Shetland Reel Gin

Shetland Reel Gin | Original

Eines verbindet jeder mit Schottland: Whisky. Dass Schottland aber noch mehr als das flüssige Gold zu bieten hat, weiß man spätestens, wenn man einmal dort war. Die schottische Brennkunst widmet sich nicht nur dem Malzbrand, sondern hat sich auch dem Gin verschrieben. Die Besonderheit stellen oft Botanicals dar, die man so außerhalb Schottlands nicht finden wird. Einer der Vertreter schottischer Gins ist der Shetland Reel Gin, den ich mir heute genauer anschauen möchte.

Gin von den Shetlands

Um genau zu sein, stammt der Shetland Reel Gin nur von einer der Shetland-Inseln: der nördlichsten bewohnten Insel Unst. Im auf der Insel befindlichen Ort Hundswick war bis 2006 ein Stützpunkt der Royal Air Force, der allerdings umgebaut wurde. Heute stehen dort das Saxa Vord Resort und die Saxa Vord Distillery.

Im Jahr 2014 erblickte der Shetland Reel Gin, für den die Apfelminze regional angebaut wird, das Licht der Welt. Einer Welt, die von langen Winternächten, langen Sommertagen und stürmischem Wetter geprägt ist. Die Shetlands sind der nördlichste Punkt Schottlands und somit Norwegen sehr nahe, was eine Erklärung für das ungestüm Wetter ist. Wie viele der schottischen Inseln lebt auch Unst neben dem Tourismus hauptsächlich von regionalem Anbau und hochwertigen Produkten. Und schon sind wir wieder beim Shetland Reel Gin, optisch sieht er ja schon mal sehr schick aus. Aber keine Angst, der Gin ist nicht gefärbt, man hat der Flasche einen blauen Farbverlauf verpasst. Finde ich in Kombination mit dem kompletten Layout und der Herkunft sehr stimmig.

Shetland Reel Gin

Die Botanicals

Die kleine aber feine Auswahl der Botanicals für den Shetland Reel Gin orientiert sich an der Gattung der klassischen Gins. Neben Wacholder sind das Koriandersamen, Zitrusschalen und Iriswurzel. Zu den insgesamt nur 8 Botanicals gehören dann aber auch sehr spezielle Zutaten wie Zimt-Kassie und die auf der nördlichsten Shetland-Insel Unst wachsende Apfelminze.

Der Shetland Reel Gin im Geschmacksportrait

Der Shetland Reel Gin, der die Wände meines Nosingglases mit öligen Schlieren benetzt, bringt einen intensiv frischen Ton mit sich. Etwas erinnert mich der erfrischende Geruch an die grün bewachsenen Wiesen in Schottland. Leichte süße Apfelanklänge kommen hinter der Frische hervor und werden von Wacholderaromen und weiteren klassischen Gin-Gerüchen eingebettet, die durch ihre ausreichende Intensität sehr gut zu den frischen Tönen passen. Mit etwas Eis werden diese frischen Aromen und die leichte Apfelsüße deutlicher. Nun erkenne ich die Apfelminze, die dem Gin seinen besonderen Touch gibt.

Wie Quellwasser fließt der Shetland Reel Gin angenehm mild und kühlend in meinen Mund. Vordergründig spielen die klassischen Gin-Noten eine Rolle. Das sind hauptsächlich Wacholder, Koriander und Zitrus. Auch etwas Zimt kommt zum Vorschein. Dann werden minzige Aromen und der Geschmack von reifem Apfel deutlich. Die wahrscheinlich von der Apfelminze herrührenden Aromen zeigen sich intensiv von ihrer ganzen Pracht, lassen dem Wacholder und den anderen klassischen Ginaromen allerdings genug Platz.

Die Apfelminze dominiert mit ihrem minzigen und fruchtig süßen Aroma den langen und weichen Abgang. Während der Wacholder schnell im Abgang verschwindet, bleibt die Apfelminze länger zu Gast. Wohlig legt sich die minzige Frische im Gaumen ab, hier und da bemerke ich noch ein paar Apfelnoten.

Welches Tonic passt zum Shetland Reel Gin?

Um den komplexen Charakter und die aromatischen Noten der Apfelminze nicht zu unterdrücken, empfehle ich zu diesem Gin entweder das Fever Tree Indian Tonic Water oder das Luscombe Devon Tonic Water, welches wegen der leichten Yuzu Frucht gut zur Apfelminze harmoniert.

Fazit

Der Shetland Reel Gin ist ein sehr ausgewogener und aromatischer Gin. Trotz der geringen Anzahl an Botanicals bietet er komplexe Aromen und ein intensives weiches Geschmacksbild. Für mich ist der Gin ein kleines schottisches Erlebnis im Glas – unbedingt probieren!

Schreibe einen Kommentar