Fujikai 10 yo Whisky Verkostung

Fujikai 10 yo Whisky Verkostung

Japanische Single Malts erfreuen sich immer größerer Beliebtheit unter den Whiskytrinkern und -sammlern. Eine Ausnahme scheint da allerdings der Fujikai 10 yo zu sein. Man liest und hört über ihn allerlei wilde Beschreibungen. So ist von „russischer Wehrmachtsdiesel“ über „Parkettpolitur“ und „muffiger Maschinenraum“ bis zu „verbrannten Autoreifen“ viel unschönes dabei. Diese Assoziationen machten uns natürlich neugierig, weshalb wir das Risiko eingegangen sind und ihn für euch verkostet haben.

Fujikai 10 yo
Sample Fujikai 10 yo, 43 Vol.-%

unsichtbarer Absatz

Der Fujikai 10 yo Single Malt Whisky wird von der Brennerei Monde Shuzo in Fuefuki (Japan) hergestellt. Er ist auf weltweit 8.500 Flaschen á 0,5l limitiert, wovon  900 (!) Flaschen ihren Weg nach Deutschland fanden. Nur für ein Experiment ist eine dieser raren Flaschen zu teuer. Der Preis pro Flasche liegt bei ca. 70 €. Glücklicherweise wollte ein Mitglied einer Whisky Community die Flasche aber aus seiner Sammlung wieder entfernen. Bei der folgenden Flaschenteilung des Fujikai 10 tummelten sich viele Neugierige wie wir – wir haben uns aber trotzdem ein Sample erkämpft. Nicht für unseren Gaumen, nur um die Neugierde unserer Leser zu befriedigen versteht sich. Vielen Dank an dieser Stelle an Matthias für die Möglichkeit und viel Erfolg auf der Suche nach einer neue Flasche, die den Platz des zehnjährigen Japaners gebührend einnehmen kann und deinem Gaumen mehr zusagt.

Optisch erinnert die Halbliterflasche stark an den Kubota Senju Sake, einen japanischen Reiswein. Trotz des Literpreises von etwa 140€ hat man bei dem Fujikai 10 yo auf einen hochwertigen Korken als Verschluss verzichtet und die Flasche mit einem billigen blechernen Schraubdeckel verschlossen. Ihr kennt sie ja alle von normalen Limonadenflaschen, diese Blechdeckel. Dreht man diesen zu weit wird der Verschluss undicht. Das ist mir letztens auch beim Hampstead London Dry Gin von Lidl passiert. Ärgerlich, denn wenn der Deckel nicht mehr richtig schließt entweichen Alkohol und Aromen der Flasche. Bei dem Preis hätte man also einen besseren Verschluss erwarten können. Bei vielen anderen japanischen Whiskys werden zwar auch Schraubverschlüsse eingesetzt, meistens jedoch bedeutend hochwertiger.

Im Netz findet man zahlreiche Meinungen. Wir gingen aber ohne eigene Vorstellungen an den Fujikai 10 yo heran, um unsere Geschmacksknospen nicht zu täuschen. Er erweckt im Glas farbliche Assoziationen zu Altöl. Hier hat die Brennerei mit Zuckerkulör gefärbt um einen gleichmäßigen, kräftigen Ton hinzubekommen.

Fujikai 10 yo
Nosing & Tasting

Der Fujikai 10 yo im Detail

In der Nase kommt als erstes eine Mischung aus unangenehmen Gerüchen an, irgendwie gummiartig. Man riecht etwas Rauch, der sich aromatisch allerdings nicht so  intensiv wie der Torfrauch schottischer Whiskys breitmacht. Eher wie der Rauch von einem Lagerfeuer, in dem Jugendliche alte Obst-Steigen inklusive Etiketten, Kleber und Metall verbrennen. Näher erkennbar sind jetzt ledrige Töne sowie der Geruch verbrannter Autoreufen – der Gummi ist wieder da. Verbrannte Autoreifen, die in einem muffigen Heizungsraum gelagert werden.

