Mac Ivors Cider - Real Irish Cider aus Armagh

Mac Ivors Cider | Real Irish Cider aus Armagh

Es ist bereits ein paar Jahre her, dass ich in einem kleinen gemütlichen Pub in Schottland an einem schönen Abend Cider für mich entdeckt habe. Während mittlerweile schon ein paar bekanntere Cider-Marken ihren Weg in die deutschen Geschäfte gefunden haben, gibt es noch viele weitere und kleinere regionale Marken. Allen jenen, die gerne mal ein Bier für einen süffigen Cider stehen lassen, möchte ich in diesem Beitrag die Mac Ivors Cider aus Irland vorstellen.

Das steckt hinter Mac Ivors Cider

Immer wieder fragt man sich im Alltag: was war zuerst da. Die Henne oder das Ei? Während es bei diesem Rätsel schwerer ist, eine passende Lösung zu finden, macht es uns die Cider-Marke Mac Ivors Cider einfach. Allen Anfang machte man 1855 mit einem Hof in einer der sechs großen historischen Grafschaften Nordirlands mit dem Namen Armagh. Annie Mac Ivor, ihr Ehemann und deren neun Kinder bauten auf ihrem Grund Äpfel an. Annie ist auch die Namensgeberin für den Cider, den ihr Sohn Sam und ihr Enkel Greg Mac Neice aus den geernteten Äpfeln herstellen.

Ich habe auf Youtube ein nettes kleines Video von Mac Ivors Cider gefunden, was in Kurzform aufzeigt, wie der Apfel vom Baum beim Kunden als Cider ankommt.

Was ist Cider?

Zu Anfang muss man erwähnen, dass es natürlich je nach Herkunftsland verschiedene Bezeichnungen und Herstellungsarten für einen Apfelperlwein gibt. Ich möchte hier allerdings über die britische bzw. irische Herstellungsweise und Bezeichnung Cider informieren.

Die Sortenauswahl der Äpfel bestimmt das Aroma des Ciders. Nachdem die gewünschten Äpfel geerntet wurden, werden sie gereinigt und sortiert. Sie werden grob zerschlagen und dann ausgepresst. Anschließend findet die Fermentation des ausgepressten Safts statt. Das bedeutet im Groben, dass der Fruchtzucker im Saft von Hefepilzen in verschiedene Bestandteile zerlegt wird, hauptsächlich in Alkohol und Kohlensäure. Heutzutage werden extra gezüchtete Hefekulturen beigemischt, während früher natürliche Hefepilze auf den Äpfeln die Fermentation übernahmen. Kurz vor Beendigung der Fermentation füllen die Mitarbeiter von Mac Ivors die Flüssigkeit in Tanks, in denen dann die Hefepilze ihr Werk vollenden können. Heutzutage unterbrechen die Hersteller diese aber meißt durch Pasteurisieren des Ciders (= kurzzeitiges Erhitzen, um enthaltene Mikroorganismen abzutöten). Das hat zum Einen den Vorteil, dass der Cider länger haltbar gemacht wird und zum Anderen verhindert man, dass der komplette Fruchtzucker in Alkohol verwandelt wird.

Real Irish Cider – wo liegt der Unterschied?

Bei einem Real Irish Cider wie dem Mac Ivors Cider läuft das etwas anders, denn die bereits natürlich auf den Äpfeln sitzenden Hefepilze übernehmen die Fermentation ohne die Zugabe gezüchteter Hefekulturen. Das Verfahren wird vor allem auf kleinen Farmen angewendet. Damit das auch funktioniert, werden die Äpfel naturbelassen. Wichtig bei der Herstellung ist außerdem, dass ein Real Cider mindestens 90 Prozent reinen Apfelsaft enthalten muss und dieser nicht pasteurisiert werden darf. Während der Gärung müssen die Mitarbeiter mehrmals den Alkoholgehalt messen, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Kühlt man nun die Flüssigkeit auf 0 Grad ab, stoppt die Gärung fast vollständig.

Das ist so grob der Herstellungsprozess von britischem bzw. irischem Cider. Wo jetzt der Unterschied zum deutschen Apfelwein bzw. Äppelwoi ist? Ganz einfach, Cider ist mit Kohlensäure, während das deutsche Pendant wie Wein ist. Eben ohne Sprudel. Apropos Sprudel, es gibt mehrere Sorten Mac Ivors Cider. Ich habe euch im Folgenden die drei gängigsten Sorten beschrieben.

