Tobermory Hebridean Gin

Tobermory Gin

An der Nordwestküste Schottlands liegt die Isle of Mull, deren Hauptstadt Tobermory optisch durch eine Reihe bunter Häuser an der Küste auffällt. Hier ist auch die gleichnamige Whisky-Brennerei beheimatet, die nun mit dem Tobermory Gin von sich reden macht. Mit regionalen Botanicals und einem Spritzer Tobermory soll der Tobermory Hebridean Gin etwas ganz Besonderes sein. In diesem Beitrag stelle ich dir den schottischen Gin genauer vor.

Mir wurde eine Flasche Tobermory Gin vom Hersteller/Importeur kostenlos zur Verfügung gestellt. Eine Beeinflussung des Inhalts meines Artikels fand jedoch nicht statt.

Gin von der Isle of Mull

Die Isle of Mull, gelegen an der Nordwestküste Schottlands, zählt zu den inneren Hebriden. Überregional ist die Insel vor allem durch die Tobermory Brennerei bekannt, die 1798 gegründet wurde und neben ungetorftem Tobermory Whisky auch getorften Ledaig Whisky produziert. Zuletzt hat man nun das Sortiment mit dem Tobermory Hebridean Gin erweitert, der einige regionale Botanicals wie einen Tee von den Hebriden enthält.

Abgefüllt wird der Gin mit 43,3 Vol-% in der für die Brennerei typischen schlichten Glasflasche mit eingeprägter Gründungszahl. Auf der Innenseite des Rückenetiketts sind die bunten Häuser Tobermorys zu sehen – eine hübsche Hommage an die Stadt aus Schottland. Der Echtholzkorken ist mit einem Holzdeckel verziert, auf dem die Silhouette der Isle of Mull eingeschnitzt ist. Zum Preis von ca. 31 € ist die 0,7 Liter-Flasche zu erwerben.

Welche Botanicals hat der Tobermory Gin?

Wacholder, wildes Heidekraut, Holunderblüte, Orangenschale, Hebridentee und weitere acht Botanicals werden für mindestens 24 Stunden in der Basisspirituose aus Grain Neutral Spirit und einer außergewöhnlichen Zutat der Brennerei mazeriert. Der Hebridentee ist ein Kräutertee von der Isle of Mull, weshalb er so genannt wird. Diese Wichtige Zutat des Gins stellt etwas dar, was an die eigentliche Brennerei erinnert und die Herzen von Whisky-Fans sicher höher schlagen lässt.

Gin ist natürlich kein Whisky. Die Tobermory Brennerei von der Isle of Mull ist allerdings von Natura her eine Whisky-Brennerei. Und so hat man sich einen interessanten Schachzug überlegt, um dem hauseigenen Gin eine ganz persönliche Note zu verpassen. Master Distiller Kirstie McCallum verpasste dem Hebridean Gin einen “Spritzer Tobermory”. Vereinfacht gesagt heißt das, dass etwas von der Whiskygrundlage, dem New Make Spirit, im Gin landet. Um genau zu sein sind das je Batch 5-7 % Tobermory New Make Spirit. Doch nun stellst du dir sicher die Frage, ob das überhaupt mit den rechtlichen Vorgaben vereinbar ist, oder? In der EU Verordnung 2019/787 wird geregelt, was ein Gin ist und welche Inhaltsstoffe verwendet werden dürfen. Vorgeschrieben ist dort z.B. auch, dass der Basisalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs sein muss. Da dies bei einem New Make Spirit der Fall ist, spricht also nichts gegen diese “Ergänzung”.

Der Tobermory Gin im Geschmacksportrait

Am Rand meines Nosingglases bildet sich ein leichter durchsichtiger Film, dann beginne ich zu riechen. Florale Noten umschmeicheln meine Geruchsknospen, dann nehme ich kräuterige Töne und etwas Würze wahr. Der Gin von der Isle of Mull wirkt in der Nase sehr harmonisch und ausgewogen. Kein Botanical tritt intensiv an die Oberfläche, alles wirkt wie ein einziger Aromenteppich. Statt deutlichem Wacholder stehen die floralen Noten und etwas Zitrus an erster Stelle. Das Fehlen störender alkoholischer Noten zeugt zudem von hochwertiger Qualität.

Durch die harmonischen floralen Noten im Nosing befinde ich mich bereits gedanklich in Schottland. Ein erster Schluck und man merkt, dass es geschmacklich weiter in diese Richtung geht, allerdings mit mehr Tempo und Dampf. Die floralen Noten sind sehr deutlich am Gaumen spürbar, ergänzt werden sie durch die Süße von Holunderblüte und bittere Citrusaromen von der Orangenschale. Dann wird es deutlich würzig und krautig, auch der Wacholder ist nun geschmacklich mehr anwesend. Die krautigen und würzigen Aromen stammen vermutlich von weiteren Botanicals in Form von Wurzeln, dem Hebriden Tee, Getreide (New Make?) und des Heidekrautes. Im Vergleich zur Nase ist der Tobermory Gin im Geschmack deutlich aufgeregter.

Im Abgang wandert der Tobermory Hebridean Gin dann noch weiter weg von seiner Blumigkeit hin zu pikanten trockenen Aromen und einer Malzigkeit. Dahinter versteckt sich eine honigartige Süße. Eventuell stammt sie ja vom Heidekraut, dessen Blüten einen honigartigen Duft versprühen.

Tobermory Gin Tonic, Gin & Tonic, Fever-Tree, 1724 Tonic, Schwarzwald Tonic

Welches Tonic Water passt zum Tobermory Gin?

Die Citrusnoten des Tobermory Gins kann man mit einem zitronigen Indian Tonic Water sehr gut nuancieren, dadurch wird der Gin & Tonic sehr spritzig. Sehr gut passen da in meinen Augen das Schwarzwald Sprudel Tonic Water, die zusätzlichen leichten Kräuternoten vom 1724 Tonic Water aus Südamerika harmonieren ebenfalls sehr gut mit den Zitrusnoten des Gins. Eine sehr gute und erfrischend würzige Symbiose geht der schottische Gin mit Kräutern im Tonic Water ein. Der Kombi mit dem 1724 Tonic Water setzt das Fever Tree Mediterranean Tonic Water an Kräuterigkeit noch eine ordentliche Schippe drauf. Dann fehlt nur noch ein frischer Zweig Rosmarin.

Fazit

Dem Gin mit dem New Make Spirit einen eigenen Fußabdruck zu verpassen, ist Kirstie McCallum definitiv geglückt. Die subtilen Noten des New Make Spirit passen sich in die Aromen des Tobermory Gins angenehm ein und wirken nicht deplatziert. Ich hätte mir vielleicht etwas deutlichere Aromatik hinsichtlich des New Make Spirits gewünscht. Die ausgewählten Botanicals harmonieren im Tobermory Hebridean Gin aber sehr gut und bieten ein spannendes und ausgewogenes Geschmackserlebnis, welches nicht zwingend mit einem Filler kombiniert werden muss.

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