Augsburger Whiskysalon + Spirits 2018

Am 2. und 3. November 2018 fand im Kongress am Park in Augsburg die Spirituosenmesse Augsburger Whiskysalon + Spirits 2018 statt. Die Messe ist zwar fast einen Monat her, bevor es aber Anfang Dezember in München mit der 089Spirits schon wieder weiter geht, möchten wir mit euch die Veranstaltung noch einmal Revue passieren lassen. Hier unsere Eindrücke von Samstag, dem zweiten Messetag.

 

Hans Jürgen Gin & Singold Whisky

Auf dem Whiskysalon wurde der neue “Eiszeit” von Hans Jürgen Gin vorgestellt. Zum offiziellen Launch des Eiszeit am Freitag konnten wir leider nicht anwesend sein, aber einen Besuch am Stand ließen wir trotzdem nicht aus. Der “Eiszeit” mit dem lila Etikett ersetzte Anfang November den gelben “Heißzeit”. Bis auf eine zweiwöchige Übergangsphase im November ist im Winter nämlich nur der “Eiszeit” als Wintergin erhältlich. Zur Brennerei, die wir vor kurzem besucht haben, könnt ihr hier mehr lesen. Im Beitrag zur Besichtigung findet ihr unsere Meinung zu beiden Gins. Den Eiszeit werden wir dennoch in naher Zukunft noch einmal einem ausführlichen Test unterziehen. Direkt daneben fand sich der Stand von Singold Whisky, der zweiten Marke von Hans-Jürgen Filp. Bisher waren die Whiskys mit Singold Etikett eine Auswahl feiner Tropfen aus verschiedenen Brennereien, die Filp in eigenen Fässern nachlagerte. Aber natürlich werden wir in Zukunft auch Whiskys aus der eigenen Produktion in Wehringen erwarten dürfen. Für die Messe hatte Singold ein besonderes Schmankerl dabei. Einen 7-jährigen aus dem Amarone-Fass in Fassstärke. Auch wenn man sich die 59,8 % vol. natürlich nur in Maßen genehmigen kann, hat dieses intensive Geschmackserlebnis viele Besucher begeistern können. Denn das 20 Liter Fass war nach den 2 Messetagen leer.

 

Bavarian Moonshine

Bereits zum dritten Mal begegneten wir Markus und seiner Frau auf einer der zahlreichen Spirituosenmessen und somit natürlich Ihrer Marke “Bavarian Moonshine”. Bei Moonshine handelte es sich ursprünglich um den New Make Whiskey der Schwarzbrennerszene in den Südstaaten. Um der Prohibition und staatlichen Kontrollen zu entgehen wurde nachts tief in den Wäldern gebrannt, was aber nur in hellen Vollmondnächten funktionierte. Neben dem klaren Original im traditionellen Einmachglas gibt es bei Bavarian Moonshine auch leckere Liköre. Bei einem netten Gespräch ließen wir uns diesmal den Neuzugang “Peach Fever” mit leckerem bayerischen Waldbergpfirsich schmecken. Den klassischen Moonshine sehen wir aufgrund seines neutralen, aber trotzdem geschmackvollen Charakters, auch als geeignete Basis für fruchtige Cocktails. Sollen wir uns dazu mal in einem extra Beitrag etwas austoben? Schreibt uns eure Ideen gern in die Kommentare.

 

Rumult Bavarian Rum

Was wäre eine bayrische Messe ohne einen Stand der Brennerei Lantenhammer vom Schliersee? Die ist bekannt für tolle Brände und den Whisky Slyrs. Daneben erweitern die Josef Gins und ein Rum das Portfolio. Wir geben zu, uns beim Thema Rum so gut wie gar nicht auszukennen. Neben Whisky und Gin eröffnet sich da noch mal eine neue, komplexe Parallelwelt. Nicolas ließ es sich aber trotzdem nicht nehmen, den Rumult mal zu probieren. Im Gegensatz zu vielen industriellen Rums hat der Rumult noch eine Basis aus Zuckerrohrsaft und setzt nicht auf die günstigere Melasse. Das Endprodukt ist eine wirklich feine Spirituose, bei der man den Unterschied schmeckt. Auch wenn der Rum aus dem tiefsten Oberbayern kommt, hat man das Gefühl exotischer Geschmäcker im Mund. Durchaus ein Rum, den man auch Nicht-Rum-Trinkern empfehlen kann, um sie mal in eine neue Richtung zu stoßen.

