Niemand Vodka – Der Gin bekommt einen Bruder

Der in den letzten Jahren aufkommende “Gin-Hype” hat dazu geführt, dass der Gin im Allgemeinen stark in den Vordergrund trat. Andere Spirituosen wie z.B. Vodka sind dadurch etwas im Schatten verschwunden. Die Marke “Niemand” ist vor allem für ihren Gin bekannt, hat nun aber ihr Spirituosensortiment um den Niemand Vodka ergänzt. Sebastian vom Ginblog www.ginvasion.de, hat diesem speziell veredelten Vodka einen Gastbeitrag gewidmet. Neben Gin ist er auch Fan der “landwirtschaftlichen” Spirituose. In den folgenden Zeilen wird er euch einen Einblick in den Herstellungsprozess geben und den Neuzugang verkosten.

Was ist Vodka eigentlich?

Bevor ich genauer auf die Herstellung und den Geschmack des Niemand Vodkas eingehe, schauen wir uns doch kurz etwas zur Geschichte vom Vodka an. Auch die Eigenschaften, die ein Vodka nach der Spirituosenverordnung aufweisen sollte, sind interessant.

Vodka verbindet jeder unweigerlich mit Polen oder Russland. Die Spirituose hat in Deutschland einen Marktanteil von etwa 19% im Jahr 2017.

Das Wort Vodka stammt aus dem slawischen und steht dort für Wasser beziehungsweise „Wässerchen“. Erstmalig wurde Vodka übrigens im 13. Jahrhundert im ehemaligen Königreich Polen urkundlich erwähnt. Tatsächlich wird heute noch das gleiche traditionelle Destillationsverfahren zur Herstellung von Vodka verwendet wie damals.

Laut der europäischen Spirituosenverordnung ist Vodka eine Spirituose aus Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs. Der Alkohol wird durch Gärung von Kartoffeln, Getreide oder anderen landwirtschaftlichen Rohstoffen mit Hilfe von Hefe gewonnen. Die anschließende Destillation soll die sensorischen Eigenschaften der verwendeten Ausgangstoffe selektiv abschwächen. Auch ist eine Behandlung mit Aktivkohle erlaubt. Der Mindestalkoholgehalt von Vodka beträgt 37,5% vol. Zur Aromatisierung dürfen dem Vodka natürliche Ausgangstoffe zugesetzt werden.

Niemand ist wie du – vom Gin zum Vodka

Sebastian Otto und Torben Paradiek gründeten 2014 ihr Start-Up Gin Flight. Am Anfang ging es vorranging um das Verfeinern von Gin mit Hilfe von Botanicals, die sie vertrieben. Ab 2015 produzierten sie dann in kleinen Chargen in Handarbeit ihren Niemand Gin. Gebrannt wird dieser übrigens in Hannover. Die besondere Zutat beim Gin ist das seltene Sandelholz, welches ihm ein besonders mildes Aroma mit der holzigen Note verleiht.

Niemand Vodka

Auch für ihre neue Spezialität, den Niemand Vodka, verwenden sie Sandelholz als Zutat.

Der Sandelholzbaum gehört zur Gattung Santalum. Das Holz ist sehr schwer und behält im Gegensatz zu vielen anderen aromatischen Hölzern seinen Duft über mehrere Jahre hinweg.

Aber bevor der Vodka mit Sandelholz veredelt wird, muss er in einem mehrfachen Destillationsprozess aus 100% Weizen destilliert werden. Das Sandelholz erzeugt dann letztendlich die perfekte Balance zwischen mildem Weizen und der eleganten holzigen Note.

Nach der Destillation wird der Vodka noch 8-fach filtriert. Dieser Produktionsschritt trägt zusätzlich zur besonderen Milde bei.

Abgefüllt wird der Vodka schließlich in einer schlanken 500ml Flasche. Diese ist mit einem rosa Muster versehen, welches durch den Schriftzug Handcrafted Niemand Vodka unterbrochen wird. Ebenso sind die Füllmenge und der Alkoholgehalt von 37,5% vol. auf rosa Grund abgedruckt.

