Harahorn Gin | Small Batch Gin aus Norwegen

Den Bayern ihr Wolpertinger ist den Skandinaviern ihr Harahorn. So stand dieses Fabelwesen Pate für einen Small Batch Gin aus Norwegen, der als “Harahorn Gin” verkauft wird. Über die interessante Auswahl an norwegischen Botanicals und das Fabelwesen erfahrt ihr nun mehr.

Das “Harahorn”, oder auch zu deutsch “Hasenhorn”, ist Namensgeber für den Harahorn Gin und ziert die schöne blaue Flasche. In Bayern kennt man das Tier eher als “Wolpertinger”. Was beide Wesen allerdings verbindet, ist die Tatsache, dass es sich um ein Fabelwesen handelt. Das Harahorn wird auch als Hase mit Elchgeweih beschrieben. Auch wenn es sich bei dem Harahorn um ein realitätsfernes Wesen handelt, ist der Hersteller des Gins im Gegensatz dazu sehr irdisch. Die Det Norske Brenneri aus Grimstad im südlichen Norwegen wurde 2005 gegründet und brennt ihren norwegischen Wacholderschnaps in kleinen Batches. Für die Vermarktung bedienten sie sich der klassischen norwegischen Fabelfigur.

Der Harahorn Gin ist in einer schönen blauen Flasche abgefüllt, die das Logo, der Harahorn und eine norwegische Flagge zieren. Verschlossen ist die Flasche mit einem Kunststoffkorken, was bei einem Gin, der ca. 22 Euro kostet, nicht weiter wild ist. Erst in teureren Gefielden findet sich normalerweise ein echter Korkenverschluss.

Harahorn Gin
Schöne blaue Flasche im norwegischen Gewand: der Harahorn Gin

Die Botanicals

Bei der Wahl der Botanicals hat die Destillerie für Ihren Harahorn Gin hauptsächlich auf norwegische Botanicals zurückgegriffen. Neben den üblichen Klassikern wie Wacholder und Engelswurz (Angelikawurzel) hat die Destillerie für ihre Rezeptur u.a. Rhabarber, Blaubeeren, Blasentang und Majoran verwendet. Diese stammen alle aus der Umgebung der Destillerie und sind somit in Norwegen beheimatet.

Geschmackstest

Hinter angenehm weichem Wacholder treten im Geruch schöne fruchtige Blaubeeren an die Oberfläche. Dabei riechen sie auf keinen Fall künstlich, sondern vielmehr wie frisch gesammelte und aufgeschnittene Blaubeeren. Der frische süß-saure, leicht erdige Duft, der sich ebenfalls im milden Bouquet des norwegischen Gins wiederfinden lässt, kommt von einem Obst, was ich persönlich nicht so gerne mag: Rhabarber. Man kann einerseits streiten, ob einem Rhabarber schmeckt oder nicht. Was aber bisher relativ unbestritten war, ist die Tatsache, dass es sich eben um kein Gemüse, sondern um Obst handelt. Nichts desto trotz ist er am Geruch relativ gut erkennbar. Wie bei so vielen Gins ist auch noch Angelikawurzel (oder Engelwurz) spürbar vorhanden. Charakteristisch für diese Pflanze ist der leicht süße, intensiv würzige Duft, der langsam in bittere Töne abdriftet.

Auf der Zunge habe ich zuerst milde eher bittere Töne. Dann tritt zunächst stark der Wacholder in den Vordergrund, um eine würzige Schärfe folgen zu lassen. Es gesellt sich eine intensive beerige Süße dazu. “Hier sind die Blaubeeren”. Allerdings keineswegs wie Kaugummi oder generell aromatisierte Kaudragees mit Blaubeeraroma. Sondern vielmehr, wie auch bereits im Geruch wahrgenommen, ein frischer fruchtiger Geschmack. Genau so fühlt es sich im Mundraum an. Drumherum spürt man einen intensiven Mantel aus Wacholder, Angelikawurzel und weiteren Kräutern. Der Rhabarber ist mit seiner süß-säuerlichen, leicht erdigen Geschmacksnote auch zu erkennen und bindet sich zu meiner Überraschung sehr gut in das Gesamtaroma ein.

Im Nachgang ist eine sofortige intensive Schärfe spürbar. Da hat er dann wirklich Drive und man kann die 46 Vol-% tatsächlich spüren. Das scharfe Gefühl im Rachen ebbt in einen stimmigen Nachdruck des bisherigen Geschmackserlebnisses ab und hinterlässt einen frischen kräuterigen nordischen Eindruck.

Tonic-Empfehlung

Ein aufgrund der verwendeten Botanicals sehr gut passendes Tonic zum Harahorn Gin ist das Rhubarb Tonic Water with Hibiscus von Franklin & Sons. Denn auch hier ist der Rhabarber enthalten. Wer lieber einen klassischen Gin & Tonic machen möchte, der kann beruhigt zum Gents Swiss Roots Tonic Water oder anderen etwas zurückhaltenderen Indian Tonic Waters greifen.

Fazit: Der Harahorn Gin gleicht vom Geschmack, Geruch und auch Optik dem, was ich mir unter einem norwegischen Gin vorstelle: Nordischer Geschmack, erfrischender fruchtig-wacholdriges Aroma und Charakter – abgefüllt in einer nordisch anmutenden Flasche. Für mich ein echter Preis-Leistungs-Kracher, der sowohl optisch als auch geschmacklich in jeder Bar einen Platz finden sollte.

Für den Harahorn Gin müsst ihr kein skandinavisches Land aufsuchen, den Gin bekommt ihr u.a. bei Spirits of Scandinavia und bei Wacholder-Express.

Vielen Dank an die Det Norske Brenneri für die Zusendung des Gins. Das hat allerdings keinerlei Einfluss auf meine persönliche Bewertung.

Harahorn Gin
Harahorn Gin

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