Glenfiddich Grand Cru

Glenfiddich Grand Cru 23yo | Tasting Notes

Heute haben wir einen ganz besonderen Whisky für euch: Den Glenfiddich Grand Cru 23yo. Der Name lässt schon mal auf etwas Großes schließen. Und tatsächlich ist der Grand Cru kein Einzelgänger sondern der Auftakt einer neuen Grand-Serie von Glenfiddich.

Die erste Abfüllung reifte 23 Jahre in amerikanischen Weißeichenfässern sowie Ex-Sherryfässern aus europäischer Eiche. Ein abschließendes sechsmonatiges Finish in Cuvée-Weinfässern sorgte für seinen Namen und Geschmack. Grand Cru bezeichnet die besten Lagen einiger Weinanbaugebiete in Frankreich und bringt besonders edle Weine und Champagner hervor. Der Glenfiddich Grand Cru soll nun die Brücke schlagen und die edelsten Einflüsse von Schottland und Frankreich verbinden. Die besonders aufwändige Verpackung, in der sich die Flasche drehen lässt, sowie das Branding mit viel Gold auf Schwarz unterstreichen diesen Anspruch.

Glenfiddich Grand Cru

Faktencheck

  • 40% Vol.
  • 23 Jahre alt
  • keine Angabe über Filtrierung/Färbung
  • Reifung in amerikanischer und europäischer Eiche
  • Finish in Cuvée-Weinfässern (6 Monate)

Tastingnotes

In der Nase war bereits zu Beginn der typische Glenfiddich Charakter mit schönen Apfel- und Birnennoten zu spüren. In diesem war der Geruch sehr süß, daher hatten wir die Assoziation zu einem glasierten Jahrmarktapfel. Dazu gesellen sich dann passenderweise die Noten von Trauben & Wein. Es ist nicht bekannt welche Rebsorten sich vorher in den Cuvée-Fässern befanden, daher waren wir uns auch im Nosing nicht einig ob wir etwas rausbekommen. Sowohl rote Trauben als auch die Säure von Weißweinen war für uns erkennbar.

Geschmacklich deckt sich die Erfahrung weitestgehend mit dem Nosing. Süßer Apfel paart sich mit Birne, roten Beeren und Trauben. Das Ganze wird durch eine perfekt ausbalancierte Säure ergänzt. In zuckerreichen Weißweinen sorgt die Säure für ein mildes Geschmackserlebnis. Beim Glenfiddich Grand Cru ist es ein ähnliches Zusammenspiel aus Säure und Süße. Gleich beim ersten Schluck merkt man, das der Whisky für den Trinkgenuss gemacht ist. Und auch die Bedenken über “nur” 40% und Spekulationen über die Gründe sind schnell vergessen, denn das Geschmackserlebnis wird dadurch nicht negativ beeinflusst. Bei der weiteren Verkostung des Grand Cru kommen noch zwei weitere Aromen zum Vorschein, die im Nosing komplett gefehlt haben. Zum Einen Vanillenoten, die sich zwar nicht aufdrängen aber deutlich mitspielen. Und zum Anderen wird der Glenfiddich nach einiger Zeit im Mund malzig. Der Malz bringt wieder eine ganz andere Ebene der Süße mit.

Ebenso wichtig wie der Geschmack ist das Gefühl, den ein Whisky im Mund hinterlässt. Der Glenfiddich Grand Cru legt sich gut am Gaumen ab und bewirkt dabei dieses leicht ziehende, pelzige Gefühl. Man muss kein Weinkenner sein oder den Begriff Tannine kennen. Jeder, der schon mal auf Traubenschalen rumgekaut hat, kann den Effekt der Gerbstoffe beschreiben. Wodurch das Gefühl im Glenfiddich Grand Cru nun hervorgerufen wird sei mal dahin gestellt. Aber durch den großen Namen und die sonstigen Assoziationen zwischen Whisky und Wein passt die Beschreibung auch hier ganz gut.

Coffee Whisky and More

Kurzfazit

Nach einem relativ kurzen, honigsüßen Abgang folgt entweder gleich der nächste süße Schluck oder die herbe Enttäuschung wenn das Glas geleert ist. Der Glenfiddich Grand Cru ist extrem süffig und lecker. Eindeutig ein Whisky für den Trinkgenuss in netter Gesellschaft, weshalb die schlechte Vefügbarkeit in Deutschland und der Preis besonders Schade sind. Aber wir sind gespannt was Glenfiddich ab 2020 noch in der Grand-Serie bringen wird.

In einer früheren Version dieses Artikel hieß es, der Whisky wäre limitiert. Das stimmt so nicht, die Flaschen sind nicht limitiert. Allerdings hat Glenfiddich aus vertrieblichen Gründen entschieden den Grand Cru offiziell erst 2020 nach Deutschland zu bringen was die schwierige Verfügbarkeit momentan* erklärt.

*Stand 11/2019

In desem Sinne: Slainté und einen großen Dank an Eddie Lederer, der den Glenfiddich Grand Cru auf dem diesjährigen Augsburger Whiskysalon zur Verkostung dabei hatte.

Eddie Lederer auf dem Whiskysalon

Ein Gedanke zu „Glenfiddich Grand Cru 23yo | Tasting Notes

Schreibe einen Kommentar