Finric Blended Whisky

Pour – Sip – Enjoy steht auf dem Etikett der schwarzen Flasche, die ich gerade in Händen halte. Sie erinnert mich anfangs optisch eher an einen Gin, als an einen Whisky. Ich habe keinerlei Ahnung, was mich bei diesem Blended Whisky erwarten wird, über die genaue Zusammensetzung schweigt man sich aus. Meine Erfahrung mit dem Finric Blended Whisky liest du in diesem Beitrag.

Das ist der Finric Blended Whisky

Er wird als Alleskönner unter den modernen Spirituosen beschrieben. Übersetzt heißt das nicht viel mehr, als sowohl für das Mixen von Cocktails als auch das Pur genießen geeignet zu sein. Ob er das ist, wirst du im Verlauf meines Tests lesen.

Klar ist, dass der Whisky in Deutschland von Alexander Fink und Andreas Heinrich, die zwei Köpfe hinter dem Finric, geblendet (vermählt) wurde. Weil er eben in Deutschland und nicht in Schottland geblendet wurde, taucht das Scotch nicht im Namen auf. Zumindest aber die verwendeten Whiskys stammen aus Schottland. In welchen Brennereien die mengenmäßig nicht bezifferten Anteile gebrannt wurden, wird nicht erwähnt. Ich finde es persönlich schöner, zu wissen, wieviel Grain und wieviel Malt Whisky in einem Blend vorhanden ist, aber letztendlich muss er im Gesamteindruck überzeugen. Nach einem kurzen Faktencheck erfährst du, ob ich mit der Gesamtkomposition zufrieden bin.

Faktencheck

  • NAS (No Age Statement)
  • Blended Whisky
  • Keine Angabe zur Kältefiltrierung
  • Keine Angabe zur Verwendung von Zuckerkulör
  • 40 % Vol
  • Preis: 30,00 € (bei 0,5l)
Finric Blended Whisky

Tastingnotes zum Finric Blended Whisky

Sehr helles Gelb fließt aus der mattschwarzen Flasche in mein Nosingglas. Dies ist eigentlich ein Zeichen, dass es sich um einen sehr jungen Whisky handelt – bei einem Blended Whisky also eine Vermählung junger Whiskys.

In der Nase hab ich zuallererst viel von süßem Honig. Dahinter verbirgt sich frisches Getreide, kandierte Zitrusfrüchte, Birne und dunkle Trockenfrüchte wie Rosinen und Datteln. Weiche Noten von Vanille kommen zum Vorschein und geben den Weg frei für etwas Milchschokolade. Kühlende Frische erinnert mich an frisch zerriebene Minzblätter, verdeckt aber nicht die intensive Süße, die vorherrscht.

Anfangs muss ich beim Probieren des Finric Blended Whisky sofort an Bananenchips denken. Das sind mit Kokosöl frittierte Bananenscheiben, die mit Honig umhüllt werden. Ich nehme mir sie gerne mal auf Märkten mit. Diese Assoziation ist einfach da mit den leichten Kokosnoten und der süßen reifen Banane, die sich auf der Zunge breit macht. Die intensive Süße, die bereits in der Nase begegnet, ist auch im Geschmack zu erkennen. Sehr viel Malzigkeit. Dann tritt eine kräuterige und kräftige Würze ein, welche die Malzigkeit nahezu überdeckt, gefolgt von Schärfe. Einer Schärfe, die ich am Ehesten mit Chili vergleichen würde.

Der Abgang ist eine Kombination aus überreifer Banane, getrockneten Kräutern und leicht bitteren Noten. Zum Ende hin wird es nochmals sehr süß-sauer, erinnert etwas an flüssigen Süßstoff und Zitronensäure. Dann legen sich die Aromen ab, etwas Milchschokolade und ein paar Erdnüsse klingen auf der Zunge an. Dann wird der Nachklang am Gaumen sehr mild. Letzte – wie auch bereits die allererste Assoziation im Geschmack – sind die in Kokosöl frittierten Bananenchips.

Hierfür eignet sich der Finric Blended Whisky sehr gut: für Cocktails

Durch die vielschichtigen weichen und süßen Aromen und seine Qualität bietet sich der Finric Blended Whisky geradezu als Grundlage für Whisky Cocktails an. Ich hab zwei Rezepte für euch.

Finric Tropical Coffee

Finric Tropical Coffee

Bei diesem Cocktail treffen herb-bittere Noten des Coffee Tonics auf tropisch fruchtige Aromen und Vanilletöne des Finric Whiskys und des Passionsfrucht-Nektars. Sehr lecker.

Folgende Zutaten benötigst du für den Finric Tropical Coffee:

  • 60 ml Finric Blended Whisky
  • 70 ml Thomas Henry Coffee Tonic
  • 120 ml Passionsfrucht-Nektar / Maracuja Nektar

Den Passionsfrucht-Nektar und den Finric Blended Whisky auf Crushed Ice shaken, dann in ein Old Fashioned Glas geben. Abschließend mit dem Thomas Henry Coffee Tonic aufgießen und servieren.

Finric Sweet & Bitter

Finric Sweet & Bitter

Wer eher kräuterige Aromen mag und gerne einen Highball trinkt, für den ist der Finric Sweet & Bitter genau das Richtige. Hier treffen die fruchtig-süßen und minzigen Noten des Finric Blended Whisky auf bittere und leicht zitronige Aromen.

Diese Zutaten benötigst du für den Finric Sweet & Bitter:

  • 60 ml Finric Blended Whisky
  • 20 ml Heiland Doppelbock Likör
  • 20 ml Zitronengras & Verbena-Sirup von Erba Sirup
  • Soda

Ein Highballglas mit Eiswürfel auffüllen, die Zutaten nacheinander ins Glas geben, mit Soda aufgießen und langsam umrühren. Mit einer Orangenzeste servieren.

Fazit

Der Finric Blended Whisky bietet schöne Aromen wie die überreife Banane, Minze (wahrscheinlich vom Grain Anteil) und die Schärfe von Chili, was Wiedererkennungswert hat. Mir persönlich ist er etwas zu süß und hat zu wenig Kanten, allerdings möchte er kein Whisky für einen großen Sensorik-Abend sein, sondern einfach für ein gemütliches Beisammensein – egal ob pur oder als Cocktail. Das spiegelt er wider und das ist er auch.

Finric hat uns freundlicherweise für diesen ehrlichen und unabhängigen Testbeitrag mit einer Flasche des Whiskys unterstützt. Für die Bereitstellung des Sirups möchten wir uns bei Erba bedanken. Wir möchten ausdrücklich erwähnen, dass dies unsere Meinung in keinster Weise beeinflusst.

2 Gedanken zu „Finric Blended Whisky

    1. Liebe FINRIC’s,
      freut uns auch, dass euch der Beitrag zusagt. Ich hab die Flasche schon oft bei Flo stehen sehen. Wird also Zeit, dass ich auch mal in den Genuss komme.
      Viele Grüße,
      Nicolas

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