Suntory Ice Gin

You are currently viewing Suntory Ice Gin

Ein Gastbeitrag von Doc JoeRG zum Suntory Ice Gin | Wenn es bei Gin aktuell einen länderspezifischen Trend gibt dann den für das zunehmende Interesse am Land der aufgehenden Sonne. Einige Nicht-Japanische Hersteller haben es sich zu eigen gemacht, ihren Produkten einen Japanischen Touch zu verleihen oder Japanische Namen bzw. Zusätze für ihr Produkt zu verwenden. Für mich ist das völlig legitim. Allerdings könnten wir auch direkt einen Blick auf einen Japanischen Gin werfen. Gesagt getan: Machen wir.

Warum in die Ferne schweifen, wenn…

Ja, ich bin ein großer Slow Food und Slow Drink Fan, bevorzuge also gerne regionale Produkte. Allerdings bin ich auch ein großer Japan Enthusiast und deshalb komme ich einfach nicht umher, des Öfteren auch Produkte aus Japan zu verkosten. Dies gilt selbstverständlich auch für Gin.

Bereits vor mehreren Jahren habe ich den „Japan Boom“ bei unserm Lieblings-Wacholder Destillat vorhergesagt. Und ja, die sogenannten „New Eastern Gins“ können schon besonders sein, insbesondere dann, wenn man ihnen ihren typischen Charakter lässt. Dieser rührt von den verwendeten Botanicals her aber auch vom verwendeten Basisalkohol.

Bei nicht wenigen Japanischen Gins wird als alkoholische Basis Shōchū verwendet, welcher sehr variantenreich sein kann. Das kommt daher, dass Shōchū aus sehr unterschiedlichen Rohprodukten wie Reis, Gerste, Süßkartoffel, Buchweizen, braunen Zucker aber auch Sesam oder Kastanien destilliert werden kann. Die Verwendung von Shōchū (oder auch anderer Sake-ähnlicher Reis-Destillate) als Basisalkohol im Gin verleiht dem New Eastern Gin in der Regel einen Teil seines besonderen Charakters.

Die Kunst besteht darin, den Gin-Charakter zu erhalten und einen Japanischen Gin nicht lediglich zu einem „europäischen Shōchū“ machen zu wollen. Viele der am Markt erhältlichen Japanischen Gin-Sorten haben diese Gradwanderung erstaunlich gut gemeistert.

Gin im Winter, echt jetzt?

Auch wenn ich mich jetzt oute, ich bin – mit Ausnahmen von warmer Sake (sogenannter kanzake), die ich gerne in den kälteren Monaten des Jahres genieße – kein besonders großer Fan von alkoholischen Getränken, die in irgendeiner Form erwärmt werden. Weder Glühwein noch ein warmer Punch lassen mich vor Glückseligkeit im Dreieck springen.

Doch es geht noch schlimmer: mit einem Glühgin. Diesen bezeichne ich gerne als ein Getränk, das die Welt einfach nicht braucht. Wie gut dass Geschmäcker unterschiedlich sind und so kann natürlich jeder gerne nach seinem Gusto verfahren. Ja, wenn Gin in den kalten Wintermonaten serviert wird, dann für mich bitte pur, auf Eis oder als Gin Tonic – letzterer natürlich auch mit Eis.

Ich weiß, das klingt schon ein bisschen frostig verrückt, aber lieber so als in aufgewärmter Form. Allerdings gibt es noch eine Steigerung und diese heißt ICE GIN. Nein, keine Sorge, das ist kein Gin jetzt der aus einem eisblockgeschnitzten Becher genossen werden muss. Die Bezeichnung dieses Gins rührt daher, dass er im sogenannten Eis-Filtrationsverfahren hergestellt wird. Das bedeutet, dass das Destillat nach dem Destillationsprozess auf 0°C heruntergekühlt und anschließend filtriert wird.

Suntory Ice Gin Test, Suntory Ice Gin Review, Ice Gin, Winter Gin, Japanischer Gin, Ginblog, Gin Blog

Ein Blick hinter die Kulissen von Suntory

Der Hersteller des Ice Gins ist der japanische Getränkeriese Suntory, der neben Gin vor allem für seine zahlreichen (japanischen) Whiskysorten, seine lokalen Biere aber auch seine nicht-alkoholischen Getränke bekannt ist. Einige von euch werden jetzt fragen, ob der Ice Gin der letzte Getränketrend von Suntory ist. Ja und nein lautet die etwas wage Antwort.

Ja, weil der Ice Gin mittlerweile zahlreiche Ableger erhalten hat. Hierzu gehören beispielsweise der Ice Gin „Lemon & Lime“ und den Ice Gin „Dry Gin Tonic“. Und mit dem Ice Gin „Sakura“ steht bereits ein neues Produkt in den Startlöchern. Nein, weil Suntory den Ice Gin schon seit mehreren Jahren im Portfolio hat, dieser aber im Gegensatz zum Roku Gin nicht an erster Stelle bei der internationalen Vermarktungsstrategie steht. Ich persönlich finde das eher schade, da ich den Ice Gin geschmacklich spannender finde als beispielswiese den Roku Gin. Dieser zielt für mich zu sehr auf einen breiten Massenmarkt und ist zwar auch geschmacklich gut aber halt weniger charaktervoll.

