig um die Tastingnotes der neuesten Abfüllung erweitert und lüftet die Geheimnisse um die Amazing Whiskies.

Über die Serie AMAZING WHISKIES

Entdecken Sie die neuen, grandiosen, fabelhaften, unglaublichen Amazing Whiskies!. Mit diesem Slogan startet eine neue Abfüllungsreihe bei Onlinehändler und unabhängigem Abfüller Whic.de. Ein Superlativ, welches die Erwartungen bei mir sehr weit in die Höhe schraubt. Dass man allerdings mit einem guten Marketing den Verkauf einer Abfüllung enorm ankurbeln kann, haben sie bereits in der Vergangenheit mit der The War of the Peat Reihe eindeutig bewiesen. Ob das Marketing hält, was es verspricht, liest du in den Tastingnotes.

Die Superlativen in den Akündigungen allein machen aber nicht die neue Abfüllungsreihe aus. Die Etiketten werden mit Zeichnungen aus der Phantastik versehen und das Logo erinnert mich stark an Superheldencomics. Bei der Flasche ist zudem ein kleines Comicheften dabei, in dem ein paar Informationen zur jeweiligen Abfüllung stecken. Optisch also schon mal ein extremer Hingucker, ob man daran Gefallen findet steht auf einem anderen Blatt Papier. Sicherlich ungewöhnlich, aber ich konzentriere mich lieber auf das, was in den Flaschen steckt.

Teil 1 von 30: Glenrothes 22 Jahre

Als Einstieg wurde Anfang Juni 2020 ein Whisky der Brennerei Glenrothes veröffentlicht, der 22 Jahre in einem Sherry Butt lagern durfte. Innerhalb von zwei Stunden war er am Marktstart ausverkauft. Von den Eckdaten klingt dieser Whisky schon mal sehr gut: 22 Jahre in einem Sherry Butt, 58,8 Vol-% Fassstärke und die Brennerei Glenrothes. Heiß diskutiert wurde allerdings der Preis dieser Abfüllung, denn er lag bei 150 €. Es gab viele Diskussionsteilnehmer, die nicht mehr bereit waren, diesen Preisanstieg mitzugehen. Ob ich eine Flasche für diesen Preis kaufen würde, entscheide ich oft beim vorherigen Probieren. Die Frage stellt sich so aber eigentlich nicht mehr, da die 270 Flaschen innerhalb weniger Stunden ausverkauft waren. Bevor ich probiere, hier noch einmal die Fakten:

Amazing Whiskies Glenrothes Whic

Faktencheck

  • Glenrothes
  • 22 Jahre
  • Sherry Butt
  • 58,8 % Vol. (=Fassstärke)
  • 270 Flaschen aus Single Cask Abfüllung (ausverkauft)
  • kein Farbstoff, keine Kühlfiltrierung
  • Preis: 149 € (0,7 Liter)

Tastingnotes

In einem schönen Mahagonibraun leuchtet der Glenrothes in meinem Nosing-Glas. Hier sieht man schon einmal, dass die Lagerung in einem Sherryfass deutliche Spuren hinterlassen hat, denn der Whisky ist nicht gefärbt.

Auch in der Nase ist da viel von der Fasslagerung zu erkennen. Er wirkt alt, ledrig und hat deutliche Sherryaromen. Und zwar so intensiv, dass ich sie schon rieche, bevor ich auch nur ansatzweise mit der Nase am Glas angelangt bin. Viel Süße von gelbem Dörrobst, Rosinen und Malz. Dazwischen feuchtes Holz und Kaiserkirschen. Etwas Marzipan und ein paar Kaffeebohnen lassen sich auch erahnen. Wenn ich länger daran rieche, bemerke ich auch eine Alkoholnote, die auf die Fassstärke hinweist und die Aromen transportiert. Wir bewegen uns hier schließlich schon bei fast 60 Vol-%.

Alt, schwer und mit viel Intensität und einem ordentlichen Kribbeln an der Zunge tritt der Glenrothes der Amazing Whiskies an. Eine Mischung aus sehr dunkel gerösteten Kaffeebohnen, schwarzem Pfeffer und braunem Zucker bildet die intensive Grundlage, auf der sich dann süßlich fruchtige Noten von kandiertem Dörrobst und Kaiserkirschen ausbreiten. Dazischen macht sich das Leder wieder mit ordentlich Tabaknoten und nassem Holz bemerkbar. Alles in allem ein eher trockenes Mundgefühl.

