Craigellachie 2006/2019 | Nymphs of Whisky

Craigellachie 2006/2019 | Nymphs of Whisky

Erneut möchte die Abfüllungsserie Nymps of Whisky mit einer fassstarken Abfüllung verzaubern. Die mit künstlerischen Etiketten versehenen Nymphen des Whisky stammen von dem sehr aktiven Onlineshop Whic.de, der seit einiger Zeit auch fleißig und erfolgreich als unabhängiger Abfüller tätig ist. Heute habe ich den 12 Jahre alten Craigellachie 2006/2019 im Glas, der in einem First Fill Bourbon Barrel gelagert wurde und auf 239 Flaschen limitiert ist.

Sowohl Nicolas als auch ich haben bereits mehrere Einzelfassabfüllungen aus der Nymphs of Whisky Collection auf dem Blog vorgestellt. In der Serie gab es nicht nur einen Arran 2005/2019 mit Madeira Fass Finish und einen 11-jährigen Glen Moray 2007/2019 sondern auch einen 22 Jahre alten Ben Nevis 1995/2018, der die komplette Reifezeit in einem Sherry Butt liegen durfte. Auch wenn der Onlineanbieter noch weitere Abfüllungsserien im Programm hat, geht es heute einzig und allein um einen 12 jährigen Single Cask Whisky, der aus dem Herzen der Speyside stammt: der

Craigellachie 2006/2019 12 Jahre First Fill Bourbon Barrel

Das Einzelfass mit der Nummer 8101202 stammt aus der Speyside Brennerei Craigellachie und wurde am 23.08.2006 destilliert und am 12.06.2019 abgefüllt. Von der Brennerei, die mittlerweile zu John Dewars & Sons gehört, gibt es nur einige wenige offizielle Abfüllungen. Sie schwimmt in meinen Augen immer etwas unter dem Radar und taucht dann nur mal für Single Cask Abfüllungen unabhängiger Abfüller auf, um zu zeigen, was sie kann.

Faktencheck

  • Craigellachie Distillery
  • 12 Jahre (2006/2019)
  • First Fill Bourbon Barrel
  • 54,3 % Vol. (= natürliche Fassstärke)
  • 239 Flaschen aus Single Cask Abfüllung
  • kein Farbstoff, keine Kühlfiltrierung
  • 59,90€ (0,7 Liter)
Craigellachie 2006/2019; Nymphs of Whisky

Meine Tastingnotes zum Craigellachie 2006/2019 12 Jahre First Fill Bourbon Barrel

Ich werde von Karamell und einer starken Vanillenote bombardiert. Etwas Zitronensäure kitzelt mich in der Nase. Insgesamt erinnert mich dieser Craigellachie eher an einen Zitronenkuchen als an einen Whisky. Mir fehlt etwas der schwefelige Unterton, den man von Whiskys der Brennerei kennt. Dafür habe ich dann aber als Ersatz einen Zitronenkuchen, der nach und nach mit flüssigem Zuckerguss überzogen wird. Schön schwer und satt. Ich sage danke, denn jetzt hab ich Lust auf Zitronenkuchen!

Leicht kribbelt der Craigellachie an der Zunge. Erinnert mich etwas an das Kribbeln, wenn ich frisch geschnittenen Ingwer esse. Es folgt direkt ein Biss in eine reife Birne. Dann ist er auch wieder da, der mit Zuckerguss überzogene Zitronenkuchen. Dazu eine ordentliche Portion Vanille. Es wirkt so, als hätte jemand Mandelmilch hineingekippt. Cremig und schwer. Etwas weiße Schokolade verwöhnt die Geschmacksknospen – in etwa so wie geraspelte weiße Schokoladenflöckchen. Leichte pikante Würznoten umspielen meine Zunge und wandern zum Gaumen.

Pikante Würzigkeit, etwas Birnensaft und ein leichtes ledriges Gefühl bringt der Craigellachie 2006/2019 im Abgang mit sich. Hier ist er endlich, der schweflige Unterton. Der Abgang ist langanhaltend.

Fazit

Viel Cremigkeit, ordentlich Kuchenteig und Birnensaft. Das Alles wird mit etwas Würzigkeit garniert. Der Craigellachie 2006/2019 aus dem First Fill Bourbon Barrel, den der Onlinehändler Whic abgefüllt hat, hätte seinen Platz in meinen Augen beim Afternoon Tea als Sonderpart verdient. Wer es fruchtiger und süßer möchte, kann noch ein paar Wassertropfen beigeben. Mal ein etwas anderer Craigellachie mit interessanten Aromen. Aber ich habe für mich festgestellt, dass er einfach nicht meinen Geschmack trifft.

Das Sample des Craigellachie 2006/2019 wurde mir freundlicherweise vom Abfüller zur Verfügung gestellt, was meine unabhängige Meinung und meinen Geschmack natürlich nicht beeinflusst.

Noch nicht genug von Whic?

Hat dich dieser Beitrag heiß auf die Nymphs of the Whisky Collection oder andere Serien von Whic gemacht? Dann lege ich dir noch zwei andere Beiträge ans Herz. Ich habe 2018 einen Aberlour 21 Jahre Hogshead Cask Strength aus der Architecture of the Taste Reihe verkostet. Dieser feine Tropfen ist natürlich schon lang ausverkauft aber immer noch lesenswert. Etwas neuer sind die Abfüllungen der Serie “The War of the Peat“, die im Herbst gestartet wurde. Bisher haben wir alle Whiskys verkosten dürfen.

Schreibe einen Kommentar