Japan Gin Tasting mit Food-Pairing im SUSHIYA sansaro

Japan bietet für den flüssigen Genuss nicht nur Sake und Whisky, auch der Gin hat dort seine Fans gefunden. Das SUSHIYA sansaro in München veranstaltet in unregelmäßigen Abständen Tastings mit Food-Pairing, wie auch das Japan Gin Tasting, welches ich im August 2019 besucht habe. Hier ist für euch mein Bericht zum Japan Gin Tasting mit Food-Pairing im SUSHIYA sansaro.

Das Wetter meinte es an dem Sonntag im August mit den etwa 20 Gästen gut – erst nach Ende des 2,5-stündigen Tastings gab es ein paar kühlende Regentropfen. Bedeutungsschwanger hingen die Wolken jedoch am Himmel und auch als Gast überlegte man sich, ob das Tasting sinnvollerweise lieber in das kleine Restaurant verlegt werden sollte. Der Himmel meinte es aber gut mit dem SUSHIYA sansaro. So fand das Tasting auf der wunderschönen Innenterasse in der Amalienpassage statt – thematisch eingerahmt von japanischen Fächerahornen.

Gin Tasting Sushiya Sansaro

Das SUSHIYA sansaro und den Tasting-Leiter Jürgen Liebenau von jwhisky.de kannte ich bereits von einem Japan-Whisky-Tasting mit Food-Pairing, welches Nicolas und ich im Dezember 2018 besuchten. Wenngleich wir dort zum ersten Mal japanischen Whisky probierten, war mir japanischer Gin durch die Japan-Leidenschaft unseres Freundes Doc Joe RG nicht fremd. Also freute ich mich auf eine interessante Kombination aus verschiedenen japanischen Gins und hochwertigem Essen.

Das Japan Gin Tasting mit Food-Pairing

6 verschiedene japanische Gins hatte Jürgen Liebenau für das Tasting ausgewählt, für 5 davon wurden passende Gerichte vom neuen Kreativkoch des SUSHIYA sansaro, Ken-San, serviert. Die sechste Flasche allerdings war ein spezieller und seltener Gin aus dem “Giftschrank” des Referenten. Doch mehr zu diesem besonderen Tropfen später.

Japan Gin Tasting Sushiya Sansaro

Suntory Dry Gin Extra 40%

Gestartet wurde mit einem klassischen Gin, dem Suntory Dry Gin Extra 40%. Diesen gab es als Aperitif in Gestalt eines erfrischenden Gin Tonics mit einem klassisch zitronigen Gin und einem trockenen Tonic Water. Gefolgt von Hamachi No Aburi-Ponzu. Dabei handelt es sich um einem kurz gegrillten Gelbschwanz-Fisch (Hamachi) in japanischer Limettensaft-Sojasoße und Olivenöl. Für mich zum Start schon mal eine sehr sommerliche Kombination, passte hervorragend zum warmen Wetter.

Sushiya Sansaro

Komasa Gin Sakurajima 45%

Als nächstes wurde Hotate To Lobster No Uni-Yaki serviert. Auf dem Teller waren gegrillte Jacobsmuschel und Hummer in Seeigelsoße angerichtet. Die Partnerspirituose zu diesem Gericht war der Komasa Gin Sakurajima 45% mit destillierter Satsuma Mandarine. Während der Gin in der Nase vor allem die Zitrustöne der Mandarine offenbart, folgt am Gaumen auch die Süße. Der Wacholder spielt da eher an letzter Stelle eine Rolle. Was für Gin eher untypisch ist, harmoniert im exotischen Pairing durch die süß-fruchtigen Noten sehr gut.

Ki NO BI Edition K 46%

Der Ki NO BI Edition K 46% der Kyoto Distillery dominierte den nächsten Gang. Das Besondere an diesem Gin ist, dass er für sechs Monate in Fässern der schottischen Brennerei Kilchoman von der Insel Islay lagern durfte und so ein deutlich torfiges und rauchiges Aroma angenommen hatte. Die erdigen, trockenen und rauchigen Aromen und der trotz allem milde Geschmack des Gins stellten eine gute Begleitung zum Maguro No Tar Tar Sushi dar – ein Thunfischtartar auf Sushi-Reis mit Frühlingszwiebeln und gerösteten Pinienkernen. Was aber beim probieren des Kyoto Ki NO BI Edition K deutlich wird: ein klassischer Gin ist das nicht mehr.

