AMAZING WHISKIES by WHIC

AMAZING WHISKIES by WHIC

Mit “Whisky mit mehr Spannung? Mehr Action? Mehr Knall!?” bewirbt WHIC.de seine neue Abfüllungsserie AMAZING WHISKIES. Diese auf 30 verschiedene Abfüllungen ausgelegte Serie widmet sich “nicht-rauchigen” Whiskys, die den Genießer in “Erstaunen” versetzen sollen. Ob diese große mit Superlativen gewürzte Ankündigung ihre Versprechen halten kann, liest du in diesem Artikel. Er wird regelmäßig um die Tastingnotes der neuesten Abfüllung erweitert und lüftet die Geheimnisse um die Amazing Whiskies.

(Zuletzt aktualisiert am 06.12.2020)

Über die Serie AMAZING WHISKIES

Entdecken Sie die neuen, grandiosen, fabelhaften, unglaublichen Amazing Whiskies!. Mit diesem Slogan startet eine neue Abfüllungsreihe bei Onlinehändler und unabhängigem Abfüller Whic.de. Ein Superlativ, welches die Erwartungen bei mir sehr weit in die Höhe schraubt. Dass man allerdings mit einem guten Marketing den Verkauf einer Abfüllung enorm ankurbeln kann, haben sie bereits in der Vergangenheit mit der The War of the Peat Reihe eindeutig bewiesen. Ob das Marketing hält, was es verspricht, liest du in den Tastingnotes.

Die Superlativen in den Akündigungen allein machen aber nicht die neue Abfüllungsreihe aus. Die Etiketten werden mit Zeichnungen aus der Phantastik versehen und das Logo erinnert mich stark an Superheldencomics. Bei der Flasche ist zudem ein kleines Comicheften dabei, in dem ein paar Informationen zur jeweiligen Abfüllung stecken. Optisch also schon mal ein extremer Hingucker, ob man daran Gefallen findet steht auf einem anderen Blatt Papier. Sicherlich ungewöhnlich, aber ich konzentriere mich lieber auf das, was in den Flaschen steckt.

Teil 1 von 30: Glenrothes 22 Jahre

Als Einstieg wurde Anfang Juni 2020 ein Whisky der Brennerei Glenrothes veröffentlicht, der 22 Jahre in einem Sherry Butt lagern durfte. Innerhalb von zwei Stunden war er am Marktstart ausverkauft. Von den Eckdaten klingt dieser Whisky schon mal sehr gut: 22 Jahre in einem Sherry Butt, 58,8 Vol-% Fassstärke und die Brennerei Glenrothes. Heiß diskutiert wurde allerdings der Preis dieser Abfüllung, denn er lag bei 150 €. Es gab viele Diskussionsteilnehmer, die nicht mehr bereit waren, diesen Preisanstieg mitzugehen. Ob ich eine Flasche für diesen Preis kaufen würde, entscheide ich oft beim vorherigen Probieren. Die Frage stellt sich so aber eigentlich nicht mehr, da die 270 Flaschen innerhalb weniger Stunden ausverkauft waren. Bevor ich probiere, hier noch einmal die Fakten:

Glenrothes 22 Jahre Whic,Episode 1

Faktencheck

  • Glenrothes
  • 22 Jahre
  • Sherry Butt
  • 58,8 % Vol. (=Fassstärke)
  • 270 Flaschen aus Single Cask Abfüllung (ausverkauft)
  • kein Farbstoff, keine Kühlfiltrierung
  • Preis: 149 € (0,7 Liter)

Tastingnotes

In einem schönen Mahagonibraun leuchtet der Glenrothes in meinem Nosing-Glas. Hier sieht man schon einmal, dass die Lagerung in einem Sherryfass deutliche Spuren hinterlassen hat, denn der Whisky ist nicht gefärbt.

Auch in der Nase ist da viel von der Fasslagerung zu erkennen. Er wirkt alt, ledrig und hat deutliche Sherryaromen. Und zwar so intensiv, dass ich sie schon rieche, bevor ich auch nur ansatzweise mit der Nase am Glas angelangt bin. Viel Süße von gelbem Dörrobst, Rosinen und Malz. Dazwischen feuchtes Holz und Kaiserkirschen. Etwas Marzipan und ein paar Kaffeebohnen lassen sich auch erahnen. Wenn ich länger daran rieche, bemerke ich auch eine Alkoholnote, die auf die Fassstärke hinweist und die Aromen transportiert. Wir bewegen uns hier schließlich schon bei fast 60 Vol-%.

