Hans Jürgen Gin Eiszeit

Hans Jürgen Gin | Eiszeit

Der Winter neigt sich so langsam dem Ende zu, die ersten frühlingshaften Tage hatten wir schon. Und trotzdem ist es nachts noch eisig kalt. Zeit dem Eiszeit Gin von Hans Jürgen noch einmal auf den Zahn zu fühlen.

Hans Jürgen Gin

In der Singold Brennerei in Wehringen bei Augsburg brennt Hans Jürgen Filp den gleichnamigen Gin. Das Besondere dabei: Es gibt zwei verschiedene Hans Jürgen Gins aber nie beide gleichzeitig. Letztes Jahr kam zuerst der Heisszeit als Sommervariante auf den Markt, die wir bei unserer Besichtigung der Destillerie kennen lernten. Auf dem Augsburger Whiskysalon im Oktober wurde dann der Eiszeit für die kalten Monate gelauncht. Mehr zur Destillerie und der Herstellung des London Dry Gins lest ihr hier.

Eiszeit Gin

Der „Wintergin“ ist seinem Bruder im Grunde sehr ähnlich. Man merkt, dass sie beide aus demselben Hause stammen. Das geht beim Flaschendesign los. Beide Gins kommen in der gleichen, klaren 0,7 Liter Apothekerflasche mit schwarzem Holzdeckel und Kunstkorken daher. Das Etikett ist als gezackte Banderole ausgeführt – die Heisszeit in gelb, die Eiszeit in lila.

Selbst die Zutaten lesen sich ähnlich. Ingwer und Zitrusfrüchte- und Schalen treffen auf Wacholder, Kardamom und Koriander. Während der Sommergin aber noch durch Lavendel abgerundet wird, finden sich im Winter Zimt und Engelwurz auf der Liste. Den größten Unterschied in der Rezeptur macht wahrscheinlich die geänderte Dosierung aus. Besonders der Wacholder, dessen Menge verdoppelt wurde. Äußerlich lässt nur der höhere Alkoholgehalt von 45% darauf schließen, dass es sich hier um den Kräftigeren der beiden Brüder handelt.

Im Glas

Der Eiszeit Gin bildet beim Schwenken einen schönen Film am Glasrand, der in Schlieren langsam die Glaswand hinunterläuft. Diese Rückstände lassen sich natürlich wunderbar riechen, um sich den Gin erstmal im Nosing zu nähern. Die erste wahrnehmbare Note ist eine leichte Muffigkeit, die aber schnell wieder verschwindet. Dieser Geruch ist mir beim Heisszeit noch viel ausgeprägter aufgefallen. Damals habe ich ihn dem Lavendel zugeschrieben und daher als mild und blumig beschrieben. Das ist sicher nicht jedermanns Geschmack und daher bin ich froh, dass diese Geruchsnote schnell dem kräftigen Charakter des Eiszeit Gins Platz macht. Beim zweiten Zug treten Ingwer und Zitrusaromen, besonders Orange, in den Vordergrund. Und beim dritten Versuch kribbelt dann auch die angenehme, leichte Schärfe in der Nase.

Geschmack

Die erwartete Komplexität ist auch im Geschmack sofort da. Eine gekonnte Verbindung aus der Würzigkeit (Pfeffer, Ingwer, Kardamom) mit Kräuteraromen (u.a. spürbar mehr Wacholder) und Süße. Dazwischen preschen immer wieder die winterlichen Assoziationen, hervorgerufen von Zimt und Orange, die auch einen großartigen Abschluss bilden.

Der Abgang ist relativ kurz kräftig. Am deutlichsten bleiben Zitrusaromen, vor allem Orange, und eine leichte Ingwerschärfe im Gedächtnis.

Gin & Tonic

Einen guten Gin & Tonic bekommt man mit Fever-Tree Indian Tonic Water. Zu Beginn ist die Kombination floral, wie der Heisszeit & Tonic auch. Die erhöhte Wacholder-Dosis schmeckt man deutlich raus. Insgesamt ist der Drink sehr zitruslastig, erst süß und später tonicbitter.

Den besseren Gin & Tonic erhaltet ihr mit dem Fever-Tree Mediterranen Tonic Water. Der Eigengeschmack vom Tonic passt super zum kräftigen Eiszeit Gin. Wer auf der Suche nach einer besonders süffigen Kombination ist, wird hier fündig. Ich würde sagen der perfekte Longdrink für die ersten warmen Frühlingsnachmittage auf der Terrasse, die zum Sonnenuntergang hin noch zapfig kalt werden und nach etwas kräftigem Verlangen.

Fazit

Wir haben den Hans Jürgen Eiszeit zum ersten Mal im Sommer bei der Brennereibesichtigung verkosten dürfen. Im direkten Vergleich war schon klar, dass der Wintergin die komplexere Variante von beiden ist. Nun können wir das bestätigen. Trotz seines kräftigen Charakters bringt er die Hans Jürgen-typische Leichtigkeit mit. Beide Produkte ergänzen sich toll und deshalb wird auch der Eiszeit Gin Ende April wieder Platz machen für den floralen, sommerlichen Heisszeit.

Übrigens: Wem der Wintergin, selbst im Vergleich zur Sommervariante, zu langweilig ist der findet mit dem Wagyu Gin aus dem gleichen Hause noch ein richtig spezielles Produkt.

https://www.coffeewhiskyandmore.de/wagyu-gin/

Wir bedanken uns beim Hersteller, der uns den Eiszeit Gin für diesen Test zur Verfügung gestellt hat. Einer ehrlichen Berichterstattung steht dies jedoch nicht im Weg. Zu kaufen gibt es den Gin u.a. bei Wacholder Express.

2 Gedanken zu „Hans Jürgen Gin | Eiszeit

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