GinT Ronnefeldt & Ziegler

GinT | Ronnefeldt x Ziegler

Gin meets Tee. Das Teehaus Ronnefeldt und die Edelbrennerei Ziegler haben sich zusammengetan um die Teefreunde und Spirituosenkenner gleichermaßen zu begeistern. Kann die Infusion aus Gin3 und Morgentau Tee überzeugen? Wir haben uns das Ergebnis, den GinT, mal etwas genauer angeschaut.

GinT – die Infusion aus Gin und Tee

Wie bringt man Tee und Gin unter einen Hut? Eigentlich klingt eine Infusion recht simpel: Man lässt den Tee im Gin ziehen und genießt das Ergebnis. Aus meinen Gesprächen mit Paul von Kakuzo Vodka weiß ich allerdings, dass das Ganze nicht so einfach ist. Bis das richtige Verhältnis aus Menge und Ziehzeit gefunden war sind bestimmt einige Versuche ins Land gegangen. Zum Glück liegen mit dem Gin3 und dem Morgentau bereits zwei vielversprechende Basisprodukte zugrunde.

Gin3

Als Basis dient der Gin3 der Freudenberger Edelbrennerei Ziegler, ein klassischer Dry Gin mit 13 Botanicals und ausbalancierten Wacholder- und Zitrusnoten. Zu den Botanicals gehören unter anderem noch Hopfenblüten, Kakao, Ingwer und Koriander.

+ Morgentau

Der Gin wird mit dem Morgentau Tee aus dem Teehaus Ronnefeldt infusioniert. Ein aromatisierter Sencha (grüner Tee) mit Mango- und Zitrusnoten. Der Tee gehört seit 30 Jahren zum festen Ronnefeldt-Sortiment und ist damit ein echter Klassiker.

= GinT

Das Ergebnis der beiden Traditionsmarken hört auf den Namen GinT infused with Morgentau und hat 45% vol. Die 700ml Flasche besitzt kein Etikett, sondern ist direkt mit schwarzer Farbe bedruckt. Je nach Blickwinkel lässt sich die schwarze Schrift auf dem dunklen Inhalt teilweise schlecht ablesen. Mittlerweile ist der GinT auch in 500ml-Flaschen und als 50ml-Mini erhältlich, die diesen Kritikpunkt mit limettengelber Schrift und neuem Deckel aushebeln. Was alle Größen gemeinsam haben ist die schöne Flaschenform, die an den Cardhu Whisky erinnert, und der hochwertige Kunstkorken mit Holzdeckel und goldener Ziegler-Plakette.

GinT Ronnefeldt & Ziegler

Der GinT im Geschmackstest

Nun zum Wichtigsten. Die Farbe ist ja bereits aufgefallen und nimmt vorweg, dass es sich um keinen “normalen” Gin handelt. Der dunkle Inhalt der tollen Flasche erinnert aber eher an schwarzen, als an grünen Tee oder an Rum im Spirituosenkontext.

Der Geruch verheimlicht aber nicht, dass es sich um Gin handelt. Eine deutliche Wacholdernote liegt über dem fruchtigen Aromateppich. Mango, Zitrusnoten und Hopfenblüte wechseln sich ab. Bei intensiverem Nosing kommt ab und zu ein leichtes, alkoholisches Stechen durch. Während dem Nosing schwenke ich das Glas regelmäßig hin und her und beobachte wie der GinT in meditativen Schlieren langsam den Glasrand hinunter fließt.

Ich empfehle übrigens vor dem ersten Tasting auch mal einen Morgentau Tee zu genießen – nicht nur um den Einfluss des Tees auf den Gin heraus zu schmecken, sondern weil es einfach ein toller Tee ist, den ich schon sehr lange trinke.

Der erste Schluck begeistert durch das weiche Mundgefühl. Der Gin3 soll schon ein sehr reiner und weicher Gin sein. Ich glaube jedoch, dass die Infusion durch den Morgentau noch einiges dazu beiträgt. Der fruchtige Sencha mit den Mango-Aromen kommt sehr gut durch ohne den Gin zu überdecken. Nach wie vor sind Wacholder, Zitronenschalen, Koriander und Hopfenblüten schön rauszuschmecken.

Im Abgang schlägt der GinT leicht ins Bittere um. Kommt hier vielleicht der Kakao noch etwas raus? Dazu gesellt sich eine leichte Schärfe vom Alkohol mit dem Ingwer.

Perfect Serve

Zum ersten Mal bei einem Gin gibt es von mir keinen Perfect Serve mit Tonic Water. Ich habe den GinT mit verschiedenen Tonics ausprobiert und bin zwiegespalten. Von Tonic Watern mit starkem Eigengeschmack kann ich grundsätzlich abraten, da sie sich mit diesem speziellen Gin überhaupt nicht vertragen. Auch klassische Indian Tonic Water tun sich schwer den Gin nicht zu sehr überdecken. Entweder es wird zu süß oder zu bitter. Außer dem besonders leichten Gents Swiss Roots Tonic Water kann ich also kein Tonic wirklich empfehlen.

Mein Perfect Serve für diesen Gin ist ein klassischer Highball. Der GinT, Soda und je nach Geschmack eine angepresste Zitronenspalte. Fertig ist mein Perfect Serve. Und gleichzeitig möchte ich hierbei mal wieder eine Lanze für die Kombination aus Spirituose und kohlensäurenhaltigem Mineralwasser brechen. Oft braucht es nicht mehr und manchmal lenkt auch alles andere von einer besonderen Spirituose zu sehr ab.

Fazit

Normalerweise folgt an dieser Stelle noch ein kleines Fazit, das ich mir bei diesem Review sparen möchte. Der letzte Abschnitt und die Tatsache, dass ich diesen Gin am liebsten Pur genießen möchte und nicht mit Tonic Water verfremden möchte, steht für sich. Eine interessante Alternative ist jedoch den GinT als Basisspirituose für Gin Cocktails zu verwenden. Mein erster Versuch war ein Tea infused Gin Sour. Das Rezept dazu findest du in diesem Beitrag:

Mein Dank geht an die Brennerei Ziegler für die Möglichkeit, diesen Gin zu probieren. Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass unsere Meinung jederzeit unabhängig und ehrlich auf diesem Blog kommuniziert wird.

3 Gedanken zu „GinT | Ronnefeldt x Ziegler

  1. Echt, schmeckt der?
    Ich finde den Ziegler Gin ja mega enttäuschend. Von dem hätte ich mir viel mehr erwartet. Der ist bis jetzt bei jeder Blindverkostung gnadenlos durchgefallen.
    Daher kann ich mir kaum vorstellen, dass der mit Tee besser werden soll.

    1. Oder vielleicht gerade deswegen?
      Ich kenne den Basis-Gin nicht pur, sondern nur die Beschreibungen und musste mich daran orientieren.
      Welchen Gin von Ziegler meinst du genau? Es gibt ja nicht nur einen.

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