So unangenehm, wie er in der Nase ist, ist er beim ersten Geschmackstest durchaus nicht. Der Fujikai 10 yo ist mild und leicht wenn er auf der Zunge landet. Allerdings ist das nur die erste Wahrnehmung, danach tritt er extrem ölig, alt und sprittig nach. Man könnte es von der Assoziation am Ehesten mit Altöl oder Diesel vergleichen. Wir haben zwar bisher weder Öl oder Diesel verkostet, den Geruch von der Tanke kennt aber jeder.

Der Abgang ist lang und trocken. Das Ledrige kommt stark durch. In den Geschmacksangaben des Herstellers steht ja u.a. „süß“. Das trifft auf den Abgang zu. Zumindest ist eine leichte künstliche Süße ist vorhanden. Den muffigen Heizungskeller bekommt man jetzt allerdings länger nicht mehr von der Zunge bzw. aus dem Glas!

Fujikai 10 yo

 

Tastingnotes

Optik: Farbliche Assoziation zu Altöl (es wurde mit Zuckerkulör gefärbt).

Geruch: Gummi, muffig, ledrig, etwas Rauch

Geschmack: Mild und leicht. Stark ölig, alt, sprittig, ledrig. leichte Eichennote.

Abgang: Lang, trocken, ledrig, muffig, künstlich süß

Fujikai 10 yo

Fazit: Der Fujikai 10 yo Single Malt Whisky aus Japan schmeckt, als wäre er 10 Jahre gelagert worden – aber nicht wie vom Hersteller angegeben in Bourbon Eichenfässern, sondern in einer alten japanischen Werkstatt oder Tankstelle. Gemeinsam mit verbrannten Gummireifen und billigem angekokeltem Sperrholz. Wie man für diesen Single Malt allerdings allen Ernstes 70 € verlangen kann, fragen wir uns wirklich: hier ist weder die Flasche mit Verschluss noch das eigentliche Produkt lecker und hochwertig.

 

Da es beim Fujikai 10 yo so viele tolle und amüsante Geschmacksbeschreibungen gibt, haben wir uns gedacht, wir zitieren einfach mal ein paar der Genießer und Blogger. Vielen Dank für eure Teilnahme!

  • >> Brennender Reifen im U-Bahn-Tunnel << – Andreas Horenburg (Talking Malts)
  • >> Ernsthaft!? << – Tom Wipperfürth (tomtrinkt.de)
  • >> Der Fujikai stinkt nach Altgummi und schmeckt nach Diesel << – Clemens Milich
  • >> Manche Dinge will man gar nicht mehr wissen, nachdem man sie weiß << – Florian Kaiser (Whisky Life)
  • >> Der ist gar nicht mal so gut! << – Pat Hock (Pat Hock Whisky)
  • >> Leck mich am Arsch, er wird seinem Ruf gerecht – hatte noch keinen Schlechteren << – Christian Zimmermann
  • >> Wenn man ihm eine Chance gibt, ist er besser als sein Ruf << Andreas Hannes
  • >> Der Fujikai 10y ist ein sehr toleranz- und gewöhnungsbedürftiger Whisky, der aber die wunderbare Eigenschaft besitzt, den größten Teil aller Whiskygenießer zu einer einheitlichen Aussage hinsichtlich seines Geschmackes zu bewegen. << – Andreas Ames

Disclaimer:

Dieser Beitrag ist für uns eine Premiere. Eine unserer Leitlinien für den Blog ist, dass wir nur Produkte vorstellen, die wir auch selber toll oder interessant finden. Deshalb findet man wenig negative Vibes in unseren Beiträgen. Die Gesundheit unserer Leser liegt uns sehr am Herzen, deshalb empfehlen wir dir dich von diesem Whisky fern zu halten. Die Whiskywelt ist mittlerweile so groß geworden und für jeden Geschmack ist etwas passendes dabei. Hier findest du weitere interessante Beiträge zum Thema Whisky und Whiskey.

Wenn du nach diesem abstoßendem Review trotzdem neugierig auf den Fujikai 10 yo geworden bist, findest du diesen Single Malt Whisky aus Japan bei Amazon*.

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