Alt, schwer und mit viel Intensität und einem ordentlichen Kribbeln an der Zunge tritt der Glenrothes der Amazing Whiskies an. Eine Mischung aus sehr dunkel gerösteten Kaffeebohnen, schwarzem Pfeffer und braunem Zucker bildet die intensive Grundlage, auf der sich dann süßlich fruchtige Noten von kandiertem Dörrobst und Kaiserkirschen ausbreiten. Dazischen macht sich das Leder wieder mit ordentlich Tabaknoten und nassem Holz bemerkbar. Alles in allem ein eher trockenes Mundgefühl.

Der Abgang wird von nassem Holz und Leder dominiert – mit etwas braunem Zucker bleibt ein wärmendes langes Gefühl zurück. Bei Hinzugabe einiger Tropfen Wasser fördert nussige Noten im Glenrothes zu Tage, die sich passend in das komplexe Aromenspiel eines nicht durch Sherry erschlagenen Whisky einbinden.

Teil 2 von 30: Inchgower 21 Jahre

Direkt nach dem Erstling geht es mit einem angeblich besonderen Fund von der Speyside-Küste weiter. Dabei handelt es sich um einen Fass-Anteil eines 21 Jahre alten Whisky der Brennerei Inchgower. Bei dieser Speyside-Brennerei, die direkt am Fluss Spey liegt, wandert der Großteil der Produktion in Blendet Malts. Das erklärt auch die wenigen offiziellen Abfüllungen – dafür greifen aber die unabhängigen Abfüller immer wieder zu und werfen Single Cask Abfüllungen auf den Markt. So auch dieser Single Malt von Inchgower, der zudem ein Sherry Cask Finish erhielt und bei Fassstärke abgefüllt wurde. Das sind die Fakten dieser Speyside Abfüllung:

Inchgower 21 Jahre Whic, Episode 2

Faktencheck

  • Inchgower
  • 21 Jahre
  • Sherry Cask Finish
  • 59,3 % Vol. (=Fassstärke)
  • 186 Flaschen aus Single Cask Abfüllung (ausverkauft)
  • kein Farbstoff, keine Kühlfiltrierung
  • Preis: 94,90 € (0,7 Liter)

Tastingnotes

Sattes Gelbgold fliest in mein Nosingglas, welches sich deutlich mit Aromen von getrocknetem Apfel und Mirabelle füllt. Der intensive süßliche Ton erinnert mich zudem an frische Quitte oder Holunder. Bevor die cremige Süße von Butterscotch die Aromen in völlige Süße ertränkt, erhasche ich noch die Noten frischer fruchtig-säuerlicher Ananas und spritziger Limette. Ein klein wenig erinnert mich das sogar an englische Limettenmarmelade. Je länger der Whisky im Glas liegt, desto eher bemerke ich papierige und ledrige Töne, sie überdecken die fruchtigen Aromen jedoch keinesfalls.

Weicher citruslastiger Antritt im Mund, dann deutliche Milchschokolade. Direkt gefolgt von ordentlich frischem schwarzem Pfeffer. Das ist der erste Eindruck, dann folgen ihm fruchtige aber nicht wirklich süße Noten. Erinnert mich entfernt an das Aroma saurer Apfelringe. Ein leichter maritimer Unterton schleicht sich ein. Etwas Ananas und Vanille. Bittere Töne wie die von Orangenschalen. Gut präsent ist salzige Lakritze, zu der ein leichter cremig süßer Gegenpart wahrzunehmen ist.

Ausgewogener und warmer Abgang mit etwas spritziger Limette und Ananas. Das Gefühl im Mund ist relativ trocken und erinnert entfernt an Papier und Tabak. Schöne intensive Aromen – die nicht unbedingt an die Blumigkeit der Speyside erinnern – und ein tolles Preis-Leistungsverhältnis. Wären die deutlich pfeffrigen Noten nicht gewesen, hätte ich mir von diesem Whisky auf alle Fälle eine Flasche gesichert. Denn dieser 21 Jahre alte Inchgower hat mir persönlich sonst sehr gut gefallen.

