Scapa Vergleichstest

Scapa 12 Jahre vs. Scapa Skiren | Vergleich

Vor kurzem haben wir die Möglichkeit genutzt und zwei tolle Tropfen aus unseren Hausbars einem direkten Vergleich unterzogen. Die Rede ist vom 12-jährigen Scapa und dem Skiren aus dem selben Hause.

Die Brennerei Scapa

Scapa gehört zu den Islands Destillerien und liegt auf der Hauptinsel des Orkney Archipels vor der Nordküste Schottlands. Die Whiskys tragen daher auch den klingenden Beinamen “The Orcadian” bzw. “Orcadian Single Malt”. Seit ihrer Gründung 1885 ging die Brennerei durch die Hände mehrer Eigentümer bis zur vorläufigen Stilllegung 1994. Im folgenden Jahrzehnt wurde die Infrastruktur gelegentlich von Mitarbeitern der benachbarten Higland Park Brennerei benutzt und so kamen doch einige feine Tropfen in die Ex-Bourbon Fässer. Seit 2004 wird wieder fleißig produziert, nun unter dem Dach von Pernod Ricard.

Scapa Whiskys

Aktuell sind von Scapa zwei gängige Whiskys erhältlich. Der “The Orcadian Skiren” und der “The Orcadian Glansa”. Diese Abfüllungen kamen 2015 bzw. 2016 ohne Altersangabe auf den Markt – ein Trend dem gefühlt immer mehr Brennerein folgen um etwas Spielraum zu haben und den Nachschub zu sichern. Vereinzelt ist auch noch der 16-Jährige Single Malt erhältlich, der ca. 2008 den 14-Jährigen als Standard Malt ablöste. Die genannten Vier sind allesamt Vertreter der neuen Ära unter Pernod Ricard. Ein nicht unerheblicher Teil der Produktion landet übrigens im Ballantine’s Blended Scotch, welcher die Brennerei vor einigen Jahren mit einer 17yo Signature Edition feierte.

Wir wollen uns jedoch dem puren Erzeugnis der Brennerei, ihren eigenen Single Malts, widmen. Im Vergleich treten der bereits genannten Skiren und der 12-Jährige Single Malt an. Der 12yo repräsentiert die vergangene Zeit vor 2004. Ein Blick auf die Flasche bestätigt das sofort, denn das Design stammt eindeutig aus dem letzten Jahrhundert. Die Recherchen ergaben, dass unser Batch ca. 2003 abgefüllt wurde.

Wie schlagen sich nun unsere Kandidaten, zwischen denen immerhin fast 15 Jahre liegen, im Vergleich? Gemeinsamkeiten und Unterschiede folgen in den Tastingnotes.

Scapa 12 Jahre

Er startet mit einer fruchtigen Nase, die in Richtung schweres süßes Trockenobst geht. Die fruchtige Süße wird durch cremiges Toffee und trockne Noten von Getreide ergänzt. Leichte Rauchigkeit und etwas salzige Luft können wir hier wahrnehmen, er ist also ganz entfernt in der Nase ein Inselkind.

Der Scapa 12 Jahre schmeckt sehr mild, was teilweise auch von den 40 Vol-% herrührt. Dann beginnt er auf der Zunge zu prickeln. Cremiges Toffee und fruchtig süße Noten von Mirabellen und verschiedenem gelben Trockenobst wechseln sich angenehm ab. Eine würzig salzige Brise ist im Mundraum angekommen. Das erinnert uns doch sehr an frische Meeresluft.

Der leicht trockene Abgang zeigt nochmal die fruchtigen Geschmackstöne und die Getreidearomen aus dem Nosing auf, ergänzt es aber noch durch einen leichte minzige Anklänge. Rauchige und salzige Töne sind aber nicht mehr spürbar.

Fazit: Milder und schöner Single Malt Scotch Whisky, der trotz seiner niedrigen Vol-% erstaunlich viel Charakter zeigt, allerdings nur leichte Assoziationen seiner Heimat durch zurückhaltende rauchige und salzige Noten weckt. Man sollte ihn aber auf alle Fälle etwas Atmen lassen und mehrmals probieren, denn nach und nach offenbart er mehr seiner Aromen.

Scapa Skiren

Im Glas entfaltet der Scapa Skiren verschiedene Aromen. In der Nase angenehme leichte Rauchigkeit. Dahinter verbirgt sich säuerliche Muffigkeit. Man könnte das am Besten mit vergorenem Obst assoziieren, welches neben einem gelöschten Lagerfeuer liegt. Die Fruchtsäure ist dabei leicht stechend, wird aber durch kühlende frische Minze und cremiges Toffee ergänzt.

Beim ersten Schluck kommt der Skiren deutlich schärfer an, als erwartet. Trotz der anfänglichen Schärfe bietet er sehr fruchtige Aromen und cremige Toffeenoten. Diese Geschmäcker sind etwas mit Fruchtsäure überlagert und irgendwo können wir bittere Anklänge feststellen. Auch bei mehrmaligen Probieren bleiben diese bittere Assoziation leider bestehen.

Er bleibt lang am Gaumen. So stellen wir uns generell einen Abgang vor, da hat man noch richtig was vom vorher probierten Whisky. Im Hals bleibt aber nur sehr wenig haften, hier ist es hauptsächlich die Fruchtsäure.

Fazit: Der Scapa Skiren hat einen leicht maritimen Charakter, den man aber erst etwas suchen muss. Hier hilft es ebenfalls, ihn etwas im Glas atmen zu lassen und ihm Zeit zu geben. Geschmacklich ist er deutlich schärfer als der Scapa 12 Jahre und bietet ein gutes Wechselspiel von süßlich-sauren und süßlich-bitteren Aromen.

Tastingnotes Scapa 12 Jahre

Optik: Eine Mischung aus hellem Teak und Karamell

Geruch: fruchtig, süßes Trockenobst. Toffee, Getreide, leichter Rauch, etwas Salz

Geschmack: Toffee, Mirabellen, Trockenobst, würzig-salzig

Abgang: trocken. Früchte und Getreide, etwas Minze

Tastingnotes Scapa Skiren

Optik: kupferner Farbton

Geruch: leichter Rauch. Vergorenes Obst. Minze und Toffee.

Geschmack: Schärfe, Früchte und Toffee, leicht bitter

Abgang: lang, saure Früchte und Toffee, etwas bitter

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