War of the Peat Plakat

THE WAR OF THE PEAT by WHIC

Mit „THE WAR OF THE PEAT“ hat WHIC.de absofort eine Abfüllungsserie für Fans stark rauchiger Whiskys im Programm. Seit dem 01.10.2019 erscheinen nacheinander 13 ausgewählte Abfüllungen der rauchigen Sorte unter einem neuen Label des Händlers. Dieser Artikel wird regelmäßig erweitert und begleitet uns durch die verschiedenen „Phasen des Krieges“.

(Zuletzt aktualisiert am 23.06.2020)

Über die Serie The War of the Peat

Die Invasion hat begonnen – so schreibt es WHIC auf seiner Webseite. Für mich ist es tatsächlich ein unvorbereiteter Angriff, eine Invasion auf meine Geschmacksnerven. Ich bin in der Vergangenheit zugegebenermaßen eher zurückhaltend gewesen wenn es um stark rauchige Whiskys ging. Es sind zwar schon einige der üblichen Vertreter Lagavulin, Laphroaig und andere „Raucher“ durch meinen Gaumen geflossen, ich bin jedoch alles andere als ein Peathead. Beim Lesen wird man merken, dass ich manchmal nicht die richtigen Worte für rauchige Noten treffe. Und gerade deshalb freue ich mich auch darauf meinen eigenen Horizont erweitern zu können und die Erfahrung mit euch zu teilen. Vielleicht werde ich damit bei dem ein oder anderen Leser anecken, aber genau das will die Serie auch.

Die limitierten Abfüllungen sollen mit Motoröl, Speck und brachialen Rauchnoten die Geschmacksnerven beanspruchen. Das richtige Setting dazu bietet H.G. Wells Roman „War of the Worlds“. Der Krieg der Welten diente Arne Wesche als Inspiration für den Namen und die Gestaltung des Labels. Der Geschäftsführer von WHIC ist echter Science Fiction Fan und fand in der Literatur die Verschmelzung aus Extremen und klassisch, traditionsreichen Komponenten. Das spiegelt sich meiner Meinung nach in der gewählten Kommunikation genauso wieder, wie später hoffentlich auch im Whisky. Beim Verpackungsdesign setzt WHIC auf eine schlichte, schwarze Tube mit den wichtigsten Infos und Zeichnungen aus der Romanvorlage. Am anderen Extrem spielt der Händler gekonnt mit den Möglichkeiten der modernen Marketingklaviatur inkl. Trailervideos. Ich bin gespannt ob die Abfüllungen genauso stark sind wie das Marketing. Es wird Zeit den Konflikt auf die Zunge zu bringen.

Die Invasion hat begonnen – The War of the Peat

Teil 1 von 13: Ballechin 2007/2019

Die erste Rauchbombe kam in Form eines 12-jährigen Ballechin Anfang Oktober auf den Markt und war innerhalb weniger Tage ausverkauft. Zusammen mit dem unabhängigen Abfüller Signatory Vintage wurde der Ballechin Whisky nach seiner Reifung im Sherrycask in natürlicher Fassstärke abgefüllt um echten Geschmack zu garantieren. Für mich, als bekennder Fan von Sherry- und Weinfassreifungen, klingt das natürlich sehr verlockend und nach einem optimalen Einstieg in die Serie. Nebenbei ist es noch interessant zu erwähnen, dass es seit fast 100 Jahren keine eigene Distillerie mit dem Namen Ballechin mehr gibt. Eine andere bekannte Brennerei aus den Highlands, nämlich Edradour, hat den Namen jedoch wiederbelebt und füllt ihre rauchigen Whiskys unter der Marke Ballechin ab. Aber lassen wir uns nicht durch all die Namen und Labels abschrecken, die mit diesem Single Cask Whisky etwas zu tun haben, sondern kommen auf das Wesentliche zurück.

