Wagyu Gin | Review und Release Bericht

Hochwertiges Fleisch und Gin. Jedes für sich genossen sind die beiden Dinge wirklich lecker. Dass der Wagyu Gin diese beiden Dinge allerdings verbindet, klingt erstmal absurd und sorgt für hitzige Gemüter. Was hierbei allerdings wirklich hitzig ist und was hinter dem Wagyu Gin steckt, erfahrt ihr im brandaktuellen Bericht zum Release Event.

Hitzig ist erstmal nur der Grill von Merklinger. Und zwar richtig heiß! Aber fangen wir doch mal von Vorne an. Am Anfang waren es Drei: Bina Keweloh, Markus Merklinger und Hans Jürgen Filp. Jeder Profi in seinem Fach und aufgeschlossen, um ein gemeinsames Projekt zu starten.

Bina Keweloh (Haru Wagyu)

Stammt aus Mutlangen in Baden-Württemberg. Sie ist Humanmedizinerin, im Beirat des Wagyu Verband Deutschland e. V. und was am Wichigsten ist: sie ist Wagyu-Züchterin. Mittlerweile sind aus 4 ganze 50 Rinder geworden, wie sie mir gestern stolz erzählte. Wagyu bedeutet grob gesagt “japanisches Rind”. Es zeichnet sich vor allem durch seine Fettzusammensetzung aus, denn es ist reich an Omega-6 und Omega-3 Fettsäuren. Das macht das Fleisch natürlich viel zarter und aromatischer. Davon konnte ich mich dann gestern auch überzeugen.

Wagyu Fleisch
Rohes Wagyu Fleisch. Sehr aromatisch!

Was soll ich sagen: roh schmeckt es richtig lecker! Aber um zum Wagyu Gin zurückzukehren: Bina war die im Bunde, die unbedingt mal Wagyu Rind in einem Gin haben wollte. Roh geht das natürlich aus hygienischen Gründen nicht und damit sind wir bei

Markus Merklinger (Der Merklinger)

Er wohnt in Königsbrunn und erfand den Merklinger-Grill bzw. Ofen. Denn eigentlich kann das Gerät mehr als nur grillen. Brot backen, Kochen, Flammkuchen oder Pizza sind für den Merklinger kein Problem. Auf dem Event konnte man diesen Grill und seine Flexibilität im Bereich des Kochens / Grillens erleben. Der 250/260 kg schwere Grill-Ofen wird klassisch mit Holz befeuert und kann im Innern aufgeteilt werden, um gleichzeitig mehrere verschiedene Speisen zuzubereiten. Zudem steht er auf Vollgummirädern mit Feststellbremse. Markus war Derjenige, der Rauch in einem Gin haben wollte und alle Drei an einen Tisch brachte. Doch für einen Gin fehlt noch ein Brenner und das ist der Dritte im Bunde, nämlich

Hans-Jürgen Filp (Singold Brennerei)

Er hat seine Singold Brennerei in Wehringen (zwischen Landsberg und Augsburg). Hier hat er u.a. bereits die Hans Jürgen Gins gebrannt (wir berichteten aus der Brennerei). Seine auf 300 Liter ausgelegte Kupferdestille der Marke Arnold Holstein und seine Brennerfahrung waren natürlich ein Pluspunkt für das gemeinsame Unterfangen.

Wagyu Gin
Hans-Jürgen Filp neben seiner Brennanlage (Archivfoto von 2018)

Das Release-Event “Winterfeuer” am 19.01.2019

Vor der Singold Brennerei in Wehringen, die optisch einem edlen Glaskasten ähnelt, standen ein großer Merklinger LKW auf der einen Seite und mehrere Holzbuden, wie man sie von Weihnachtsmärkten kennt, auf der anderen Seite. Hier konnte man sich mit leckeren Kaffeeprodukten der Partnerrösterei Bohneschmiede aufwärmen, aber natürlich auch eine Stärkung für den Hunger zu sich nehmen. Von frischen Broten aus dem Merklinger Ofen mit Wagyu Butter und Wagyu Schinken bis hin zu mit Gin hausgebeiztem Lachs konnte man mit leckerer Brotzeit starten. Aber es gab auch leckeres Wagyu Böfflamott auf Käsespatzen mit Gin Cranberrys, was das Kochwerk Augsburg frisch zubereitet hatte. An der Bar konnte man auch Gin Cocktails probieren. Da ich allerdings mit dem Auto nach Wehringen gekommen war, musste das ausfallen.

Leider war es auch sehr kalt und damit komme ich dann zum eher negativen Teil meines Berichts. Klar kann das Team nichts für die Kälte. Mit Heizpilzen hätte man da aber etwas entgegen wirken können, denn so verzogen sich die zahlreichen Gäste schnell in den Showroom der Brennerei und das angeschlossene Singold Restaurant, wo es schön warm war. Auch mir war es deutlich zu kalt und so verbrachte ich die meißte Zeit im Innern des Gebäudes.

Das Winterfeuer und damit auch die offizielle Enthüllung des Wagyu Gins kam dann statt, wie ursprünglich um 18 Uhr geplant, etwa 40 Minuten später. Denn dann wurde das Logo des Wagyu Gins, welches Markus Merklinger selbst aus einem Metall angefertigt hatte, abgebrannt. Was für ein Spektakel. Dazu wurde dann der Wagyu Gin in kleinen Bechern gereicht. Für ausgeprägte Geschmacksnotizen war es deutlich zu kalt, deshalb habe ich den Wagyu Gin für euch zuhause nochmals in Ruhe und bei angenehmen Zimmertemperaturen probiert.

