Sevilla Orange

Sevilla | Flucht vor Alltag und Winter

Eine kleine Auszeit vom Alltag tut immer gut. Egal ob ein Nachmittagsausflug, ein ganzer Tag oder sogar ein langes Wochenende. Und als sich die Gelegenheit ergab für ein paar Tage spontan nach Sevilla zu fliegen, konnte ich nicht nein sagen. Letztes Wochenende habe ich den Kurztrip noch einmal Revue passieren lassen und möchte euch mit in die andalusische Hauptstadt nehmen. 

Schnappsideen

Wir machen einen kleinen Zeitsprung zurück zu einem kalten Januarabend. Der Winter hat Bayern fest im Griff. Es ist eigentlich kein besonderer Abend, wir stehen mit einem kühlen Cider in unserem Lieblings Irish Pub in München und reden über Gott und die Welt. Neben mir steht einer meiner besten Freunde, der am letzten Januarwochenende plante den Halbmarathon in Sevilla zu laufen. Da uns das Wetter beiden kräftig gegen den Strich ging, fasste ich schnell den Plan ihn zu begleiten. Eine gemeinsame Freundin war auch direkt Feuer und Flamme und ein paar Tage später waren die Flüge gebucht um ihm beim Lauf mentale Unterstützung leisten zu können. Und bei den günstigen Preisen, die manche Billigflieger im Winter bieten, fällt die Entscheidung auch nicht besonders schwer. (Schnapps)Ideen kann man viele haben. Aber ich finde wahre Freunde zeichnen sich dadurch aus, dass sie es wahr werden lassen.

Freitag

Ab nach Sevilla

2 Wochen später. Freitagmittag kurz vor 13:00 Uhr. Der Flieger kreist über Sevilla und ich erkenne als erstes den charakteristischen rostroten Torre Sevilla und die Puente del Centenario. Zwei bekannte Bauwerke von Sevilla und lange Zeit das einzige, was ich von Sevilla kannte. Während meinem Auslandssemester in Madrid bin ich mehrere Male auf dem Weg an die Costa de la Luz und Cádiz an diesem Turm vorbei und über besagte Brücke gefahren. Eigentlich Wahnsinn, dass ich nie in Sevilla selber war. Im Nachhinein muss ich sagen ich habe einiges verpasst. Im Januar und September 2017 war ich jeweils für einen Nachmittag bzw. ein paar Stunden in Sevilla. Höchste Zeit die Stadt also mal richtig kennenzulernen.

Wintersonne

Ein paar Stunden später spazieren wir schon durch die engen Straßen der Stadt. Die Sonne scheint, frühlingshafte Temperaturen, um uns herum herrscht ausgelassene Stimmung. Man merkt die Wochenend-Vibes. Und das soll Winter sein? Könnte ich mich dran gewöhnen. Nachdem ich mir eine neue Speicherkarte besorgt hatte (irgendwas vergisst man immer) ging es weiter zum Plaza del Salvador. Im Sommer 2017 genoss ich hier schon mal ein Gläschen Moscatel in einer der kleinen Bodegas gegenüber der Kirche. Sherry aus dem nahen Jerez gehört für mich zu Andalusien wie das Amen in der Kirche. Die Rebsorte Moscatel ist ähnlich wie Pedro-Ximénez eine der süßeren Vertreter. Und mit seinem hohen natürlichen Zucker- und Alkoholgehalt knallt der „Vino Dulce“ in der Sonne schon ordentlich, trotz der Sonnenschirme, welche im Sommer über den Platz gespannt werden. Im Januar war natürlich nicht so heiß. Dennoch schön warm um im Anschluss noch eine „Caña“, das typische kleine Bier, zu bestellen.

Den Rest des Nachmittages verbrachten wir mit einem ausführlichen Spaziergang zu einem Sportzentrum wo wir die Startnummer für den Halbmarathon am Sonntag abholten – um danach wieder mit einem zweiten kühlen Bier bzw. Cider den Flüssigkeitshaushalt wieder aufzufüllen. Den Abend ließen wir mit ein paar typischen Tapas und ein paar Runden Dart ausklingen.

Samstag

Sightseeing

Den Samstag begannen wir mit einem etwas späteren Frühstück, bestehend aus Café und Tostada direkt am Kanal. Direkt im Anschluss hatten wir unseren Eintritt in die Real Alcázar gebucht. Die Karten vorab zu kaufen war eine gute Idee, denn die Schlange war noch länger als am Freitag. Insgesamt verbrachten wir ca. 2 Stunden innerhalb des Königspalastes. Man kann jedoch auch viel mehr Zeit mitbringen um die maurische Architektur und die Gärten zu bewundern. Unsere Zeit war jedoch begrenzt und am Nachmittag wollten wir noch den Plaza de España und den Stadtteil Triana auf der anderen Seite des Kanals besuchen. Der zweite Tag endete nach einem guten Abendessen relativ zeitig in unserem Apartment in der Nähe des Torre del Oro. Denn am Sonntag hieß es früh aufstehen und Daumen drücken für den Halbmarathon von Felix.

Sonntag

Sevilla Halbmarathon

In der Dämmerung gingen wir gemeinsam zum Start des Halbmarathons am Ende des Parks. Auf dem Weg dorthin kamen immer mehr Starter aus allen Richtungen dazu. Auch als Nicht-Läufer steckt die Stimmung schon an. 15 Minuten später, nach dem Startschuss schießen die Starter an den Zuschauern vorbei. Während der Halbmarathon seine große, 21km lange Runde durch Sevilla begann kürzten Julia und ich ab und positionierten uns direkt an der Strecke in einem Café zum Frühstück. Es muss wohl auch ein lustiger Anblick sein im Vorbeilaufen die Leute im Café zu sehen, die sich mit Milchkaffee, Bagel, Croissant, Empanada und Kuchen gerade die Kalorien reinschaufeln, die man selbst beim Lauf verbraucht. Zurück am Ziel wartete schon Felix auf uns, der mit guter Tagesform seine persönliche Bestzeit aufstellte. Läuft bei dir, Felix.

La Macarena

Nach der wohlverdienten Pause für ihn auf der Dachterrasse unseres Appartements nutzten wir den Sonntagnachmittag dann doch noch etwas aus um das Stadtviertel Macarena zu erkunden. Alleine wegen diesem Viertel möchte ich wieder nach Sevilla. Die engen Gassen, Märkte, Tapas Bars und die interessante Architektur der kleinen Stadtpaläste und der Basilika. Kein Wunder also das diesem Viertel ein eigener Song gewidmet wurde, der mit eigenem Tanz zum Welthit wurde. „La Macarena“ de Sevilla

Mitbringsel

Die zweieinhalb Tage in Sevilla waren wunderbar. Wie ein Städtetrip sein sollte. Jedoch definitiv kein Trip um das Nachtleben und die Barkultur der Stadt zu testen. Das wäre doch auch mal eine Idee für den Blog oder? Welche Städte würdet ihr dafür vorschlagen? Nichtsdestotrotz gab es zum Abschluss noch den gewünschten Sundowner am Rio. Und nichts passt besser zu Sevilla als der Tanqueray Flor de Sevilla. Die erste Begegnung mit diesem Gin hat direkt einen bleibenden Eindruck hinterlassen, sodass er bereits am nächsten morgen um 6:30 Uhr seinen Weg aus dem Duty-Free Shop ins Handgepäck fand. Ein schönes Review dazu wird es hier auf dem Blog geben, wenn das Wetter und die Temperaturen eine schöne Verkostung in der Abendsonne zulassen.

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