The War of the Peat I - Ballechin

Faktencheck

  • Ballechin
  • 12 Jahre (2007/2019)
  • Refill Sherry Cask Hogshead
  • 59,3 % Vol. (=Fassstärke)
  • 305 Flaschen aus Single Cask Abfüllung (ausverkauft)
  • kein Farbstoff, keine Kühlfiltrierung

Tastingnotes

Im Glas fällt mir sofort die dunkle, goldgelbe Farbe auf. Im Schatten erinnert mich der Farbton an natürliches Baumharz, gegen das Licht gehalten ähnelt es eher an Honig. Genauso dickflüssig fließen auch die Schlieren ab, die sich beim Schwenken bilden. Schon jetzt steigt mir ein intensiver Rauch in die Nase, obwohl das Glas etwa 40cm entfernt steht.

Überraschenderweise dominieren im ersten Nosing dann doch die Sherrynoten. Der Torfrauch schlägt kurz danach zu, und zwar nicht zu knapp. Hier treffen definitiv zwei Extreme aufeinander. Bei weiteren Ansätzen ist es Zufall welche der zwei Richtungen überwiegt. Seltener steigt auch ein stechender Alkoholgeruch in die Nase, was mich bei fast 60% Vol. aber auch nicht wundert.

Der erste Schluck schockt. Alles dominiert irgendwie und brennt ein Feuerwerk im Mund ab. Also schnell runter damit und noch einmal langsam an die Sache rangehen. Zweiter Schluck. Wie im Nosing nehme ich die typischen Sherryaromen wahr. Die schwere Süße wird jedoch schnell vom Torfrauch verdrängt. Je länger man den Ballechin im Mund hat, desto intensiver wird das Kribbeln. Langsam gewöhnen wir uns aneinander und ich fange an den Kampf der Aromen zu genießen.

Bei jedem weiteren Schluck bin ich gespannt wer die Oberhand bekommt. Die torfigen Invasoren, die von Rauchspeck, Eichenholz und anderen “schweren” Aromen unterstützt werden? Oder die geballte Sherry-Armee mit dunklen Früchten, Trockenobst und nussigen Kräften? Auf welcher Seite des Konfliktes die süßen Noten von Vanille und Honig stehen kann ich nicht genau bestimmen. Sind sie einach zwischen die Fronten geraten? Wenn man dem Ballechin seine Zeit zum Atmen lässt und evtl. noch einige Tropfen Wasser ins Glas gibt kommen sie jedenfalls ganz gut heraus und ergänzen die beiden Extreme.

Der Abgang ist lang und trocken. Die würzigen Aromen stechen dabei besonders am Anfang hervor und bleiben als Sieger im Gedächtnis. Das anfängliche Brennen (im Tasting ohne Hinzugabe von Wasser) nimmt schnell ab und hinterlässt puren Torf auf der Zunge.

Teil 2 von 13: Caol Ila 2009/2019

Die Invasion hat nun Islay erreicht. Von den 9 aktiven Whiskybrennerien auf der Hebriden-Insel steuert die Caol Ila Distillery den zweite Whisky zur Reihe bei. Die Islay-Whiskys sind bei Kennern besonders für ihre Rauchigkeit und unterschiedlich, intensive Torfnoten bekannt. Caol Ila stellt da keine Ausnahme und ist daher wie geschaffen dafür die Serie fortzuführen. Ohne großes Vorgeplänkel will ich mich jetzt aber auf den 9-jährigen Single Cask Whisky stürzen wie eine Invasion auf den Feind. Wer mehr über Islay und die verschiedenen Whiskyregionen erfahren möchte, der sollte unbedingt einmal einen Blick auf die Whisky EBooks von Whic.de werfen.

