Delta Gin aus dem Schwarzwald

delta gin

Entdecke den Mythos steht in großen roten Lettern auf der Homepage der Brennerei Boos aus dem Schwarzwald. Dort, im Rebland, am Fuße des Schwarzwaldes, wird der delta gin hergestellt. Was steckt hinter diesem Gin? Wir haben den Brenner des Black Forest Gins auf der 089 Spirits kennengelernt und uns über den Namen und die Zusammensetzung des Gins aufklären lassen.

Für einen ausführlichen und ehrlichen Test habe ich ein PR Sample von Michael Boos erhalten. Das ändert jedoch nichts daran, dass wir unsere Tests und Tastingberichte stehts unabhängig und ehrlich verfassen.

Am Fuße des Schwarzwalds…

… in Steinbach im Rebland brennt Michael Boos seinen delta gin. Der Obstbrenner und Weinbauer entstammt einer alteingesessenen Winzer- und Brennerfamilie und erhielt von seinem Vater das Abfindungsbrennrecht. Das heißt kurzgesagt, dass man eine steuerliche Vereinfachung des Verfahrens erhält, dies aber für maximal 300l Produktion pro Jahr gilt. Hier stehen die Brenngeräte während des Brennvorgangs nicht unter der Kontrolle des Zolls. Versteuert wird also nicht die Menge der letztendlich destillierten Spirituose, sondern das Ausgangsmaterial.

2016 hat Michael Boos sich seinen Wunsch erfüllt, einen eigenen Gin mit Preiselbeere zu brennen: den delta gin. Als er dann auf der 089 Spirits 2018 mit seiner Frau an einem kleinen Stand seinen Gin vorstellte, haben wir kurz mit ihm gesprochen und natürlich auch probiert.

Der Name delta stammt übrigens von seiner Idee, vier verschiedene Geschmacksrichtungen zu vereinen. Da wären die Wacholdernoten, würzige Schärfe des Kardamoms, erdige Töne durch die Angelikawurzel und die fruchtig-herbe Preiselbeere. Dreht man nun als kleine Spielerei das Delta-Zeichen um, ergibt es ein g für Gin, wie uns Michael Boos grinsend erzählt.

Ein Hauch von Preiselbeere

Ziel von Michael Boos war es, klassischen Wacholder mit exotisch würzigen Botanicals und dem Aroma wildwachsender Preiselbeeren zu vereinen. Das Aroma von Preiselbeeren äußert sich durch süß-herbe Noten. Neben diesen für einen Gin eher ungewöhnlichen Beeren, die ich selbst gerne zu Camembert oder Wiener Schnitzel esse, wurden Koriander, Muskat, Nelken, Zimt, Kardamom, Zitronenschale, Orangenschale, Grapefruitschale, Angelikawurzel und Thymian als Botanicals verwendet. Damit die Botanicals ihre Aromen an den Alkohol ordentlich abgeben, erfolgt eine 40 bis 48 stündige Mazeration.

Delta Gin
So sieht die Delta Gin Flasche aus: ungewöhnliches auffälliges Design.

In einer auffälligen Flasche mit schwarzem Etikett kommt der Delta Gin daher. Das Etikett mit dem silber/rot/weißen Aufdruck ist ein Hingucker. Der Gin ist mit einem Kunstkorken verschlossen, auf dem ein silberner Deckel aufgeklebt wurde. Leider hat sich hier bei mir relativ schnell die Verklebung gelöst. Ob das ein klassisches Problem des delta gins ist, kann ich nicht sagen – eben nur, wie es bei mir war.

Der delta gin im Geschmackstest

Im Nosing kitzeln zuerst fruchtig herbe Aromen die Nase. Da sind Citrusnoten, für mich vor allem von Grapefruit und Zitrone. Das Kitzeln wird durch ein Kribbeln verstärkt, was auf etwas Alkohol hindeutet. Der Wacholder kommt klar und angenehm zur Geltung und harmoniert mit den fruchtig herben Noten von Preiselbeere. Dazwischen ist der destillierte Zimt durch seine Noten wahrnehmbar. Eine würzige Schärfe, die vom Kardamom ausgeht, reizt die Nase leicht. Nach längerem Riechen machen sich etwas muffige erdige Noten breit, hier tut die Angelikawurzel ihr übriges.

Der Gin mit 43 Vol-% zieht im Glas leichte ölige Schlieren. An der Zunge bietet der delta gin anfangs ein kleines Wechselspiel der Aromen. Hier geht es von einer Mischung aus Zitrone und Orange zu süß-herb und wieder zurück. Im Antritt merkt man den Stil des London Dry Gins deutlich und klar durch den Wacholder und die Zitrusaromen. Das anfängliche Wechselspiel der Aromen setzt sich fort. Kardamom, Zimt und Grapefruit treffen hier auf süß-herbe Preiselbeere, klaren Wacholder, Muskat, Nelken und Koriander. Irgendwie ruft diese Kombination der Gewürze in mir eine leichte Weihnachtsstimmung hervor. Der Alkohol ist für mich nicht unangenehm, aber doch sehr deutlich am Start. Er transportiert dadurch ganz gut die Aromen der Botanicals, der Wacholder tritt aber nie plakativ in den Vordergrund.

Der Thymian ist eher im nassen, mild kräuterigen und leicht fruchtigen Abgang zu finden. Hier habe ich die typischen kräuterigen mediterranen Geschmack von Thymian, der ganz leicht ins Rauchige geht – ein Gewürz, mit dem ich sehr gerne koche. Auch die Preiselbeere sagt nochmal leise “auf Wiedersehn”.

Unsere Tonic-Empfehlung zum delta Gin

Wenn dir purer Genuss nicht ausreicht oder du lieber deinen Gin als Longdrink genießt, dann kann ich dir die Kombination mit dem Fever Tree Indian Tonic Water bedenkenlos empfehlen. So erhälst du mit dem delta Gin einen erfrischend herben Gin & Tonic.

Wer aber auch mal gerne abseits der klassischen Pfade wandeln möchte, dem empfehle ich die MAT Craft Lemonade Preiselbeer als Mixer. Quasi die volle Dosis Preiselbeer. Einfach noch etwas Limettensaft zugeben, um für etwas Säure zu sorgen und mit getrockneten Cranberrys servieren. Wer Preiselbeeren mag, wird das Ergebnis lieben.

Delta Gin mit MAT Craft Lemonade Preiselbeer
Delta Gin mit MAT Craft Lemonade Preiselbeer

Fazit

Der delta gin ist ein facettenreicher Gin aus dem Schwarzwald. Hier geben sich exotische Gewürze, klarer Wacholder und die süß-herben Aromen der Preiselbeere die Hand. Ab und zu kann er den Alkohol leider nicht ganz verbergen, das hält sich aber in Grenzen. Wer allerdings einen weichen und milden Black Forest Gin erwartet, ist hier an der falschen Stelle. Deshalb eignet sich der Gin gut als Basis für einen Gin Tonic oder die von mir bevorzugte Variante mit der MAT Craft Lemonade Preiselbeere.

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