Highball

Highball | Cocktailrezept

Er ist kein eigener Cocktail, sondern eine ganze Cocktailgattung. Ein echter Klassiker, in meiner Generation jedoch oft von Longdrinks und Fancy Cocktails verdrängt. Die Rede ist vom Highball, den ich für mich in der Weihnachtszeit wieder entdeckt habe.

Ein echter Klassiker

Vielleicht lässt sich über die Bezeichnung Cocktail für den Highball streiten, wenn man nur an Fancy-Cocktails mit zig Zutaten denkt. Um die Cocktailgattung aber genießen und erleben zu können müssen wir uns von der Assoziation zu Schirmchencocktails lösen. Die Idee eine Spirituose mit einem kohlensäurehaltigen Mixer zu mischen ist schon seit dem 19. Jahrhundert bekannt, als in England begonnen wurde Brandy mit Soda zu mischen. Ab ca. 1880 verschoben sich die Vorlieben zugunsten des Whiskys und Scotch and Soda wurde der “heiße Scheiß” in der gehobenen, englischen Gesellschaft. Daher ist diese Kombination wohl die populärste in der Gattung.

Highball Zubereitung

Die Zubereitung des Highballs ist denkbar simple. Eine Spirituose als Basis, einen Filler wie z.B. Soda oder Ginger Ale, Eis und evtl. eine passende Garnitur. Weitere Zutaten können vorkommen, sind mir aber bei meinen Recherchen selten begegnet.

Das typische Highball-Glas ist schmal und hoch. Ich seh das nicht so eng, weshalb ich den Drink auf den Bildern auch mal im Tumbler fotografiert habe. Wichtig ist jedoch die Größe von etwa 15-20cl. Den darin liegt auch schon einer der wenigen klaren Unterschiede zum Longdrink. Alles darüber ist eindeutig ein Longdrink. Ein weiterer Unterschied ist das Mischverhältnis. Während beim Longdrink der Filler einen viel größeren Anteil hat, bewegen sich die Mischungen beim Highball je nach Geschmack bei 1:5 bis 2:5.

Du gibst also für einen Highball im Mischverhältnis 1:2 folgende Zutaten ins Glas.

4cl deiner Wahl-Spirituose
8cl Filler
einen großen Eiswürfel
passende Garnitur

Die Zutaten werden direkt im Glas auf Eis “aufgebaut” und bei Bedarf einmal kurz umgerührt. Nach Belieben kann das Mischverhältnis natürlich leicht nach oben oder unten variert werden. Der Highball wird dann allerdings auch so serviert und nicht, wie häufig beim Longdrink, mit dem Rest des Fillers im Fläschchen.

Highball

Highball mit Whisky…

Wie oben bereits geschrieben ist der “Scotch and Soda” einer der populärsten Highballs. Da der Highball mit Whisky und Soda schon viel länger bekannt, als der Single Malt Hype alt ist bietet sich klassischerweise natürlich ein Blended Whisky mit Grain-Anteil an. Die fruchtig, leichten Aromen aus dem Grain-Whisky kommen erst mit Wasser so richtig zur Geltung.

Aber auch ein Single Malt Whisky eigent sich für den Highball genauso gut. Gerade speziellere Whiskys wie zum Beispiel rauchige Insel-Whiskys oder mit einem besonderen Finish machen im Highball, aber auch im Whisky Sour, meiner Meinung nach eine gute Figur. Für die Bilder habe ich das Luscombe Devon Soda Water mit einem 23 jährigen Bunnahabhain gemixt. Ein 23 Jähriger zum Mixen? Klingt erstmal nach Verschwendung, wenn man sich auf das experiment aber mal einlässt und das Sherry Cask Finish mit der typischen leichten Rauchnote des “Bunna” verlängert genießen kann, lohnt es sich doch. Die Rolle des Soda Wassers, welches übrigens feinperligere und mehr Kohlensäure enthält als Mineralwasser aber sonst komplett ungesüßt ist, ist dabei die leichte Verdünnung des Whiskys ohne den Geschmack sonst zu beeinflussen. Neben der Freisetzung von anderen Aromen können so auch Cask Strength Whiskys gut auf Trinkstärke gebracht werden.

Neben Schotten und japanischen Whiskys sind Bourbon Whiskeys eine beliebte Basis für Highballs. Statt Soda wird dabei aber häufig mit Ginger Ale gemischt. Eine weitere Variante ist der BLT. Bourbon, Lemon und Tonic Water. Dieser leichte Cocktail für laue Sommerabende ist wohl in den USA sehr beliebt, bei uns jedoch weitestgehend unbekannt. Dabei ist der BLT genauso lecker wie einfach. Der süße, weiche Bourbon mit dem bitteren Tonic und der Säure einer leicht ausgepressten Zitronenspalte – mindestens einen Versuch wert.

…und andere Varianten

Da wir schon beim Tonic Water sind: Ich bin mittlerweile großer Verfechter davon den Gin and Tonic als Highball zu mischen und den Gin nicht mehr im Tonic zu ersaufen (aka. Longdrink). Zumindest wenn ich das Wacholderdestillat bewusst genießen will ist das der “Way to go”. Und auch bei Tastings ist es ja die übliche Vorgehensweise den Gin erst pur zu verkosten, dann mit Eis und zum Schluss mit einer kleinen Menge Tonic Water.

Highball

Die Vielfalt dieser Cocktailgattung entsteht natürlich aus den unzähligen Variationen aus Spirituose und Filler. Folgende Liste mit Kombinationen soll nur einen Einblick geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Und auch hier sieht man wie schwierig die Abgrenzung zum Longdrink nur anhand der Zutaten ist.

  • Whisky & Soda
  • Bourbon & Ginger Ale
  • Cognac & Ginger Ale
  • Bourbon & Tonic (mit Zitronenspalte ein BLT)
  • Sherry & Tonic
  • Vermouth & Tonic
  • Tequila & Grapefruitlimonade, Limette (“Paloma”)
  • dunkler Rum & Ginger Ale
  • Gin & Tonic Water
  • Gin & Bitter Lemon
Highball

Für den Beitrag haben wir das Soda und Tonic Water von Luscombe verwendet. Diese tollen Mixers kommen aus dem englischen Devon langsam auch zu uns nach Deutschland. Das Devon Soda Water habe ich leider Online noch nirgends gefunden. Das Devon Tonic Water bekommt ihr unter anderem bei Bottlerocket.

Ein Gedanke zu „Highball | Cocktailrezept

  1. Den Gin Tonic als Highball zu trinken, da bin ich ganz bei Dir.
    Außer man verwendet ein großes Copaglas mit genug Platz für ein Fläschchen Tonic und der dazu passenden Menge an Gin.

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