The War of the Peat II - Caol Ila

Faktencheck

  • Caol Ila Distillery
  • 9 Jahre (2009/2019)
  • Cask #319400, Eichenfass
  • 338 Flaschen aus Single Cask Abfüllung (ausverkauft)
  • 56,8 % Vol. (=Fassstärke)
  • kein Farbstoff, keine Kühlfiltrierung

Tastingnotes

Im Vergleich zum Vorgänger fällt sofort die helle Farbe des Whiskys im Glas auf. Man kann den Caol Ila mit 9 Jahren gerade noch so als “jungen Whisky” klassifizieren. Der Unterschied zum 12jährigen Ballechin, der auch nicht so viel älter ist, liegt jedoch eindeutig im verwendeten Fass. Wie frisches, helles Eichenholz würde ich auch die Farbe beschreiben. Je nach Lichteinfall auch irgendwo zwischen Weißwein und Rapsöl. Schön ölig langsam fließen auch die Schlieren am Glasrand hinab, wenn man das Nosingglas schwenkt und Richtung Nase bewegt.

Der Caol Ila hatte jetzt schon einige Minuten Zeit zu atmen und sich zu entfalten. Beim Nosing fliegen zuerst süße Fruchtnoten aus dem Glas, die harmonisch von Torfnoten untermalt werden. Je tiefer die Atemzüge werden, umso dominanter werden Torf und Rauch. Der Rauch ist dabei aus der Liga “toter Rauch”, eher Asche als lebendiges Feuer. Das verträgt sich aber super mit dem leicht medizinischen Charakter vom Torf. Ich genieße das lange, ausgiebige Riechen am Glas und könnte mich die nächsten 30 Minuten nur damit beschäftigen. Anders als der vorherige Ballechin bringt der Caol Ila ein schmeichelhaftes, weiches Erlebnis mit und kündigt ein tolles Geschmackserlebnis an ohne mit der sprichwörtlichen Tür ins Haus zu fallen.

Dafür, dass sich der Whisky im Nosing so zurück gehalten hat, bin ich überrascht vom intensiven ersten Schluck. Ein leichtes Brennen macht sich mit einer wohligen Wärme am Gaumen breit und setzt ein Statement. Das ölige Gefühl im Mund und der leicht salzige Küstencharakter, den man der Caol Ila Distillery nachsagt, sind auf jeden Fall spürbar. Das merke selbst ich als Kind des Voralpenlandes, der mit dem Meer so viel verbindet wie Halloween mit deutscher Tradition. Die starke Fruchtnote gefällt mir außerordentlich gut. Es sind die süß-sauren exotischen Früchte, die dabei herausstechen. Ananas, Litschi, Grenadilla. Dazu kommt noch ein leichter zitruslastiger Einschlag.

Aber wo ist jetzt unser Freund Peat abgeblieben? Der Rauch hält sich diesmal sehr zurück bzw. harmoniert so gut, dass er schnell in Vergessenheit gerät. Erst wenn man den Caol Ila lange im Mund hat und das leichte Brennen langsam an Intensität zunimmt kommt er wieder hervor und verdrängt die Süße. Im kurzen aber kräftigen Abgang schlägt er dann noch mal zu und versucht mit dem Jodgeschmack des Torfs zu punkten. Ob er es schafft sich gegen die fruchtige Dominanz durchzusetzen? Da müssten wir mal alle glücklichen Besitzer der zweiten Abfüllung befragen – denn auch dieses Fass ist wieder schnell ausverkauft gewesen.

Wie geht es mit der Serie weiter?

Jetzt war es längere Zeit still an der “Front”. Und die Ankünding des dritten War of the Peat Whisky kommt ausgerechnet mitten in einer Krisenzeit. Der Coronavirus fegt wie die Pest durch Deutschland und legt ganze Landstriche außer Gefecht… Naja, ganz so schlimm wie einige behaupten ist es nicht, dennoch liegt es an uns allen das Virus einzudämmen und WHIC hat sich gut überlegt ob sie jetzt einen Whisky bringen sollen, der mit dem Thema “Gefecht” und “Angriff auf die Geschmacksnerven” spielt. Wie oben bereits erwähnt basiert die Idee zum Branding auf dem Roma “Krieg der Welten”, einer Satire auf die Kolonialpolitik des britischen Empires. Bei WHIC war man sich, wie schon Tucholsky, einig, dass Satire alles dürfe. Und deshalb wird die Abfüllungsserie weiter gehen.