Teil 3 von 30: Glenlivet 12 Jahre

Den 12 Jahre alten Glenlivet, der den dritten Teil der Amazing Whiskies von Whic darstellt, habe ich bisher nicht verkostet. Meine Tastingnotes zum Glenlivet 12 Jahre reiche ich noch nach.

Teil 4 von 30: Caol Ila 11 Jahre

Mit Spannung wurde die vierte Episode der Amazing Whiskies von Onlinehändler und unabhängigem Abfüller Whic erwartet. “Ein großer Knall”, wie man bereits so schön im Marketing zu dieser Abfüllungsreihe tonierte und alle Flaschen des 11 Jahre alten Caol Ila waren weg. Leider konnte ich kein Sample erhaschen und so kann ich hier nur vermerken, was du und ich verpasst haben.

Amazing Whiskies Caol Ila 11 Jahre Whic, Amazing Whiskies Episode 4

Faktencheck

  • Caol Ila
  • 11 Jahre
  • Sherry Cask Finish
  • 47 % Vol.
  • 195 Flaschen aus Single Cask Abfüllung (ausverkauft)
  • kein Farbstoff, keine Kühlfiltrierung
  • Preis: 74,90 € (0,7 Liter)

Abfüller Whic titelt zu seiner Amazing Whiskies Episode 4 Abfüllung des Caol Ila 11 Jahre mit der Aussage “Dieses Rauchmonster wurde durch ein ungeheuerlich süßes Sherry-Finish gezähmt”.

Teil 5 von 30: Craigellachie 11 Jahre

Mit Episode 5 reisen wir zur dunklen Seite des Sherrys. So zumindest laut der Marketing-Abteilung von Whic. Dass hier für diese Abfüllungsreihe gerne mal etwas plakativ beworben wird, ist mittlerweile bekannt. Auf der Faktenseite sehen wir allerdings einen 11 Jahre alten Whisky der Speyside Brennerei Craigellachie, der sein bisheriges Leben komplett in einem First Fill Sherry Cask heranreifen durfte. Das sind die Fakten dieser Amazing Whiskies Abfüllung:

Amazing Whiskies Craigellachie 11 Jahre Whic, Amazing Whiskies Episode 5

Faktencheck

  • Craigellachie
  • 11 Jahre
  • Reifung in First Fill Sherry Cask
  • 61,6 % Vol. (=Fassstärke)
  • 289 Flaschen aus Single Cask Abfüllung (ausverkauft)
  • kein Farbstoff, keine Kühlfiltrierung
  • Preis: 84,99 € (0,7 Liter)

Tastingnotes

Optisch erinnert mich dieser Craigellachie, der die kompletten 11 Jahre in einem First Fill Sherry Cask verbringen durfte, an Kupfer. Tiefe dunkle Noten von gergorenem Obst mit etwas Säuerlichkeit machen sich im Nosingglas breit. Die Säuerlichkeit kommt immer mehr zum Vorschein und wird begleitet von etwas Seifigkeit, die mich an Parfüm erinnert. Eine leichte Schefelnote zeigt sich. Nüsse und Dörrobst tauchen an meiner Nase auf, begleitet von Sherry. Alle Aromen wirken sehr intensiv und schwer.

Der Craigellachie legt sich sirupartig auf die Zunge, dann schlägt eine intensive Säure zu, wie von zu lange vergorenem Fruchtsaft. Begleitet wird sie von bitterem Grapefruitsaft und scharfem schwarzen Pfeffer. Sehr intensiv. Dann scheine ich an Tabakblättern zu lecken. Nach und nach lichtet sich die im Vordergrund stehende Fruchtsäure und Aromen von Dörrobst treten auf, begleitet von einigen rauchartigen Nuancen. Feigen und Datteln transportieren deutliche klebrige Süße, untermalen vom Tabakgeschmack.

Tabak und Leder dominieren den weichen und langen Abgang, dahinter fruchtig süße Anklänge von Obst, Zartbitterschokolade und eine leichte Fruchtsäure. Der Craigellachie aus der Speyside hat innerhalb weniger gerade einmal zweistelliger Jahre ordentlich Aromen vom First Fill Sherry Fass aufgenommen, was den eigentlichen Brennereistil allerdings nicht vollständig überdeckt hat. Die Frage des Kaufs des Amazing Whiskies 5 stellt sich mir aus zweierlei Hinsicht aber nicht. Erstens ist er längst ausverkauft und zweitens ist er geschmacklich einfach nicht mein Beuteschema, auch wenn die Illustration in diesem Fall das geschmackliche Thema sehr gut getroffen hat. Der ehemalige Verkaufspreis von 84,99 € ist in meinen Augen aber geschmacklich vertretbar.

