Eggnog Rezept mit Woodford Reserve Bourbon Whiskey

Der Eggnog | Rezept für weihnachtlichen Eierpunsch


Ein Gastbeitrag von Carina Höfler | Eggnog: Das cremefarbene, schaumige Getränk kennen Filmliebhaber aus den Vorbereitungen auf das Weihnachtsfest bei Familie Griswold im Film „Schöne Bescherung“ (Original-Titel: „Christmas Vacation“). Die Komödie aus dem Jahre 1989 zeigt eine Familie im Vorweihnachts-Stress, wie es chaotischer, aber in einem Vorort von New York spielend, amerikanischer nicht sein könnte.

Eines vermeintlich ruhigen Abends fließt der sogenannte Eggnog in größeren Mengen die gestressten Kehlen der Protagonisten hinab. Während Clark Griswold und sein Bruder den alkoholischen Eierpunsch aus stilistisch sicher fragwürdigen, aber durchaus berühmten Elch-Gläsern genießen, wartet der prachtvoll geschmückte Christbaum (Achtung, Spoiler!) darauf in Flammen aufzugehen. Durch diesen Film lernte ich vor einigen Jahren das auch in Deutschland bekannte Getränk kennen.

Woher stammt der Eggnog?

Seinen Ursprung hat der Eggnog zur Kolonialzeit auf dem nordamerikanischen Kontinent. Wann er wo von welchem Liebhaber hochprozentiger Mischgetränke erfunden wurde, ist allerdings umstritten.
Eine mir plausibel erscheinende Erklärung ist folgende: der Eggnog ist eine abgewandelte Variante des traditionellen englischen Drinks „Posset“, welcher aus Milch, Eiern und Ale oder Wein besteht und bereits im 16. Jahrhundert in England konsumiert wurde.

Zu gleicher Zeit wurde der „Grog“ (eine Mischung aus Rum, Zucker und heißem Wasser) an die Schiffsbesatzungen der englischen Royal Navy verteilt, da der hochprozentige Alkohol im Gegensatz zum Trinkwasser auf
den langen Schiffsfahrten gen Nordamerika nicht verdarb. Auf dem Festland angekommen wurde, aus Sehnsucht nach heimatlichen Traditionen, das Posset-Rezept durch die Siedler an die
Gegebenheiten angepasst und das Ale durch Rum ersetzt. Der Konsum von mehreren Gläsern hatte allerdings auch Auswirkungen auf die Aussprache. Und so wurde aus „Eggs and Grog“ Eggnog.

Eine weitere, für mich allerdings etwas weniger amüsante Theorie stützt sich auf den Zusammenschluss der Begriffe „egg“ und „nog“, letzteres bezeichnete damals ein kleines Trinkgefäß in englischen Kneipen.

Mein perfektes Eggnog-Rezept

So umstritten der Ursprung des Eggnog ist, so viele Rezepte lassen sich auch finden. Die Basisbestandteile haben jedoch alle gemein: Milch und/oder Sahne, Eier und eine Spirituose.

Das nachfolgende Rezept ist eine von mir zusammengestellte Mischung der Basiskomponenten und nach meinem Gusto perfektioniert. Die Basiszutaten halten sich in ihrer Mächtigkeit und Süße vergleichsweise zurück, dafür bietet mein Rezept die volle Bandbreite an Weihnachtsgewürzen:

Eggnog mit Woodford Reserve, Talisker Dark Storm, Kilbeggan Irish Whiskey & Austrian Empire Navy Rum

Basisrezept:

  • 400 ml Milch
  • 100 ml Schlagsahne
  • 2 Zimtstangen
  • 1 Vanilleschote
  • 3 Eigelbe
  • 50g Zucker
  • 80ml Rum oder Whisky

Add-ons für eine “schöne Bescherung”

  • 1/2 TL gemahlenen Zimt
  • 6 Kapseln grünen Kardamom
  • 2 Anis-Sterne
  • 6 Nelken
  • 1 Prise Muskat

Zubereitung des Eggnogs

  1. Milch und Sahne in einem Topf mischen. Die Vanilleschote aufschneiden, das Mark auskratzen und mit den restlichen Gewürzen in den Topf geben. Die Mischung langsam erwärmen (ohne zu köcheln!) und ca. 15 Minuten durchziehen lassen.
  2. Währenddessen die drei Eigelbe mit dem Zucker in einer separaten Schüssel schaumig schlagen.
  3. Die Milch-Sahne-Mischung von den Gewürzresten befreien und auf niedriger Stufe mit einem Handrührgerät unter die Ei-Zucker-Masse rühren.
  4. Zu guter Letzt noch die Spirituose der Wahl unterrühren, warm servieren und genießen.

Die angegebenen Mengen ergeben vier Portionen mit je ca. 125 ml.

Eggnog mit Woodford Reserve, Talisker Dark Storm, Kilbeggan Irish Whiskey & Austrian Empire Navy Rum

Spirituosen

Klassischerweise werden für den Eggnog Rum oder Whisky verwendet, man kann aber natürlich jede favorisierte Spirituosen-Art hinein geben. Ich habe im direkten Vergleich vier verschiedene Varianten ausprobiert.