Auch ich bin der Meinung, dass ein leckerer Whisky schon immer die Stimmung gerettet hat. Deshalb bin ich gespannt auf den Whisky und öffne mein Sample an dem Nachmittag, an dem in Bayern die Ausgangsbeschränkungen verkündet wurden.

Teil 3 von 13: Bunnahabhain 2014/2020

Die dritte Abfüllung im War of the Peat kommt von der Islay Brennerei Bunnahabhain und hört auf den vollen Namen Bunnahabhain Staoisha 2014/2020. Es handelt sich dabei um einen 5-jährigen Whisky aus einem speziell verjüngten Eichenfass. Das sogenannte De-Char/Re-Char Verfahren bezeichnet den Vorgang, wo im zuvor schon ausgebrannten Fass, die Kohleschicht herausgekratzt und ein zweites Mal ausgebrannt wird.

Bis vor wenigen Jahren war die Distillery Bunnahabhain eher für ungetorfte Whiskys bekannt, was den größten Unterschied zwischen Islays Nord- und Südküste ausmacht. Aufgrund der Nachfrage wird aber auch dort vermeht auf getorftes Malz in der Whiskyproduktion gesetzt und das Verhältnis verschiebt sich gerade zu Gunsten des rauchigen Whiskys.

The War of the Peat III - Bunnahabhain

Faktencheck

  • Bunnahabhain Distillery
  • 5 Jahre (2014/2020)
  • Cask #10688, dechar/rechar Eichenfass
  • 295 Flaschen aus Single Cask Abfüllung (ausverkauft)
  • 60,4 % Vol. (=Fassstärke)
  • kein Farbstoff, keine Kühlfiltrierung

Tastingnotes

Den Vorgänger in der War of the Peat Reihe habe ich als 9-jährigen als jungen Whisky eingeordnet, zumindest für schottische Verhältnisse. Der Bunnahabhain Staoisha, den ich heute im Glas habe ist mit 5 Jahren ungefähr halb so alt. In der Farbe spiegelt sich das allerdings nicht wieder. Mit einem satten goldgelben Farbton fließt der Whisky ins Glas. Je nach Betrachtungswinkel wird die Farbe zwar dunkler oder heller, insgesamt bewegt er sich im Rahmen von klarem Apfelsaft. Nach dem Schwenken bleibt ein dünner Film am Glasrand, der sich sehr lange hält und erst nach ca. 1 Minute abfließt.

Den ersten Eindruck vom Nosing konnte ich mir bereits beim Öffnen des Paketes machen, da der Verschluss meines Samples offensichtlich nicht ganz dicht und sich ein paar Tropfen Whisky unter dem Parafilm gesammelt hat. Auch beim Fotografieren haben meine Finger immer mal wieder Berührung mit dem Whisky gehabt und und meine Sinne mit Bunna-typischem Rauch benebelt. Nach ein paar Minuten im Glas wird es nun Zeit sich dem ausführlichen Nosing zu widmen.

Anders als erwartet dominiert im ersten Moment nicht der Rauch in der Nase. Süße Noten, Malz, Getreide Gräser und Kräuter sind die vorherschenden Aromen. Meine Assoziation zum Apfelsaft, allein durch die Farbe, wird nicht bestätigt. Dafür fehlen klar definierbare Kernobstaromen. Aufgrund der Kräuter würde ich nach dem ersten Nosing eher zu Almdudler tendieren. Je tiefer und länger man die Nase ins Glas steckt, desto mehr Torfrauch bekommt man mit.