Teil 6 von 30: Caol Ila 8 Jahre

8 Jahre durfte der als Episode 6 der Amazing Whiskies betitelte Caol Ila Single Cask in einem Madeira Fass liegen. Das dürfte viel Einfluss auf den jungen Raucher gehabt haben, der in meinen Augen allein von den Eckdaten her besser in die Reihe War of the Peat gepasst hätte. Die derzeitige Situation und die Entscheidung von Whic, die Arbeit ins Homeoffice zu verlagern, machte es leider nicht möglich, den Bloggern für Tastingnotes ein Sample zur Verfügung zu stellen.

Wie sieht es erneut mit einer Preisdiskussion zu den Amazing Whiskies aus? Vergleichbare Caol Ila Abfüllungen der Brennerei oder unabhängiger Abfüller liegen meißt eine ordentliche Schippe günstiger im Preis, warten aber weder mit Fassstärke noch mit einer Madeira Vollreifung auf. Ohne probiert zu haben, erlaubt mir das durchaus ein Urteil über den Preis von fast 90 Euro, der für die Eckdaten zumindest noch in Ordnung geht.

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Faktencheck

  • Caol Ila
  • 8 Jahre
  • Madeira Vollreifung
  • 58 % Vol.
  • 330 Flaschen aus Single Cask Abfüllung (ausverkauft)
  • kein Farbstoff, keine Kühlfiltrierung
  • Preis: 84,99 € (0,7 Liter)

Diesen Caol Ila 8 Jahre Madeira Single Cask aus der Amazing Whiskies Reihe bezeichnet der Abfüller Whic.de als “dreckig-rauchigen Caol Ila mit starker Madeira-Vollreifung”. Klingt gut. Hast du Episode 6 probieren können?

Teil 7 von 30: Ledaig 11 Jahre

Mit Episode 7 der Amazing Whiskies hat eine rauchige Abfüllung der Brennerei Edradour aus den Highlands Einzug gefunden. Die Rede ist von einem Ledaig. Man hat sich dieses Mal nicht für ein Finish, sondern eine Vollreifung in einem Ex-Bourbon-Fass entschieden. Heraus gekommen ist nach 11 Jahren ein rauchiger Highland Whisky mit 58,2 Vol-% Fassstärke.

Die Verlegung der Arbeit bei Whic ins Homeoffice führt dazu, dass aktuell keine Tastingsamples an Blogger verschickt werden. Nichts desto trotz kann ich dir hier ein paar offizielle Informationen liefern.

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Faktencheck

  • Ledaig
  • 11 Jahre
  • Ex-Bourbon Fassreifung
  • 58,2 % Vol.
  • 295 Flaschen aus Single Cask Abfüllung
  • kein Farbstoff, keine Kühlfiltrierung
  • Preis: 89,99 € (0,7 Liter)

“Vanillestarker Ledaig mit typischem Räucherspeck. Ein Fest für die Sinne” steht im Shop von Whic.de. Wer also einen klassischen Ledaig in Fassstärke möchte, dürfte mit dieser preislich etwas ambitionierten Abfüllung Freude haben. Allerdings spiegelt auch die Episode 7 der Amazing Whiskies die aktuelle Preisentwicklung von schottischem Whisky wider.

Wie geht es mit den Amazing Whiskies weiter?

Whiskys sind nicht gern alleine – deshalb erscheint bald die nächste Abfüllung der Amazing Whiskies. Zudem dürfte mittlerweile bekannt sein, dass Whic.de eine relativ hohe Taktzahl bei Veröffentlichungen hat. Wie die Spatzen so von den Dächern zwitschern, soll es bereits in naher Zukunft soweit sein. Ich bleibe für euch dran und werde diesen Beitrag um meine Tastingnotes der weiteren Abfüllungen ergänzen. Mein Dank geht an den unabhängigen Abfüller Whic.de, die mir Samples der Whiskys für einen unabhängigen Beitrag zur Verfügung stellen.

Wenn du auch wissen möchtest, wann die nächste Abfüllung der Amazing Whiskies erscheint, hilft dir vielleicht ein Abonnement des Whic.de Newsletter

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