Wa Gin Premium Craft Gin 45%

Das Japan Gin Tasting im SUSHIYA sansaro wurde mit dem Uzura No Sanshyo-Yaki als nächsten Gang fortgesetzt. Dabei handelt es sich um gegrillte Wachtelbrust und -keule mit Pilzen auf Bergpfeffer-Sojasoße. Das Gericht hat mir durch die süßlich pfeffrigen Noten an sich schon sehr gut geschmeckt, der dazu gebotene Gin war allerdings auch ein Erlebnis. Der Wa Gin Premium Craft Gin 45% wurde von einer kleinen Sake Brennerei hergestellt. Das erklärt auch die Machart – denn der Gin wurde mit 10 Jahre gereiftem Sake und der japanischen Koji-Hefe angesetzt. Während der Gin in der Nase noch vom Sake einen leicht metallischen Geruch hat, entwickelt er sich geschmacklich in eine andere Richtung. Nach einer kurzen Schärfe wird er mild und zitruslastig, der Wacholder ist deutlich wahrnehmbar. Das passt in meinen Augen sehr gut zur pfeffrig-süßen Kombi des Gerichts. Wer wollte, konnte seinen Gin auch noch mit einem Schweppes Dry Tonic Water als erfrischenden Gin Tonic genießen.

Foodpairing Sushiya Sansaro

Akayane Craft Gin Green Tea 47%

Für das Dessert Matcha To Lime No Mousse hatte Dozent Jürgen Liebenau einen sehr speziellen Gin ausgewählt. Der Akayane Craft Gin Green Tea 47% wird mit einer Grundlage aus Kartoffelsoju hergestellt. Die Kombination aus Wacholder und dominantem Sencha Tee fördert einen typisch japanischen Geschmack des Gins. Süßlich fruchtige Noten und klares Teearoma stechen hervor. Im Abgang wirkt das dann leicht wie ein Birnenbrand. Dafür entfernt man sich damit in meinen Augen weit weg von klassischem Gin – was aber in diesem Fall eher zum Vorteil gereicht. Denn so wirkt die Kombination aus dem Gin und dem Mousse aus japanischem Grüntee und Limetten wie aus einem Guss.

Aus der Gin-Schatzkammer von Jürgen Liebenau für das Japan Gin Tasting

Kein offizieller Bestandteil vom Japan Gin Tasting im SUSHIYA sansaro war ein besonderer Gin, den Jürgen Liebenau aus seinem “Gift-Schrank”, wie er scherzhaft erwähnte, mitbrachte. Der Kinobi 7th Edition KI NOH BI Cask Aged Gin stellt eine Kooperation der Kyoto Destillerie und der Karuizawa Destillerie dar und geht mittlerweile für über 250 Euro über den Ladentisch. Das dürfte nicht nur an den tollen und intensiven Aromen, sondern auch an seiner Limitierung auf 1000 Flaschen liegen. Der Gin der Kyoto Distillery lagerte für sechs Monate in einem Sherryfass und bringt so Frucht, Vanille, Holz, Caramell und einen ordentlichen Schuss Sherry in den Aromen mit. Das war nicht nur ein Highlight für Jürgen Liebenau!

Kinobi 7th Edition KI NOH BI Cask Aged Gin

Die Location

Das Münchner Restaurant SUSHIYA sansaro in der Amalienpassage veranstaltet das Japan Gin Tasting mit Referent Jürgen Liebenau. Abseits von verschiedenen Tastings, unter anderem auch Sake, ist das Restaurant für hochwertiges Sushi, japanische Küche und eine große Auswahl japanischer Whiskys bekannt. Darunter auch einige seltene Raritäten, die weltweit schwer zu finden sind. Wir kennen das Restaurant und die Bar im normalen Tagesgeschäft, weshalb sich eine Reservierung empfiehlt. Die ca. 20 Gäste des Tastings hatten angenehm Platz auf der Außenterasse zwischen den japanischen Fächerahornen. An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal bei der gesamten Küchen- und Servicecrew bedanken. Das Küchenteam um Ken-San hat eindrucksvoll gezeigt, dass es beim Tasting nicht immer nur um Getränke geht.

Sushiya Sansaro, München.

Vielen herzlichen Dank an Jürgen Liebenau, Alexander Reichelt und das Team vom SUSHIYA Sansaro für den tollen Nachmittag.

Wer nun Lust bekommen selbst an einem solchen Tasting teilzunehmen, sollte die Website des Restaurants im Auge behalten.

Weitere Informationen zum Restaurant und seinen Whisky-Tastings findest du in folgendem Beitrag:

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