Weiter zum Tasting: Der erste Schluck brennt den Gaumen richtig aus, wie vorher mit dem Fass geschehen. Kein Wunder, die 60,4% Vol. lassen sich nicht verheimlichen. Nachdem man die erste Hitzewelle überstanden hat und die Aromen am Gaumen sortieren kann wird es spannend. Die Eindrücke aus dem Nosing bestätigen sich. Der Rauch geht klar in Richtung kalte Asche während sich die süßen Noten auch wieder wandeln. Aus dem leichten Malz und Getreide wird eine schwere, cremige Süße gepaart mit Röstaromen. Die Pressemitteilung spricht von Haselnuss-Torte und Vanillecreme, wo ich nur zustimmen kann. In dieser großen Aromavielfalt halten sich der Rauch von getorftem Malz und die schwere Süße auf einer Waage. Die Kräuter geben dem Ganzen einen angenehmen Gegenpol.

Über all dem liegt noch eine Citrus-Ebene, die im Abgang noch mal richtig zum Vorschein kommt und einen spritzigen Nachgeschmack hinterlässt. Auch die Kräuter und tragen noch etwas zu würzigen Nachgang bei. Aufgrund der vielfältigen Aromen würde ich den Bunnahabhain Staoisha übrigens in einem Blindtasting nicht klar als Produkt einer küstennahen Distillery verorten – dafür fehlt mir eine klare Linie. Im Großen und Ganzen also ein sehr leckerer Whisky, der im Kontext der Serie allerdings nicht an seine beiden Vorgänger rankommt. Eine Rauchbombe war er für mich nicht.

Teil 4 von 13: Ledaig 2007/2020

Mit leichter Verspätung traf dann auch die Episode IV der Invasion bei uns ein. Dieses Mal fiel die Wahl auf ein Fass von Ledaig, den rauchigen Vertretern aus der Tobermory Distillery. Der 12-jährige Raucher von der Isle of Mull wurde 2007 destilliert und 2020 in Flaschen abgefüllt. Bereits im Vorfeld gab es auf Facebook ein paar Diskussionen zu aktuellen Einzelfassabfüllungen von WHIC und auch diese Serie wurde wieder kritisiert. Kritikpunkte waren zum Beispiel wieder mal die martialische Aufmachung der Serie „The War of the Peat“. Das liegt natürlich sehr im Auge des Betrachters und darf durchaus kritisch gesehen werden. Dabei sollte man jedoch immer die Inspiration in die Überlegungen mit einbeziehen (mehr zu den Hintergründen in der Einleitung).

Ein weiterer Kritikpunkt ist diesmal der Preis, der mit 110€ noch mal einen ordentlichen Sprung nach oben gemacht hat im Vergleich zu den ersten drei Abfüllungen. Ich verstehe zu wenig von der Preisgestaltung solcher Whiskys um mir darüber ein Urteil zu erlauben. Vergleicht man diesen Tropfen jedoch mit anderen Original-Abfüllungen von Ledaig abseits der Standard-Range und unabhängigen Abfüllungen, die regelmäßig die magische Grenze von 100€ knacken, klingt der Preis nicht überzogen.

The War of the Peat IV - Ledaig

Faktencheck:

  • Ledaig (Tobermory Distillery)
  • 12 Jahre (2007/2020)
  • Cask #700599, Refill Sherrycask
  • 58,5% Vol. (=Fassstärke)
  • 642 Flaschen
  • kein Farbstoff, keine Kühlfiltrierung

Tastingnotes:

Aber genug Kritik. Es wird Zeit sich unvoreingenommen dem neuen Kapitel des War of the Peat zu widmen.

Im Glas erscheint mir der 12-jährige Ledaig relativ hell für eine Sherry-Reifung. Die hellgelbe Farbe wie man sie von Keimöl kennt, erinnert eher an einen astreinen Ex-Bourbon, ich vermute deshalb das Fass hat vorher schon einige Refills durchgemacht und nicht mehr viel Farbe aus dem Holz abgeben können.

