Mr Black Coffee Liqueur

Mr Black Coffee Liqueur

Ein Gastbeitrag von Christian Lanzerath | Der beste Kaffeelikör der Welt? Bei solchen Superlativen werde ich hellhörig. Wer sich so weit aus dem Fenster lehnt, muss abliefern. Hält der Mr Black Coffee Liqueur, was versprochen wird?

Wenn ich das richtig verstanden habe, basiert das Attribut „Bester der Welt“ auf der Aussage von Daniel Horbat, seines Zeichens aktueller World Coffee Tasting Champion. Angeblich habe der Kaffeeexperte aus Irland nie einen so ausbalancierten und köstlichen Kaffeelikör probiert, verrät ein kleiner Anhänger am Flaschenhals von Mr Black. Ob das Zitat für diese großspurige Aussage reicht? Darf man wohl nicht so eng sehen, Marketing ist alles!

Kalt gemacht: Mr Black mit Cold-Brew-Kaffee

Der Mr Black Coffee Liqueur stammt aus der Nähe von Sydney in Australien und greift einen nicht mehr ganz brandneuen, aber immer noch aktuellen Trend aus der Kaffeeszene auf: Cold Brew. Statt Kaffee mit kochend heißem Wasser aufzubrühen, nimmt man hier kaltes Wasser und lässt das ganze über viele Stunden ziehen, bevor man es filtert und trinkt. Vorteil der niedrigen Temperaturen und der langen Ziehzeit: Mehr Aromen und weniger Bitterstoffe im Kaffee.

Mit dem Cold-Brew-Ansatz befindet sich der Likör aus Down Under in guter Gesellschaft. Auch Jägermeister und die irische Whiskey-Brennerei Jameson sind auf den kaltgebrühten Kaffeezug aufgesprungen. Beim Jameson war der Kaffeelikör allerdings nur eine limitierte Edition – zumindest erst mal.

Zurück zu Mr Black: Grundlage für den Cold-Brew-Kaffee sind in diesem Fall Arabica-Bohnen aus Papua-Neuguinea, Äthiopien und Brasilien. Die zweite Grundlage bildet ein neutraler, eigens für diesen Likör destillierter Weizenwodka – also ein relativ neutraler Brand, der den nötigen Alkohol liefert und dem Kaffee die Bühne überlässt. Das fertige Produkt kommt auf 23 Prozent Alkohol.

Die 750-ml-Flasche kostet übrigens 30 Euro beim deutschen Anbieter Tastillery. Ich habe zugegriffen und war sehr gespannt, als die Flaschenpost endlich bei mir ankam.

Tastingnotes: Mr Black Coffee Liqueur

Der Mr Black schwenkt sich im Glas sehr leicht und mit viel weniger Viskosität als man es von einem Likör erwartet. Das gibt schon mal einen ersten Hinweis darauf, dass es sich hier vermutlich nicht um einen dieser klebrig-süßen, überzuckerten Pappliköre handelt, die man landläufig so kennt.

In der Nase ist die Kaffeenote dominant, der Geruch erinnert mich an frisch gemahlene Bohnen. Ich liebe dieses herbe Aroma. Daneben rieche ich aber auch einen Hauch Vanille. Der Geschmack ist dann tatsächlich ein Highlight: Mr Black ist erstaunlich dicht dran an einem frisch gebrühten Wachmacher: einem kräftigen, pechschwarzen Espresso. Dazu kommen dunkle, richtig dunkle Bitterschokolade, Karamell und wieder etwas Vanille. Er ist im Mund doch cremiger als erwartet, aber die leichte Süße ist extrem angenehm – und so völlig untypisch für die meisten Liköre.

White Russian & Co.: Mr Black im Mix

Kaffeelikör im Cocktail? Da denke ich zuerst an den White Russian, ein Nachtisch in flüssiger Form, gleich danach an einen Espresso Martini. Was mir beim Ausprobieren ebenfalls gut gefallen hat: Der Black Negroni mit Gin, Campari und rotem Wermut sowie der Coffee House mit Rye Whiskey. Was auch gut geht: Mr Black mit Tonic – ganz simpel.

White Russian

  • 5 cl Wodka
  • 3 cl Kaffeelikör (Mr Black)
  • 3 cl Sahne (leicht geschlagen)

Wodka und Kaffeelikör mit Eis direkt im Glas rühren, die leicht geschlagene Sahne vorsichtig darüber gießen.

White Russian - Mr Black Coffee Liqueur
White Russian

Espresso Martini

  • 6 cl Kaffeelikör (Mr Black)
  • 3 cl frischer Espresso

Mit Eis shaken und ohne Eis in eine Cocktail-Schale abseihen.

Black Negroni

  • 2 cl Kaffeelikör (Mr Black)
  • 2 cl Gin
  • 1,5 cl Campari
  • 1 cl Roter Wermut

Alle Zutaten mit Eis direkt im Glas rühren.

Coffee House Cocktail - Mr Black
Coffee House Cocktail

Coffee House

  • 6 cl Rye Whiskey
  • 1,5 cl Kaffeelikör (Mr Black)
  • 2 Spritzer Orange Bitters

Alle Zutaten mit Eis rühren und über frischem Eis abseihen.

Fazit

Ich hatte schon einige Kaffeeliköre im Glas – auch solche, die sich (zurecht) rühmen, besser zu sein als die üblichen Kahlúas und Tia Marias dieser Welt. Aber ich hatte noch keinen Kaffeelikör im Glas, der das Aroma eines frischen Espressos so perfekt einfängt wie Mr Black. Kräftig, aber weich. Herb, aber lieblich. Der beste Kaffeelikör der Welt? Das kann ich nicht sagen! Der beste Kaffeelikör, den ich je hatte? Das kann ich sagen und die Antwort lautet: Ja!

Über den Autor:

Christian Lanzerath | Schnapsblog.de

“Begeisterter Hobby-Mixologe, Genießer hochwertiger Spirituosen, Freund bedeutungsloser Fachsimpeleien über Sherrynoten und tertiäre Aromen” – das sagt Christian selbst über sich. Aus seiner beruflichen und privaten Leidenschaft heraus entstand 2016 sein Schnaps.Blog, auf dem er schriftlich und visuell bloggt.

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