Verschlossen ist die Flasche mit einem schicken Schraubverschluss aus einem dunklen Holz.

Das Design ist in Summe stimmig und macht Lust auf mehr.

Wie schmeckt mir der Niemand Vodka?

Niemand riecht so wie du, oder besser: Niemand Vodka riecht nach nicht wirklich viel. Aus meinem Degustationsglas kommt neben einem feinen Aroma von destilliertem Getreide noch eine milde, leicht holzige Note. Und das war es eigentlich auch schon. Aber das zeichnet einen guten Vodka nun einmal aus.

Am Gaumen ist er tatsächlich ungemein weich und mild. Und die holzige, fast wärmende Note vom Sandelholz umspielen die Geschmacksknospen. Außergewöhnlich für einen Vodka.

Ich habe den Vodka pur und bei Zimmertemperatur probiert. Durch seine auffallende Milde benötigt das Weizendestillat definitiv kein Eis. Ich bin gespannt, wie er sich in verschiedenen Cocktailklassikern aus Vodka macht.

Perfekt serviert

Niemand eignet sich besser für hervorragende Drinks als Vodka, sagt man. Also schauen wir doch mal.

Vodka Collins

Für einen Vodka Collins benötigst du folgende Zutaten, die nach der golden 5, 3, 2 Regel abgemessen werden.

  • 5 cl Niemand Vodka
  • 3 cl Zitronensaft
  • 2 cl Zuckersirup
  • 1 Scheibe Zitrone

Den Vodka, den Zitronensaft und Zuckersirup in einen Mixbecher geben. Anschließend Schütteln und in ein mit Eiswürfeln gefülltes Longdrinkglas abseihen. Danach mit Sodawasser auffüllen und mit einer Zitronenscheibe garnieren.

Niemand Vodka Collins

Vodka Mojito

Vodka kann man hervorragend mit Minze kombinieren. Hier mein Rezept für den Niemand Vodka Mojito:

  • 5 cl Niemand Vodka
  • 2 cl Zuckersirup
  • 6 Blatt Minze
  • 4 Viertel Limetten
  • Sodawasser

Zerstoße in einem Longdrinkglas die Minzblätter und die Limette. Am Ende gibst du den Zuckersirup hinzu. Danach das Glas mit crushed Eis auffüllen. Den Vodka hinzugeben und umrühren. Danach füllst du das Glas mit Sodawasser auf und garnierst den Longdrink mit ein paar Minzblättern.

Niemand Vodka Mojito

Moscow Mule

Für einen klassischen Moscow Mule benötigst du neben der obligatorischen Kupfertasse folgende Zutaten:

  • 5 cl Niemand Vodka
  • 15 cl Ginger Beer
  • Saft einer halben Limette
  • 2 Gurkenspalten
  • Eiswürfel

Den Vodka, den Saft der halben Limette und das Ginger Beer mit den Eiswürfeln in die Kupfertasse geben. Anschließend umrühren und die Gurkenspalten dazugeben. Mit einem Zweig Basilikum garnieren und genießen.

Niemand Vodka als Moscow Mule

Fazit:

Der außergewöhnliche Gaumenschmeichler aus dem Hause Niemand überzeugt mit einem weichen und milden Getreidearoma. Die Sandelholzote erscheint dezent im Hintergrund und sorgt für einen langanhaltenden Nachhall. Sowohl pur, als auch im Cocktail konnte der Vodka mich überzeugen. Meine klare Empfehlung, unbedingt einmal probieren.

Über den Autor:

Sebastian und Gin haben sich eigentlich schon 2012 in England auf einer Dienstreise gefunden. 2018 entstand dann aus einer Idee heraus sein Blog Ginvasion und mittlerweile hat er mit Vanessa und Bernd noch zwei Mitstreiter an seiner Seite. Sebastian haben wir vor einigen Monaten beim Besuch der Hans Jürgen Brennerei kennengelernt. Und als Münchner Bloggerkollegen laufen wir uns seitdem immer mal wieder über den Weg.

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