Die Eindrücke vom Nosing finde ich diesmal besonders interessant. Als ich das Sample frisch öffnete und ins Glas goss, schoss mir erstmal der erwartete Rauch in die Nase. Kalte Asche, verbranntes Holz und Kohle trifft es am Besten. Der erste Schwall verflog jedoch relativ schnell, als der Ledaig ein paar Minuten zum Atmen hatte. Danach halten sich süße Sherrynoten mit dem Rauch so ziemlich die Waage. Je länger ich die Nase ins Glas halte, umso interessanter wird es. Habt ihr schon mal Südtiroler Speck mit andalusischem Sherry kombiniert?

Im Geschmack gehen die Überraschungen weiter. Nach einem leichten, ersten Brennen (der natürlichen Fasstärke von fast 60 Vol-% geschuldet) geht es super mild und gefällig weiter. Der ölige Charakter des Whiskys hilft verschiedene Aromen zu verbinden. Da hätte ich nach den drei Vorgängern durchaus ein wenig mehr Konkurrenzkampf zwischen den Geschmacksnoten erwartet. Dieses Mal braucht es etwas Zeit sich dem Sample genauer zu widmen.

Neben dem Ascherauch und dem Speck waren die süßen Sherrytrauben schon wahrnehmbar. Mit etwas Fantasie lassen sich später noch weitere, fruchtige Noten von Steinobst herausschmecken. Das Ganze wird umrahmt von einer leichten Salznote, die eine super Abwechslung zum sonst schweren und süßen Whisky bietet. Der Abgang fasst den Ledaig noch einmal gut zusammen: Kurz, heftig und geschmackvoll – dabei aber immer sehr gefällig und niemals eine Überforderung für den Gaumen.

Wie immer sind diese Tastingnotes eine Momentaufnahme und können sich je nach Tagesform unterscheiden. Dieses Mal habe ich mir nicht so leicht getan die verschiedenen Noten heraus zu schmecken und die Gefälligkeit hat es mir nicht leichter gemacht. Der Ledaig 12yo ist meiner Meinung nach der “Massentauglichste” der bisherigen War of the Peat-Abfüllungen. Der Kampf zwischen rauchigen Invasoren und den Verteidigern ging diesmal unentschieden aus. Ob man dafür den stolzen Preis bezahlen will? Das muss am Ende jeder für sich entscheiden. Zum jetzigen Zeitpunkt ist der Ledaig 2007/2020 noch im Onlineshop von Whic erhältlich.

Der War of the Peat geht weiter

Die Serie ist noch nicht am Ende angelangt. Genauso wenig wie dieser Artikel, ich werde am Ball bleiben und den Beitrag um jede weitere Abfüllung ergänzen die ich in die Finger, oder besser gesagt an den Gaumen bekomme. Vielen Dank an den Händler und unabhängigen Abfüller Whic.de für die bisherige Unterstützung.

Wenn du es auch kaum noch erwarten kannst, dann abonniere doch den Whic.de Newsletter…wenn du es nicht schon längst getan hast.

5 Gedanken zu „THE WAR OF THE PEAT by WHIC

  1. Hallo,

    ich war zunächst etwas skeptisch, denn ich habe schon einige Exklusiv-Abfüllungen von großen Onlineshops bestellt, die nur selten das gehalten haben, was versprochen wurde. Eure Review hat mir die Kaufentscheidung erleichtert und ich muss sagen – der War of the Peat ist hervorragend.

    Viele Grüße und Danke!

    1. Hey Whiskybuddy,
      es freut mich, dass dir der Artikel und die Notes in der Kaufentscheidung unterstützt haben. Bei welcher oder welchen Abfüllungen hast du zugeschlagen? Die Aktuelle Nummer 4 oder schhon bei einer früheren Episode?

      Viele Grüße und viel Spaß weiterhin beim Lesen!

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