Kakuzo

Kakuzo | Tea Infused Vodka

Eigentlich habe ich keinen großen Bezug zu Vodka. Eine nichtssagende, klare Spirituose ohne viel Eigengeschmack. Dachte ich zuminest. Bis ich Kakuzo kennen lernte.

Ein Abend voller Überraschungen

Die Gelegenheit dazu hatte ich durch ein Event im Teehaus Chaadin in Schwabing. Moment mal, was hat ein Vodka in einem Teehaus zu suchen? Dazu muss man etwas weiter ausholen und erklären was Kakuzo eigentlich ist. Ein paar Wochen vor der Finest Spirits 2019 flatterte die Einladung zu einem Kakuzo-Abend in besagtem Teehaus in unser E-Mail Postfach. Die Schlagwörter “Asien” und “infusioniert mit Earl Grey” machten mich neugierig. In Begleitung von Tea-Lover und Japan-Expertin Flora (Blog: floratcha.de) machte ich mich also am Montag nach dem Messewochenende auf eine Entdeckungsreise zwischen asiatischem Tee und europäischer Spirituose.

Kakuzo Vodka

Was ist Kakuzo?

Um diesem Abend nichts vorweg zu nehmen habe ich mich entschieden den Stand von Kakuzo auf der Finest Spirits links liegen zu lassen und mich auf diesen Abend zu freuen – richtige Entscheidung. Meine Erwartung war eine klare Spirituose, typisch Vodka eben, mit leichtem Teegeschmack. Die erste Überraschung des Abends. Der Vodka ist dunkel. Richtig dunkel, wie ein lange durchgezogener, englischer Frühstückstee. Und weil der verwendete Schwarztee von Natur aus Teein (=Koffein) enthält, lagen die Scherze über Wachmacher und Vodka im Büro natürlich nahe. Man merkt, dass mit dem Kakuzo Vodka eine neue Spirituosen(unter)kategorie aufgemacht wurde.

Kakuzo Vodka

Uns interessiert immer die Geschichte hinter einem Produkt. Deswegen war es perfekt, dass auch Paul Meinert vor Ort war, um uns Rede und Antwort zu stehen. Zusammen mit seinem Kumpel Marc lies er sich auf verschiedenen Asienreisen von der Tee-Kultur und vielen weiteren Einflüssen inspirieren. Eine entscheidene Rolle spielten dabei Cocktails, die mit Tee verfeinert werden. Nach jahrelanger Experimenterphase ist ihr eigenes Produkt seit Herbst 2018 auf dem Markt.

Herstellung

Allein die Suche nach dem richtigen Tee dauerte über ein halbes Jahr, wie Paul später erzählte. Dank dem Fachwissen eines Hamburger Tee-Kontors entstand ein Earl Grey Blend aus drei verschiedenen Teesorten. Neben den beiden Schwarztees Assam aus Inden und Keemun aus China bringt der japanische Grüntee Sencha noch eine milde Komponente mit ein. Verfeinert wird der Tee in Bio-Qualität noch mit den Ölen von Bergamotte, Grapefruit und anderen Zitrusfrüchten.

Die fertige Tee-Mischung darf dann in einem mehrfach destillierten Roggenvodka ziehen und seinen Geschmack abgeben. Wusstet ihr, dass Roggenvodka grundsätzlich mehr Eigengeschmack mit bringt als Kartoffel- oder Weizenvodka? Ich nicht. Die Menge, Temperatur und Zeit der Infusion bleiben natürlich ein Geheimnis. Aber das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Genauso wie die Flasche. Diese vereint, wie der Inhalt, verschieden Einflüsse Asiens. Im Fokus steht eine Raute mit dem Markennamen in goldenen Lettern, welcher übrigens von dem japanischen Schriftsteller Okakuro Kakuzo inspiriert ist. Umgeben wird das ganze von verschiedenen grafischen Elementen im Ukiyo-e Stil.

Kakuzo Vodka

Kakuzo im Tasting

Aber nun zum interessanten Teil? Wie schmeckt der Kakuzo Vodka? Ich bin wie beim Tasting von Whisky herangegangen und habe mich Schritt für Schritt von der Optik bis zum Abgang vorgearbeitet

Farbe:

Wie oben schon geschrieben ist der Vodka dunkel wie Schwarz-Tee. Die Farbe entsteht allein durch die Zeit der Infusion und es werden keine Farbstoffe eingesetzt.

Geruch:

Zuerst nimmt man den intensiven Geruch des Tees wahr. Typisch Vodka hat man nur einen leichten alkoholischen Geruch, der schnell verfliegt.

Geschmack:

Auch hier dominiert ein intensiver Tee-Geschmack, der trotzdem nicht überdeckend ist. Ab dem zweiten Schluck schmeckt den milden, leicht süßen Vodka heraus und kann das Zusammenspiel mit dem leicht bitteren Earl Grey einordnen.

Warm:

Die Macher legten Wert darauf, den Vodka auch warm (auf max. 50 Grad erwärmt) servieren zu können. Die Assoziation zum Tee ist dabei sofort da, aber auch Sake kann man zum Beispiel erwärmt servieren. Ich muss ehrlich sagen ich mochte diese Variante, zumindest pur, überhaupt nicht. Sowohl Geruch als auch Geschmack waren mir dabei zu intensiv. Außerdem kommt schnell eine stark alkoholische Komponente hinzu. Aber was ich mir vorstellen könnte, wäre den Kakuzo zum Beispiel als Alternative zum klassischen Schuss in Grog oder Punsch zu verwenden.

Kakuzo Vodka

Kakuzo für Cocktails

Wie ich im Laufe des Abends feststellen durfte, glänzt das Produkt so richtig als neue Basisspirituose für Cocktails. Vodka an sich ist natürlich nichts neues, die Teekomponente ist jedoch so stark, dass sie auch in Cocktails noch gut wahrnehmbar ist. Hier einige mögliche Varianten:

Kakuzo Sour mit Maracujasaft, Limettensaft, Vanille und Eiweiß. Ein leckerer Sour mit neuem Twist durch den Tee.

Kakuzo Latte mit Milch und durch Agavendicksaft gesüßt. Ein süßer Dessert-Drink der Richtung Liquor43 + Milch oder Baileys geht.

Kakuzo Mule mit Ginger Ale, Gurke und Ingwer. Die Variante eines Klassikers allerdings statt Ginger Beer mit dem etwas milderen Ginger Ale.

Kakuzo Lemon mit Bitter Lemon + Grapefruitzeste als Garnierung. Auf dem Event wurde er als Longdrink im großen Glas serviert. Die Empfehlung vom Hersteller ist ein Highball mit 1:2-Mischverhältnis. So hätte ich ihn mir auch gewünscht, denn mit zu viel Filler geht die Einzigartigkeit auch irgendwann verloren.

Fazit

Kakuzo ist mehr als “nur” Vodka und definitiv ein interessantes Produkt. Ich sehe den Schwerpunkt als geile alternative Barspirituose für Cocktails. Bleibt nur zu hoffen, dass sich auch bei uns im konservativen München einige mutige Barchefs- und Keeper finden. Ein Tea infused Vodka ist momentan kein Produkt, was ich mir zum pur genießen nach Hause stellen würde. Trotzdem werde ich es mal im Hinterkopf behalten, falls auf der nächsten Hausparty mal wieder ein paar neue Cocktails gezaubert werden sollen. Ich bin gespannt wie sich Kakuzo entwickelt und was die Zukunft noch so bringt. Einen kleinen Einblick in die Ideen habe ich schon bekommen. Es bleibt spannend.

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