Wagyu Gin Logo
Das “Winterfeuer” war das Abbrennen des Wagyu Gin Logos

Das Geheimnis um den Wagyu Gin

Wird auch vorerst eins Bleiben. Das Wagyu Fleisch wurde zwar in einem Merklinger Grill-Ofen gegrillt, wie nun aber der Geschmack bzw. das Aroma genau in den Gin kam, möchten die Macher vorerst nicht verraten. Vielleicht lassen sich die Drei bei Zeiten mal mehr Informationen entlocken. Was ich euch aber sicher sagen kann, ist, welche Botanicals da noch ihren Weg in den Wagyu Gin gefunden haben: Wacholder, Koriander, Piment, Äpfel, Preiselbeeren, Zitrusfrüchte und Kubebenpfeffer. Die Zutaten stammen alle von Binas Hof. Da die Singold Destillerie exakt 532 Meter über dem Meeresspiegel liegt, gibt es pro Batsch 532 Flaschen. Der Gin wird vierfach destilliert und hat im Endprodukt 49,3 Vol-% Alkohol. Die 500ml Flasche kostet übrigens stolze 49,30 €. Auch wenn vorerst ein Geheimnis der Macher bleibt, wie der Geschmack in den Wagyu Gin kommt, verrate ich euch gerne, wie meine Eindrücke zu diesem speziellen Gin sind.

Wagyu Gin
Der Wagyu Gin in seiner schönen schwarz-lackierten Flasche mit goldenen und weißen Lettern

Geschmackstest

Ich bin überrascht, wie mild der Wagyu Gin in der Nase auftritt. Dank der vierfachen Destillation sind die 49,3 Vol-% kaum bemerkbar. Aus der edlen schwarz lackierten Flasche mit goldenem Logo strömen zurückhaltende Aromen von Zitronengras Zitronenschale und reifen Äpfeln. Koriander und vor allem Wacholder geben den klassischen Rahmen vor. Eine immer intensiver werdende Fruchtigkeit liegt im Glas, wenn man daran riecht. Auch etwas “Neues”, was ich bisher noch in keinem Gin gerochen habe, liegt im Glas. Ich kann es leider nicht genauer charakterisieren, zu sehr “anders” ist es. Aber durchaus interessant.

Am Gaumen kommt eine starke Süße an. Viele reife Äpfel und intensive Zitrusnoten. Starker Wacholder und Koriander sind da. Wenn man den Gin dann etwas im Mund hat, wird es interessant. Alle Leser und Neugierige, die bis jetzt gedacht haben, man schmeckt pures Fleisch, muss ich enttäuschen. Das ist aber vielleicht auch besser so, denn pures Fleisch muss man wirklich nicht in einem Getränk schmecken. Was man allerdings wahrnimmt, wenn das Destillat einige Zeit im Mund verbracht hat, ist Umami. Umami? Das Wort kommt aus dem Japanischen und bedeutet so viel wie “Schmackhaftigkeit” oder “fleischig, herzhaft, wohlschmeckend”. Es wird auch gerne als “der fünfte Geschmack” oder “der fünfte Geschmackssinn” tituliert und lässt den Menschen fleischigen bzw. würzigen Geschmack wahrnehmen. Probiert unbedingt mal den Wagyu Gin und ihr werdet wissen, was ich meine. Und das ist durchaus angenehm zu verstehen, es gibt dem Wagyu Gin wirklich was Spezielles. Gerade im Abgang treten dann noch intensiv der Kubebenpfeffer und Piment an. Vergleichbar mit einem pfeffrig angebratenen Steak.

Fazit

Wie der Geschmack nun in den Gin kommt, wissen nur die Drei Macher. Was ich aber weiß: der Wagyu Gin schmeckt und ist erstaunlich mild für seine 49,3 Vol-%. Er unterscheidet sich bisher zu allen Gins, die ich in den letzten Jahren probieren konnte. Ob er euch letztlich schmecken wird, müsst allerdings ihr entscheiden. Denn alles ist Geschmackssache und der Wagyu Gin aus Wehringen durch seine speziellen Botanicals erst recht.

Welches Tonic passt zum Gin?

Am Ehesten würde ich dazu Tonics empfehlen, die entweder sehr zurückhaltend und klassisch sind, wie z.B. das Gents Swiss Roots Tonic Water. Oder aber Tonics, die mit Botanicals aus der Küche gemacht sind.

Wagyu Gin Release Event mit Joerg von Omoxx
Beim Wagyu Gin Release Event traf ich unsern guten Freund Joerg von Omoxx

Wer den Gin haben möchte, wird direkt im Onlineshop der Hersteller fündig.

Vielen Dank an Hans Jürgen Filp von Wagyu Gin für die Möglichkeit, den Gin zu probieren und somit meine ehrliche Wahrnehmung des Destillats mit euch zu teilen.

2 Gedanken zu „Wagyu Gin | Review und Release Bericht

  1. Auch wenn ich gehofft habe zu erfahren wie das Wagyu in den Gin kommt (leider ein Geheimnis), so war der Beitrag trotzdem sehr interessant. Das Ganze hört sich nach einem informativen und vielschichtigen Geschmackserlebnis an. Bleibt dran, vielleicht wird mal das Geheimnis gelüftet!

    1. Hallo Flora, vielen Dank für deinen Kommentar. Das hatte ich ehrlich gesagt auch gehofft, als ich beim Release-Event war. Rein fachlich gesehen kann es bei einem London Dry Gin ja nicht mit mazeriert worden sein, denn es dürfen ja nur pflanzliche Botanicals in das Destillat.

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