Six Ravens Gin

Sechs Raben müssen es sein! Zumindest behauptet dies die englische Legende. Wovon ich rede? Vom Six Ravens Gin, dessen Name auf eben jener britischen Legende basiert. Über die Legende und frisch destillierten Ingwer kannst du in diesem Beitrag lesen.

Die Legende der sechs Raben

Wir schreiben das Jahr 1675. Kurz nach der Eröffnung des königlichen Observatoriums im Londoner Tower wird der Astronom John Flamsteed bei König Charles II. vorstellig und beschwert sich über wilde Raben. Den Kot der Tiere entdeckte er auf seinem Teleskop. Daraufhin befiehlt der König die Tötung der Tiere, lässt aber schnell von diesem Vorhaben ab. Grund hierfür ist eine Legende, die ihm seine Berater anvertrauen. Diese besagt, dass das Königreich untergehen solle, falls die Raben jemals den Tower verließen.

Und noch bis heute werden mehr als sieben Raben im Tower gehalten. Man hat immer einen Blick darauf, dass es nie weniger als sechs Raben sind. Zum ersten Mal hatte ich 2017 Berührung mit dieser Legende, als ich den Tower of London besichtigte. Einer dieser besagten Raben saß ganz in meiner Nähe. Ein mächtiges großes dunkles Geschöpf.

Sechs Raben Legende, Tower of London
Einer der Raben, denen ich im Dezember 2017 im Tower of London begegnet bin.

Was steckt hinter dem “Six Ravens Gin”?

Der Gin mit diesem legendenbezogenen Namen stammt von der Firma Alandia Spirits, die seit 2001 im Onlinehandel Absynth vertreibt. 2014 hat der Onlinehändler gemeinsam mit der im Jahr 1859 gegründeten französischen Brennerei Devoille den Six Ravens Gin veröffentlicht. Dabei handelt es sich um einen London Dry Gin, nett verpackt in einer durchsichtigen Apothekerflasche, verziert mit einem schönen Etikett mit Silberdruck und versiegelt mit Wachs. Leider hatte ich so einige Probleme mit diesem Wachsverschluss, anders als bei anderen bereits geöffneten Gins. Es hat relativ stark gebröckelt und so ist es mir auch schon passiert, dass beim Öffnen ein Stück des harten Wachs in den Gin gefallen ist!

Doch mal abseits von diesem schönen Etikett fragst du dich sicherlich, was den Gin mit dieser Legende verbindet. Eigentlich existiert da nicht wirklich eine Verbindung. Die sechs Raben sollen eine Würdigung der britischen Tradition und Geschichte, sprich auch der Ginherstellung sein. Nicht mehr und nicht weniger. Ansonsten bleibt die Verwendung der Legende nur ein Marketing-Gag.

Geschmackstest

Ein intensiver warmer Geruch steigt mir in die Nase. Auch ein bisschen Schärfe kommt mit. Diese stammt aber nicht vom Alkohol, sondern von dem frisch destillierten Ingwer. Neben dem presenten Duft des Wacholders erkenne ich auch den destillierten Koriander. Viele mögen ihn nicht, ich erkenne ihn sofort und verwende ihn auch in der Küche sehr gerne. Wer noch länger am Gin riecht, erkennt noch gut einige Zitrusnoten.

Da ich mir gerne Zitrus-Ingwer-Tee brühe, bin ich beim ersten Schluck des Destillats schon sehr gespannt. Nachdem der Gin angekommen ist, wird er sehr süß auf der Zunge. Nicht zuckersüß, sondern fruchtig süß. Von dieser zitronigen Süße geht er dann über in eine Mischung aus Wacholder, Ingwer und Koriander. Die Angelikawurzel (Engelswurz) hält sich relativ zurück, dafür habe ich leichte Schärfe vom frisch destillierten Ingwer. Nun kommen wir zum sechsten Botanical, um das ein Geheimnis gemacht wird. Gerade im Abgang kommt hier etwas durch, was ich mit den bisher genannten Botanicals nicht verbinden kann. Der Geschmack ist zwar nur subtil, dennoch erinnert es mich entfernt an den letzten Besuch beim Griechen. Denn hinter der Ingwerschärfe verbirgt sich ein leichter Anisgeschmack. Ob wirklich Sternanis das geheime sechste Botanical ist? Das wird ein Geheimnis bleiben.

Six Ravens Gin
Der Six Ravens London Dry Gin

Tonic-Empfehlung

Alandia empfiehlt das Gents Swiss Roots Tonic Water zu diesem Gin. Natürlich hab ich diese Kombination probieren müssen, da ich das Gents recht gerne mag. Eine schöne Kombination, denn hier hält sich das Gents sehr bedacht zurück und verstärkt die Aromen der destillierten Botanicals.

Für mich stellt das Haindl’s Indian Tonic Water einen guten Filler zu dem Six Ravens Gin dar. Es bildet eine gute Symbiose mit dem Gin, gerade die erfrischenden Zitrusnoten des Tonics harmonieren super mit dem Ingwer.

Six Ravens Gin Tonic
Six Ravens Gin & Tonic – am Besten mit einer frischen Ingwer-Scheibe

Fazit

Ich bin ganz klar und deutlich: Wer keinen Ingwer mag, soll bitte die Finger von diesem Gin lassen, denn davon hat er reichlich. Die 46 Vol-% sorgen dafür, dass die Aromen kräftig zur Geltung kommen, was diesem Gin nur gut steht. Ich mag ihn durchaus, allerdings lieber pur. Denn gerade für diesen speziellen Geschmack muss der Tag passen. Und so ganz einfach mixt er sich dann ja doch nicht, da in meinen Augen nur einige wenige Tonic Water mit ihm harmonieren. Also: pur genießen!

Ich bedanke mich bei Alandia, die uns den Six Ravens Gin unentgeltlich für den Test zur Verfügung gestellt haben. Ich spiegle in diesem Testbeitrag allein meine persönliche Meinung wider, worauf eine Produktprobe keinerlei Einfluss hat.

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