 

 

Balis

Auch auf  einer Spirituosenmesse findet man hin und wieder einige alkoholfreie Messestände. Dazu gehörte auf dem Whiskysalon die Basilikum-Ingwer-Limonade “Balis”. Balis ist aus einer Idee in der Loretta Bar in München entstanden. Die Idee: Die Süße und Schärfe eines Gin Basil Mules in eine Flasche zu packen. Durchaus gelungen, wie wir finden. In erster Linie ist Balis ein eigenständiges, alkoholfreies Getränk. Trotzdem spielt in der Vermarktung die Rolle als Mixer eine große Rolle. In Kombination mit Gin (ausgeschenkt wurde der August Gin) oder Vodka entsteht zum Beispiel ein schneller Mule-Cocktail. Oder mit Prosecco ein etwas anderer Spritz. Balis ist für uns ein regionales, sympathisches Produkt – wenn auch nicht jedermanns Sache.

 

Huckleberry Gin

Über den Huckleberry Gin haben wir auf unserem Blog schon das ein oder andere Mal berichtet. Trotzdem möchten wir ihn hier nicht unerwähnt lassen. Denn Jens und Max waren in Augsburg mit einem Stand vertreten, der ihrer Marke alle Ehre macht. Klein aber fein, zusammengestellt aus einer Bar und Obstkisten. Das passt natürlich zu einem fruchtigem Gin. Leider haben wir vor lauter Staunen vergessen ein schönes Bild mit nach Hause zu bringe. Sorry. In diesem Sinne also: Auf die Freundschaft!

 

Mackmyra

Am Stand von Mackmyra trafen wir auf Florians Bekannten Sepp Fischer (in der Szene auch Highlander Joe genannt). Gemeinsam mit seinem Kollegen Johannes Krause vertrat er die Schweden mehr als würdig. Von der Mackmyra Moments Serie bis hin zum Motörhead Whisky war die gesamte Vielfalt der Brennerei vertreten. Und Nicolas, der auf seiner Skandinavienreise im Sommer eine negative Erfahrung mit der Distillerie aus Gävle gemacht hatte, fand mit dem MACK einen neuen Favoriten im Segment der bezahlbaren, gradlinigen Single Malts. Abgerundet wurde der Besuch am Stand vom Kreatör Gin – denn auch das ist Mackmyra. Abseits vom Whisky gehen sie mit der Lab+Distillery mit Gins und einem eigenen Tonic neue Wege im Bereich der Craft Spirits.

 

No 7 Bar

Nicht zu übersehen auf der Messe war der Stand des alteingesessenen Augsburger Tabak- und Spirituosengeschäfts No 7. Optisch war der Stand wie eine Bar aufgebaut. Hier konnte man viele verschiedene Spirits probieren, die nicht eigenständig auf dem Whiskysalon präsent waren. Wir probierten den August No7. Eine Edition des Augsburger August Gins, die speziell für das Geschäft abgefüllt wurde. Die Edition unterscheidet sich vom regulär erhältlichen August unter anderem durch Bergamotte als eines der Leitbotanicals. Außerdem hatte Florian das erste mal den Mosaik Gin im Glas. Ein weiterer Vertreter der New Western Richtung mit ausgesprochener Minznote. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass Minze im Gin sehr speziell ist. Trotzdem schafft der Mosaik eine geschickte Kombination mit anderen Geschmacksrichtungen und dadurch eine Komplexität, die man beim vergleichbaren Skin Gin vermisst.

 

Eddie Lederer

Bisher hatten wir nur viel von ihm gehört, auf dem Augsburger Whiskysalon + Spirits 2018 haben wir ihn nun endlich persönlich kennengelernt: Eddie Lederer. Er ist Brand Ambassador bei Campari (u.a. Balvenie und Glenfiddich). Zusätzlich veranstaltet er über seine Seite “My-Whisky-Tasting.de” Tastings, Seminare und Co. Etwa zwei Kopf kleiner als wir, stand vor uns geballtes Whisky-Wissen und ein richtig sympathischer Mensch. An seinem Stand gab es natürlich auch die Möglichkeit, vieles aus der Range von Balvenie und Glenfiddich zu probieren. Während Nicolas den Glenfiddich XX aus der Experimental Serie wählte, entschied sich Florian für einen 19yo Glenfiddich aus der Age of Discovery Reihe mit Rotweinfasslagerung. Vom neuen Glenfiddich Fire & Cane hatte Eddie leider nach zwei starken Messetagen nichts mehr für uns übrig. Das trübte die Stimmung aber keinesfalls, denn die Fachsimpelei und Gesprächsthemen mit ihm waren ein erfolgreicher Abschluss für uns. Fehlte nur noch das gemeinsame Foto, für das wir aber auch noch Zeit fanden, bevor die Besucher spätabends aus der Messe herausgekehrt wurden.

 

Also alles in Allem ein schöner Tag auf dem Augsburger Whiskysalon + Spirits mit vielen tollen Gesprächen und Erlebnissen. Wir können die Messe wirklich jedem ans Herz legen, der in und um Augsburg wohnt oder einen Grund sucht mal ein paar Tage in der schönen Fuggerstadt zu verbringen.

Schreibe einen Kommentar

Ich akzeptiere