Der Abgang wird von nassem Holz und Leder dominiert – mit etwas braunem Zucker bleibt ein wärmendes langes Gefühl zurück. Bei Hinzugabe einiger Tropfen Wasser fördert nussige Noten im Glenrothes zu Tage, die sich passend in das komplexe Aromenspiel eines nicht durch Sherry erschlagenen Whisky einbinden.

Teil 2 von 30: Inchgower 21 Jahre

Direkt nach dem Erstling geht es mit einem angeblich besonderen Fund von der Speyside-Küste weiter. Dabei handelt es sich um einen Fass-Anteil eines 21 Jahre alten Whisky der Brennerei Inchgower. Bei dieser Speyside-Brennerei, die direkt am Fluss Spey liegt, wandert der Großteil der Produktion in Blendet Malts. Das erklärt auch die wenigen offiziellen Abfüllungen – dafür greifen aber die unabhängigen Abfüller immer wieder zu und werfen Single Cask Abfüllungen auf den Markt. So auch dieser Single Malt von Inchgower, der zudem ein Sherry Cask Finish erhielt und bei Fassstärke abgefüllt wurde. Das sind die Fakten dieser Speyside Abfüllung:

Amazing Whiskies Inchgower 21 Jahre Whic

Faktencheck

  • Inchgower
  • 21 Jahre
  • Sherry Cask Finish
  • 59,3 % Vol. (=Fassstärke)
  • 186 Flaschen aus Single Cask Abfüllung (ausverkauft)
  • kein Farbstoff, keine Kühlfiltrierung
  • Preis: 94,90 € (0,7 Liter)

Tastingnotes

Sattes Gelbgold fliest in mein Nosingglas, welches sich deutlich mit Aromen von getrocknetem Apfel und Mirabelle füllt. Der intensive süßliche Ton erinnert mich zudem an frische Quitte oder Holunder. Bevor die cremige Süße von Butterscotch die Aromen in völlige Süße ertränkt, erhasche ich noch die Noten frischer fruchtig-säuerlicher Ananas und spritziger Limette. Ein klein wenig erinnert mich das sogar an englische Limettenmarmelade. Je länger der Whisky im Glas liegt, desto eher bemerke ich papierige und ledrige Töne, sie überdecken die fruchtigen Aromen jedoch keinesfalls.

Weicher citruslastiger Antritt im Mund, dann deutliche Milchschokolade. Direkt gefolgt von ordentlich frischem schwarzem Pfeffer. Das ist der erste Eindruck, dann folgen ihm fruchtige aber nicht wirklich süße Noten. Erinnert mich entfernt an das Aroma saurer Apfelringe. Ein leichter maritimer Unterton schleicht sich ein. Etwas Ananas und Vanille. Bittere Töne wie die von Orangenschalen. Gut präsent ist salzige Lakritze, zu der ein leichter cremig süßer Gegenpart wahrzunehmen ist.

Ausgewogener und warmer Abgang mit etwas spritziger Limette und Ananas. Das Gefühl im Mund ist relativ trocken und erinnert entfernt an Papier und Tabak. Schöne intensive Aromen – die nicht unbedingt an die Blumigkeit der Speyside erinnern – und ein tolles Preis-Leistungsverhältnis. Wären die deutlich pfeffrigen Noten nicht gewesen, hätte ich mir von diesem Whisky auf alle Fälle eine Flasche gesichert. Denn dieser 21 Jahre alte Inchgower hat mir persönlich sonst sehr gut gefallen.

Wie geht es mit den Amazing Whiskies weiter?

Whiskys sind nicht gern alleine – deshalb erscheint bald die nächste Abfüllung der Amazing Whiskies. Zudem dürfte mittlerweile bekannt sein, dass Whic.de eine relativ hohe Taktzahl bei Veröffentlichungen hat. Wie die Spatzen so von den Dächern zwitschern, soll es bereits am 03.07.2020 soweit sein. Ich bleibe für euch dran und werde diesen Beitrag um meine Tastingnotes der weiteren Abfüllungen ergänzen. Mein Dank geht an den unabhängigen Abfüller Whic.de, die mir Samples der Whiskys für einen unabhängigen Beitrag zur Verfügung stellen.

Wenn du auch wissen möchtest, wann die nächste Abfüllung der Amazing Whiskies erscheint, hilft dir vielleicht ein Abonnement des Whic.de Newsletter

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