Generell ist der „Trend Gin“ bei Suntory kein neuer, wie vielleicht anzunehmen wäre. Suntory stellt schon mehr als 30 Jahren Gin her. Einer dieser Gins ist der Suntory Dry Gin Extra. Dieser hat es aber überhaupt erst vor wenigen Jahren geschafft die „ostasiatische Insel zu verlassen“. Gin hatte bis dato in Japan (so gut wie) keine Rolle gespielt.

Dies hat sich mittlerweile geändert, wie man auch an international vermarkteten Suntory Gin Brands wie Roku oder Sui erkennen kann. Andere Gins von Suntory – und hierzu gehört auch der Ice Gin – werden nicht (offiziell) für den Weltmarkt produziert. Allerdings sind sie teilweise dennoch in Europa erhältlich. Deshalb kann ich euch diesen durchaus spannenden Gin, der mit 8 Botanicals und unter der Verwendung eines reisbasierten Basisalkohols hergestellt wurde, auch an dieser Stelle vorstellen.

Suntory Ice Gin: Aussehen, Aroma und Mehr

Ich persönlich tue mich immer schwer über Flaschenformen und -farben zu philosophieren, den auf den Geschmack und das Aroma haben sie wirklich nur in den äußerst seltenen Fällen einen Einfluss. Allerdings versteht es sich fast von selbst, dass die Flasche, die Beschriftung und weitere äußeren Faktoren eine wichtige Rolle beim Marketing und der Vermarktungsstrategie spielen. Und wie würde man jetzt die 0,5 Liter Flasche vom Ice Gin beschreiben wollen? Einfach, schlicht, in kühlgehaltenen blauen Farben – für mich ein schon typisch klassisches japanisches Design.

Allerdings könnte in dieser Flasche jetzt auch ein Fertigtee, ein Kaffeemischgetränk oder ein Soda Pop Getränk „daherkommen“. Dies zeigt vielleicht auch, dass dieses Produkt nicht auf den breiten Weltmarkt abzielt. Ich persönlich finde die Schlichtheit zugegeben schon irgendwie wieder kultig. Dazu passt auch der graue Plastikdrehverschluss und Folienummantelung der Flasche wie die Faust aufs Auge. Mittlerweile hat sich das Flaschendesign vom Ice Gin allerdings leicht verändert und der coole Plastikdrehverschluss ist einem Standardschraubverschluss gewichen. Mir hat die alte Variante, die ihr auch noch auf den Bildern seht, etwas besser gefallen.

Gin trinken, Gin genießen, Gin Blog, Ginblog, Gin Test Seite

Das Aroma des Ice Gins

Kommen wir aber zum Thema Inhalt. Um es vorwegzunehmen, der Ice Gin ist mit seinem 37% Alkoholvolumen ein recht milder Gin und besticht vor allem durch seine Frische und weniger durch ein kräftiges Wacholderaroma. Wer also eher auf klassische London Dry Gins steht, wird sich mit diesem Japaner wahrscheinlich schwertun. Der Ice Gin gehört zweifelsohne zu den Vertretern der „jugendlichen Gin Generation“.

Herausragend ist seine Milde (so gut wie keine scharfen Aromen in Nase und am Gaumen), seine Frische und die leichte Süße, die subtil und nicht aufdringlich ist. Geschmacklich weniger stark vertreten hingegen sind klassische Komponenten wie die Wacholderbeere oder Anisnoten. Dieses schadet dem Ice Gin allerdings überhaupt nicht, denn dieser nimmt für sich eher den „exotischen Touch“ in Anspruch. Neben maritimen Geschmacksnoten sind florale und zitrus Aromen vordergründig, welche dem Ice Gin einen sehr harmonischen „Anstrich“ verleihen. Wer auf der Suche nach einem körperreichen, komplexen und geschmacklich lange „nachwirkenden“ Gin ist, könnte unter Umständen enttäuscht werden.

Wie serviert man den Suntory Ice Gin?

Der Ice Gin ist ein idealer Begleiter für das ganze Jahr und selbst in kalten Wintermonaten macht er richtig Spaß. Ihr könnt diesen Gin sowohl solo, mit Eis, mit hochkarbonisierten Sodawasser (als Highball) oder mit diversen Tonis genießen. Je nach Geschmack gehen sowohl Indian, mediterrane, holler- oder zitruslastige Tonics. Natürlich stellt sich der Ice Gin gerne auch als guter Begleiter für viele Cocktails vor.

Mein Fazit zum Suntory Ice Gin

Ich persönlich finde den Ice Gin, trotz seines relativ niedrigen Alkoholvolumens, deutlich spannender als seinen Bruder „Roku“ und seine Schwester „Sui“. Dieser Gin ist für mich ein guter Vertreter der Gingattung „fast immer und überall“ und auch mix-technisch ist der Suntory Ice Gin ein echtes Chamäleon.

Käuflich erwerben könnt ihr den Gin übrigens für etwa 20 Euro bei jwhisky.de.

Das Review dieses Gins hat im Übrigen ohne jegliche Unterstützung von Partnerunternehmen stattgefunden und würde auch im Falle einer Kooperation meine Meinung in keiner Weise beeinflussen. Dennoch muss dieser Beitrag als Werbung gekennzeichnet werden. Denkt immer an einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol.

Schreibe einen Kommentar