WHIC | Secret Speyside

Secret Speyside 14yo Whisky | WHIC

Heute gibt es mal wieder Tastingnotes zu einem (leider nicht mehr erhältlichen) Single Malt aus der Nymphs of Whisky Collection. Der Abfüller Whic setzte im März mit einem 14 Jahre alten Sherry Butt aus einer Secret Speyside Distillery den Schlussstrich unter Batch 2 der Serie.

Dieser Bericht enthält meinen persönlichen Eindruck und mein eigenes Empfinden. Das Sample wurde mir freundlicherweise von Whic.de zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für die Unterstützung.

Heute im Glas: Secret Speyside 14 years

Die (vorerst) letzte Abfüllung der Abfüllungsreihe Nymphs of Whisky, die schon im Frühjahr beim unabhängigen Abfüller Whic erschien, ist ein kleines Geheimnis. Zumindest die Brennerei war nicht öffentlich bekannt. Das kommt bei unabhängigen Abfüllungen allerdings regelmäßig vor, da es Brennereien gibt, die zwar Fässer abgeben aber nicht genannt werden wollen. Auch dieser Single Malt Whisky wurde als “Secret Speyside Distillery” vermarktet, wodurch lediglich die Herkunft eingrenzbar ist.

Aus der Speyside, die ein Vielzahl bekannter Destillerien beheimat, kommen hauptsächlich fruchtige und florale Whiskies, die bei Einsteigern wie Kennern gleichermaßen beliebt sind. Ich bin gespannt, ob bei diesem “Secret aus der Speyside” die typischen Aromen der Region dominieren oder das Sherry Butt (= bezieht sich auf die Fassgröße) seinen Einfluss geltend machen kann. Schließlich reifte der Singe Malt 14 Jahre in besagtem Fass. Whic verspricht eine echte Sherrybombe, die jedoch noch gut den Brennereicharakter erkennen lässt.

Faktencheck

  • Secret Speyside Distillery
  • 14 Jahre
  • Sherry Butt
  • 64,1 % Vol. (= natürliche Fassstärke)
  • 318 Flaschen
  • Kein Farbstoff, keine Kühlfiltrierung

Tastingnotes: Secret Speyside Whisky

Direkt beim Eingießen ins Nosingglas macht sich der Sherryeinfluss bemerkbar. Die Sherryreifung verleiht dem Whisky ja immer eine dunklere Farbe als die Reifung in einem Bourbonfass. Der Secret Speyside Whisky beeindruckt durch seine tiefrote Farbe, die fast zu schön ist um wahr zu sein. Bei den Eigenabfüllungen von Whic können wir uns aber sicher sein, dass nicht mit Farbstoffen nachgeholfen wurde.

Nachdem der Whisky ein wenig Luft schnappen durfte, stecke ich zum ersten Mal die Nase ins Glas. Sofort nehme ich süße Aromen war, die an
die süßen, schweren Sherrysorten Pedro Ximénez oder Palo Cortado erinnern. Genauere Angaben zum Fass sind zwar nicht bekannt, aber aufgrund dieser Tatsache würde ich Fässer der trockenen Typen Fino oder Manzanilla eher ausschließen. Das Aromenspektrum beim Nosing bewegt sich von Rosinen, Datteln und anderen Trockenfrüchten bis zu den sherrytypischen Mandelaromen. Wer es übertreibt bekommt aber durchaus schonmal einen Vorgeschmack auf die 64,1 % Vol.

Auch geschmacklich findet sich die fruchtige Vielfalt wieder. Neben den bereits genannten, eher schweren Aromen, gesellen sich nun leichte Noten roter Früchte und Beeren hinzu. Nachdem man sich an der Süße ergötzt hat ist es Zeit sich tiefer ins Geschmacksprofil vorzuwagen. Weiche Eichenoten verschmelzen mit einem Beiklang von salzigem Karamell. Später kommt noch etwas ledriges und schokoladiges hinzu. Die Mandeln finden sich auch im Geschmack wieder.

Ein paar Tropfen Wasser bereichern den Secret Speyside Malt noch einmal um einen ordentlichen Schwung Würzigkeit. Genaue Gewürze kann ich jetzt nicht rausschmecken. Aber soviel sei gesagt: Die Würze verträgt sich einwandfrei mit der Fruchtigkeit ohne sie zu verdecken. Im Gegenteil, ich finde der Whisky gewinnt sogar noch einmal an Leichtigkeit, die ich aus der Speyside mag.

Der Abgang ist lang und warm und gibt noch mal einen schönen Überblick über das Aromenspektrum.

Fazit

Der Abfüller hat mit der Ankündigung einer Sherrybombe nichts übertrieben – zumindest wenn man den Whisky trotz Fasstärke pur genießt. Beim ersten Nosing dachte ich tatsächlich eher an einen süßen, bzw. cremigen Sherry als an einen sherryfassgereiften Whisky. Meinen persönlichen Geschmack hat der Secret Speyside Whisky aber erst leicht verdünnt getroffen. Mit etwas Wasser wird der Single Malt richtig komplex und gleichzeitig milder. Eine schöne Verbindung von Sherry- und Speyside Charakter.

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