Medium Cider & Traditional Dry Cider

Mac Ivors Cider

Mac Ivors bietet sowohl ein Medium als ein Traditional Dry Cider an. Doch wie unterscheiden sich diese beiden Cider? Während das Medium Cider aus einer Mischung von süßen Dessertäpfeln hergestellt wurde und somit eine etwas modernere Form des Apfelciders darstellt, ist das Traditional Dry Cider – wie der Name schon sagt – im traditionellen Stil eher trocken gehalten. Wie sich das geschmacklich äußert, erfährst du in den folgenden zwei Absätzen.

Medium Cider

Ich rieche eine Mischung aus süßen und sauren Äpfeln. Fruchtig und süß macht sich das MacIvors Medium Cider in der Nase bemerkbar. Im Geschmack überwiegen mal die süßen Äpfel, mal die Sauren. Ein Wechselspiel, das immer wieder hin und her schwankt und so Charakteristik in das Cider bringt. “Leicht, frisch und fruchtig” nennt MacIvors ihr Medium Cider. Das Leicht bezieht sich dabei sicherlich auf die konträre Eigenschaft zum Dry Cider. Der Bezeichnung seitens des Herstellers kann ich voll und ganz zustimmen.

Fazit

Medium und Fruity Cider sind leider meißt so süß wie Apfelsaft oder Apfelschorle, weshalb ich mich im Pub zu 90% für ein Dry Cider entscheide – nichts desto trotz ist das MacIvors Medium Cider sehr süffig und durch das Wechselspiel aus Süß und Sauer ein Quäntchen komplexer als die meißten süßen Cider.

Traditional Dry Cider

Wie man es von einem traditionell eher trocken gehaltenen Cider gewohnt ist, entfaltet sich der Geruch im Glas recht wenig. Säuerlich, aber vor allem trocken riecht das Cider. Von einer Apfelsüße riecht man so gut wie garnichts. Das zieht sich dann im Geschmack etwas fort. Anfangs noch leicht süß, wird es dann am Gaumen schnell bitterer und sehr trocken. Fruchtsüße sucht man hier vergebens, an der Zunge blitzt höchstens etwas Fruchtsäure auf. Das MacIvors Traditional Dry Cider ist das trockenste Dry Cider, welches ich bisher probieren konnte. Da für mich aber ein Dry Cider nunmal auch Dry und nicht nur halbtrocken sein muss, ist das genau das Richtige.

Fazit

Mit dem MacIvors Traditional Dry Cider ist ein sehr gutes und trockenes Cider in meinem Glas gelandet. Während manch anderer Hersteller eher halbtrockene oder süße Cider als Dry bezeichnet, macht MacIvors mit ihrem trockenen Cider alles richtig.

Plum & Ginger Cider

Ich habe schon einige Cider-Varianten probiert, ein Cider mit Pflaume und Ingwer ist mir allerdings noch nicht untergekommen. Deshalb war ich sehr neugierig, wie das wohl schmecken könnte. Für das Mac Ivors Plum & Ginger Cider haben die Hersteller das klassische Medium Cider mit Pflaumen- und Ingwersaft gemischt.

Plum & Ginger Cider

Weihnachtlich gehts in meiner Nase zu. Anfangs erinnert es mich hauptsächlich an Pflaumenkuchen und weihnachtliche Stimmung. Eher im Hintergrund nehme ich dann typische fruchtig-säuerliche Apfelnoten war, die ich bei Cider erwarte.

Das Cider gleitet feinperlig über meine Zunge. Anders als erwartet ist es nicht klebrig süß. Eher fruchtig mit minimaler Säure. Aber auch hier habe ich irgendwie durch die Pflaumen und leicht vorhandene Ingweraromen die Assoziation zur Vorweihnachtszeit.

Fazit

Der Mac Ivors Plum & Ginger Cider ist extrem süffig. Bis ich geschaut habe, war das Glas leer. Da ich eigentlich Fan von eher trockenen Cider bin und es nicht mag, wenn in meinem Glas eher Apfelschorle als Cider schwimmt, bin ich froh, dass das Cider nicht klebrig süß ist.

Mein Tipp für den Winter: probiert doch mal Glühcider. Ich habe diesen Trend aus Großbritannien für euch in einem eigenen Beitrag vorgestellt.

Leider gibt es die Mac Ivors Cider bisher noch nicht regulär in Deutschland zu kaufen, nur ein paar einzelne Onlineshops schaffen da Abhilfe. Wenn euch die Cider interessieren oder ihr sie sogar schon probiert habt, dann schreibt doch einfach mal eine nette E-Mail an die Marke, damit sich das mit der Verfügbarkeit in Deutschland vielleicht ändert. Ich bedanke mich auf alle Fälle für die Unterstützung für diesen unbeeinflussten Beitrag bei Sarah von Mac Ivors Cider.

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