Woodford Reserve – Kentucky Straight Bourbon Whiskey

Der Woodford Reserve ist ein milder und sehr angenehmer Bourbon, der samtig weich die Noten von Vanille und Eichenfass vereint und in meiner Bar inzwischen einen festen Platz bei den „All-Time-Favourites“ hat. In der Eggnog-Basis fügen sich diese Aromen perfekt in die Riege der Weihnachtsgewürze ein, ohne unterzugehen.

Der warme Cocktail schmeckt mit dem Bourbon Whiskey nach einem gemütlichen Abend vor Weihnachten. Stellt euch vor im wohlig warmen Wohnzimmer brennen Kerzen, die zur Stimme von Ella Fitzgerald tanzende Schatten an die Wand werfen. Es riecht holzig, frisch und süßlich nach frischer Tanne. Die bunt glitzernden Kugeln werden am Baum befestigt, Plätzchen genascht und die entspannte, weihnachtliche Stimmung zaubert allen ein zufriedene Gelassenheit ins Gesicht während der Stress des vergangen Jahres von einem abfällt. Eine absolut harmonische All-Time-Favourite Kombination.

Talisker Dark Storm – Single Malt Scotch Whisky

Gleich vorab: der Talisker Dark Storm ist mein persönlicher Lieblingswhisky, der immer da ist und den ich immer trinken kann. Vermutlich würde kein „normaler“ Mensch einen rauchigen, torfigen,
nach wilder See, peitschendem Regen und tosender Gischt schmeckenden Whisky mit Milch und Weihnachtsgewürzen mischen. Also: Challenge accepted! Und ich finde die Idee grandios.

Der noch warme Drink erinnert mich an kalte, klare Winternächte am Lagerfeuer. Eingewickelt in dicke Wintermäntel, die Gesichter kaum zu sehen zwischen Wollmützen und Strickschals umklammern wir mit beiden Händen große Tassen mit Heißgetränken. Dabei erhellen lautes Lachen und lebhafte Gespräche die Nacht. Geschichten von fernen Ländern verdampfen in kleinen und großen Kondenswasser-Wölkchen in der Dunkelheit und die Augen blitzen vor Abenteuerlust und
Fernweh. Diese Kombination ist nichts für jedermann, wenn man aber Symbiose aus Gegensätzen zu schätzen weiß, eine sehr gute Wahl.

Kilbeggan – Traditional Irish Whisky

Der Kilbeggan ist in meiner Bar neben dem Jameson als gute, unaufgeregte und nicht zu aufdringliche Basis für Whisky-Cocktails eingezogen. Somit, wie ich finde, auch eine gute Begleitung für den Weihnachts-Eggnog. In der Tat benimmt sich der Kilbeggan genau wie erwartet und verleiht der Eggnog-Basis das notwendige Finish. Er überlässt den weihnachtlichen
Gewürzen die Hauptrollen, aber erfüllt seinen Part als Hirte im Krippenspiel der Aromen zuverlässig.

In dieser Kombination kann man ihn meiner Meinung nach wundervoll bei einem gemütlichen Adventsausflug auf einem kleinen Weihnachtsmarkt genießen. Warm, für die Dessert-
Liebhaber vielleicht mit einem Häubchen Schlagsahne, als Digestif nach der klassischen Bratwurst, die man zwischen Buden von handgeschnitzten Krippenfiguren und gestrickten Wollmützen im Kreise seiner Freunde genießt. Eine Kombination, die man ohne Probleme jedem Gast anbieten kann.

Austrian Empire Navy Rum

Das Thema Rum ist in meiner bisherigen Tasting-Erfahrung eine offene Flanke und definitiv zu kurz gekommen. Den Austrian Empire habe ich auf Anraten als Begleitung für eine leichte Anfänger-Zigarre vor einigen Wochen gekauft und war gleich begeistert. Nicht so sehr vom Zigarre
rauchen, dafür aber von diesem Rum.

Er schmeckt intensiv nach Vanille und Karamell und ist gleichzeitig mild und angenehm auf der Zunge. Nicht sonderlich komplex, aber sehr aromatisch. In Kombination mit der Eggnog-Basis hatte ich sofort die Assoziation zu Mandel-Baiser-Plätzchen und Marzipanstollen im Kopf. Die Luft erfüllt von Zitronen-, Zimt- und Lebkuchen-Aromen, die Sicht in der Küche von Mehlstaub vernebelt und die Blechdosen von Oma gefüllt mit süßen Leckereien. Kurz gesagt die entspannte Zeit der Weihnachtsbäckerei. Der intensive Rum in dem ohnehin süßen Drink mag dem ein oder anderen etwas zu viel des Guten sein, die Naschkätzchen unter euch werden sich darüber aber freuen.

Mein Fazit zum Eggnog

Für mich ist der Eggnog ein einfacher aber vielseitiger Drink. In der schlichten Basis-Variante mit Zimt, Vanille und Rum schmeckt er gefällig und solide. Mit raffinierten Gewürzen verfeinert und
einer durchdachten Spirituosen-Auswahl kann er allerdings für eine echte Überraschung sorgen. Ich bin sehr gespannt auf eure Kreationen und wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren.

Habt eine besinnliche, ruhige und vor allem gesunde Vorweihnachtszeit!

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