Burgen Herbal Dry Gin

Burgen Herbal Dry Gin | Tastingnotes

Heute präsentiere ich euch die Tastingnotes von einem Gin, der schon länger auf seine Verkostung wartet. Irgendwie ist der Gin im Vakuum meines Barschrankes verschwunden und vor ein paar Tagen wieder an die Luft gekommen. Vakuum ist ein gutes Stichwort, denn der Gin wird mit einem besonderen Destillationsverfahren hergestellt: Die Rede ist vom Burgen Herbal Dry Gin.

Auf der 089 Spirits 2018 (ja, kein Tippfehler) lernten wir Kai Hoffmann, Geschäftsführer von Burgen Drinks und seine Spirituosen kennen. Er war so freundlich uns direkt eine kleine Flasche des “Burgen Herbal Dry Gin” für einen Blogbeitrag mitzugeben der, wie bereits erwähnt, irgendwie in der Versenkung verschwand. Höchste Zeit sich diesen Gin mal genauer anzusehen.

Burgen Gin und die Vakuumdestillation

Die Marke Burgen Drinks steht für handgemachte, regionale Produkte aus Hessen. Die Spirituosen werden in der Schlitzer Destillerie gebrannt, eine der ältesten Brennereien der Welt. Sie kann auf eine lange Historie bis ins Jahr 1585 zurück blicken. Heute gehört die Brennerei den Städten Schlitz und Hünfeld.

Burgen kategorisiert seinen Herbal Dry Gin als “Premium Vacuum-Distilled Dry Gin”, was die Besonderheit des Gins deutlich macht. Die Destillation findet unter Luftausschluss im Vakuum statt. Der Unterdruck setzt den Siedepunkt herab und ermöglicht den Brennvorgang bereits bei 60 Grad. Dadurch kommen die einzelnen Botanicals noch intensiver im Endprodukt zur Geltung. Burgen Drinks wendet dieses Verfahren übrigens nicht bei allen Produkten an, sondern entscheidet je nach Spirituose zwischen Vakuum- und traditionellem Brennvorgang.

Der Burgen Herbal Dry Gin

Botanicals

Neben dem typischen Wacholder finden sich Früchte und Kräuter im Gin. Unter den fruchtigen Botanicals befinden sich Grapefruit, Hagebutte und Melisse. Bei den Kräutern verrät Burgen Drinks Koriander, Lavendel und Fenchel. Sicherlich werden noch andere Kräuter verwendet, um dem Herbal Dry Gin gerecht zu werden.

In der Nase

Zuerst probiere ich den Burgen Herbal Dry Gin natürlich auf Zimmertemperatur, die beste Art einen Gin pur zu genießen. In der Nase ist zuerst der typische Wacholder wahrzunehmen, gefolgt von den Kräutern. Der erste Eindruck ist intensiv und hält das Versprechen des besonderen Herstellungsverfahrens. Trotz seiner 45% vol. ist aber kein stechen in der Nase zu spüren. Ganz im Gegenteil, der Gin kommt mir relativ mild vor.

Geschmack

Im Tasting kommen dann die fruchtigen Noten dazu. Besonders Zitronenmelisse und die süß-säuerliche Grapefruit sind gut wahrnehmbar. Die Kräuter sind noch etwas präsenter als im Nosing. Insgesamt haben die Brenner ein sehr ausgewogenes Verhältnis aus Frucht- bzw. Zitrusnoten und den Kräutern getroffen. Trotz seiner Intensität nehme ich kein unangenehmes “alkoholisches Gschmäckle” wahr. Den Abgang würde ich als mittellang einordnen, da fehlt mir hinten raus ein wenig die Kraft, die ich anhand der restlichen Noten erwartet hätte.

Bevor ich Tonic dazu gebe, probiere ich den Gin noch einmal auf Eis und bereuhe das auch gleich wieder. Wenn ihr den Gin pur trinkt, könnt ihr getroßt auf Eis verzichten. Aus dem ausgewogenen, aber dennoch differenzierbaren Geschmacksprofil wird eine homogene Suppe. Viel Frucht und Wacholder gehen verloren, allein der Lavendel kann sich noch etwas behaupten. Kurz gesagt: Ihr tut dem Gin keinen Gefallen.

Burgen Herbaly Dry Gin & Gents Swiss Roots Tonic Water

Mit Tonic Water

Nun zum Gin & Tonic. Ich habe den Burgen Herbal Dry Gin mit dem Gents Swiss Roots Tonic Water probiert. Meine Vermutung war, dass man vom Gin nicht mit Tonic ablenken sollte und lag mit dem zurückhaltenden Schweizer Tonic Water genau richtig. Das zitronige Gents Tonic mit der sanften Enziannote harmonierte wunderbar mit dem kräutrigen Gin. Insgesamt war die Mischung schön süffig und der Gin noch gut raus schmeckbar. Das setzt natürlich vorraus, dass der Gin nicht mit Tonic Water ertränkt wird. Ein klassisches, neutrales Indian Tonic Water oder Dry Tonic Water funktionieren sicherlich auch. Von Tonics mit starkem Eigengeschmack würde ich hier allerdings abraten.

Tastingnotes

Nase: Wacholder, Kräuter, intensiv

Pur: Kräuter noch intensiver als im Nosing, sehr ausgewogenes Verhältnis mit den Zitrusfrüchen. Mit Eis pure Reduzierung auf Lavendel (= Eis besser weglassen)

Charakter: Intensiv aber kein alkoholisches “Gschmäckle”, weiches Mundgefühl, mittellanger Abgang

Mit Tonic Water: Bei der Wahl des richtigen Tonics ein Genuss. Ich empfehle neutrale, zurückhaltende Tonics. Als Garnierung Zitronenmelisse, Limetten- oder Grapefruitzeste.

Kurzfazit

Der Burgen Herbal Dry Gin ist ein toller Gin für Genießer, die kräutrige Gins schätzen aber auch einer dezenten Fruchtnote nicht abgeneigt sind. Für mich definitiv ein Gin zum pur genießen, der mit dem richtigen Tonic allerdings auch als Gin & Tonic funktioniert.

Übrigens…

Um den puren Geschmack des Gins zu genießen, aber nicht an einem Nosingglas mit Hochprozentigem nippen zu müssen empfehle ich immer gerne den Gin Rickey. Bei dieser Highball Variante wird der pure Gin-Geschmack mit dem Saft einer halben Limette gepimpt und ca. im Verhältnis 1:2 mit Soda “verlängert”.

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