Ascaim Eschenblatt Hof

Ein Besuch bei Ascaim (Eschenblatt Gin)

Ascaim – edle Destillate. Dahinter stehen die Brüder Christian und Franz Böltl aus Aschheim bei München. Und dreimal dürft ihr raten, woher der Name für die Manufaktur kommt: Eine Assoziation über den alten Namen des Ortes ist schnell hergestellt. Ein Name wie “Wagner-Hof” wäre den Beiden zu langweilig gewesen, erzählt uns Christian. Obwohl im Logo die ursprüngliche Bestimmung des Familienhofes  am Wagenrad noch zu erkennen ist. Und auch eines der wichtigsten Produkte ist im Logo zu erkennen, das Eschenblatt. Aber nun mal alles zurück auf Anfang.

Besichtigung

Letzten Samstag hatten wir die Gelegenheit, mit anderen Genussmenschen, Food- und Drinkbloggern einen geselligen Abend auf dem Hof der Familie Böltl im Münchner Osten zu verbringen. Bei unserer Ankunft steckte Franz wortwörtlich im Maische-Trog. Er war gerade dabei einen Sauerkirsch-Brand aufzusetzen, der uns im Laufe des Abends noch ordentlich einheizen sollte. Kurz darauf begrüßte uns Christian noch einmal offiziell mit einer kleinen Ansprache und Geschichtsstunde des Brennereiprojekts auf dem Hof. Seit 2012 brennen die Beiden zusammen Brände und andere edle Destillate. Zu Beginn erst als Hobby, aber wie es so oft mit Hobbys ist wird es schnell profesionell. Nach vielen Investitionen in die Brennblase, eine Brennerei-Ausbildung, das Brennrecht und zur Erfüllung anderer rechtlicher Vorgaben gibt es dabei auch nur einen Weg. Und zwar nach oben. Franz, der Ingenieur im Duo, arbeitet mittlerweile Vollzeit in der Manufaktur. Sein Bruder Christian unterstützt ihn dabei neben seinem eigentlichen Beruf.

Ascaim Eschenblatt Hof

Im Anschluss an den historischen Ausflug ging es weiter zur Brennblase. Dabei handelt es sich um eine ganz neue Brennblase mit 150 Liter Fassungsvermögen und technisch gesehen um eine der modernsten Anlagen am Markt. Während Christian über das Brennrecht, die Funktionsweise der mehrstufigen Anlage und andere technische Details referierte, waren wir eher von den glänzenden technischen Apparaturen geblendet. Und von den Schweißperlen, die uns langsam über die Stirn ins Auge liefen. Eine Klimaanlage gibt es auf dem alten Hof logischerweise nicht, und der Sauerkirsch-Brand, der im Kessel langsam auf Betriebstemperatur kam, leistete zusammen mit der Außentemperatur ganze Arbeit. Etwas kühlerwar es dann zum Schluss noch in einen weiteren Teil der Manufaktur, nämlich den Lagerraum, der auch als Qualitätskontrolle und Abfüllung dient.

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Tasting

Es folgte der geselligere Teil des Tages, die Verköstigung. Dazu begaben wir uns in den Laden, der gleichzeitig die Bar beherbergt. Als Grundlage wurde ein reichhaltiges Fingerfood & Brotzeit-Buffet aufgefahren, bevor wir uns den flüssigen Freuden des Abends widmen durften. Joerg von www.omoxx.de übernahm zusammen mit Christian den Job des Bartenders.

Eschenblatt Quince Gin

Zu Beginn kreierten sie ein tolles Sommergetränk mit dem Eschenblatt Quince Gin, einem Schuss Elderflower Tonic und mit Prosecco aufgefüllt. Die süßen Aromen von Quitte und Holler und der prickelnde Prosecco waren genau das Richtige, um in Stimmung zu kommen.

Ascaim Eschenblat Quince

Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich. (Wilhelm Busch, Max und Moritz)

Eschenblatt Sloe Gin

Und was für ein Streich. Die Basis bildete der Eschenblatt Sloe Gin, gemischt mit Ginger Beer. Ich muss ja gestehen, dass ich überhaupt kein Freund von Ginger Beer bin. Es ist mir einfach zu streng im Geschmack und fügt sich nicht so in das Gesamtbild ein, wie andere Filler. Und auch der likörartige Schlehen-Gin ist mir und Florian oft zu süß. Aber diese Kombination? Der Mix hat alle Erwartungen übertroffen. Die beiden Zutaten ergänzen sich sehr gut und zügeln sich quasi gegenseitig, sodass sie gut miteinander harmonieren.

Ascaim Eschenblat Sloe

Die Rezepte mit genauen Mengenangaben für die beiden Longdrinks sind übrigens auch auf der Facebookseite “Ascaim edle destillate”.

Eschenblatt Gin

Quince? Sloe? Haben die Herrschaften nichts “Normales” im Haus? Aber sowas von. Freunde hochwertiger Manufaktur-Gins sollten sich den Eschenblatt-Gin auf alle Fälle mal genauer anschauen. Wir werden das sicher auch noch tun, und dem Gin einen eigenen Bericht widmen. Am Samstag Abend genossen wir den Eschenblatt Gin mit selbst gemachtem Tonic-Sirup, nach Belieben aufgegossen mit Mineralwasser. So konnte jeder Ginfreund selbst bestimmen, wie süß man es mag. Das Rezept zum Sirup gibts übrigens hier.

Ascaim Eschenblat Bar

Edle Brände und Destillate

“Wir können mehr als nur Gin”. Diese Aussage der beiden Brüder konnten wir danach selbst austesten. Nach den erfrischenden Longdrinks ging der Abend bei geselliger Unterhaltung mit diversen Bränden und Destillaten weiter. Wir probierten unter anderem den Espresso-Likör (der sich übrigens auch super als i-Tüpfelchen im Gin Tonic macht), den Bierbrand (ein mega Produkt unserer Meinung nach, wird sofort gekauft, sobald er in den nächsten Wochen erhältlich ist) und den Cassis-Likör. Auf Florians Nachfrage präsentierte uns Christian auch das durchsichtige Grunddestillat für den späteren Buchweizen-Whisky, der in der Aschheimer Brennerei entstehen wird. Wir können schon mal verraten, dass es überraschend fruchtig geschmeckt hat. Dazu kam zwischendrin eine Geruchsprobe des ersten Sauerkirsch-Destillats und später die Verköstigung des (noch warmen) Endprodukts. So frisch kommt man sonst nie an einen neuen Brand. Allein dafür hat sich der Abend schon gelohnt.

Vielen Dank an Christian und Franz von Ascaim für die Einladung, an Joerg und Thomas von Omoxx für die Organisation und an alle anderen Ginfreunde für die Gesellschaft. Wir hatten einen tollen Abend bei und mit euch.

 

2 Gedanken zu „Ein Besuch bei Ascaim (Eschenblatt Gin)

    1. Lieber Joerg, wir freuen uns sehr über deinen Kommentar. Es war ein gelungener Abend, wofür wir uns bei euch für die Organisation und bei Christian und Franz für die Möglichkeit sehr bedanken. Viele Grüße, Florian

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